Zum Inhalt springen

Parömiograph

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. Dezember 2024 um 12:32 Uhr durch imported>PerfektesChaos (tk k).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Ein Parömiograph ist ein altgriechischer Gelehrter, der die Parömien (Sprichwörter) des griechischen Volkes zusammenstellte.

Bedeutung

Der Begriff wird aber auch allgemeiner für Gelehrte verwendet, die Sprichwörter sammeln.<ref>Johann Christian August Heyse: Allgemeines Fremdwörterbuch oder Handbuch zum Verstehen und Vermeiden der in unserer Sprache mehr oder minder gebräuchlichen fremden Ausdrücke: Mit Bezeichnung der Aussprache, der Betonung und der nöthigsten Erklärung. Verlag Hahn, 1835, S. 175; books.google.de</ref> Parömiographie bezeichnet den Vorgang der Sprichwort-Lexikografie, also der Zusammenstellung von Sprichwörtern, wie auch die Sprichwörtersammlung als Schriftwerk – eine bekannte antike Sammlung wurde von Ernst von Leutsch und Friedrich Wilhelm Schneidewin herausgegeben (Corpus paroemiographorum Graecorum. Göttingen 1839. Nachdruck: Olms, Hildesheim 1958). Parömiologie ist die Sprichwörtererklärung.<ref></ref>

Bedeutende Parömiographen

  • Zenobios (2. Jahrh. n. Chr.), Sophist und Philologe
  • Diogenianos Grammatikos (2. Jahrh. n. Chr.)
  • Gregorios II. Kyprios, * 1241, um 1283–1289 Patriarch von Konstantinopel
  • Michael Apostolios aus Byzanz (um 1422–1480), griechischer Schriftsteller
  • Karl Friedrich Wilhelm Wander (1803–1879), deutscher Sprichwortsammler<ref>Edward Bialek, Detlef Krell, Krzysztof Ruchniewicz, Rainer Sachs (Hrsg.): Silesia Nova, Ausgaben 3-2010. 2010, ISBN 978-3-86276-008-4, S. 122; books.google.de</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Otto Crusius: Die griechischen Parömiographen. Neuauflage.
  • Otto Crusius, Socrates B. Kougeas: Paroemiographica: Textgeschichtliches zur alten Dichtung und Religion. Verlag der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 1910.

Einzelnachweise

<references />