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Lobektomie

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Mit dem Begriff Lobektomie (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Lappen“ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Herausschneiden“), auch Lappenresektion genannt, bezeichnet man in der Chirurgie die operative Entfernung eines Organlappens.

Beschreibung

Als Organe für eine Lobektomie kommen vor allem die Lunge, die Leber, die Schilddrüse und das Großhirn in Frage.

Lobektomie der Lunge

Am häufigsten werden Lobektomien an der Lunge durchgeführt, weshalb in der Literatur der Begriff Lobektomie oft synonym für die operative Entfernung eines Lungenlappens verwendet wird.<ref name="paetz">Burkhard Paetz: Chirurgie. 21. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2009, ISBN 3-13-332921-9, S. 273. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Die erste erfolgreiche Lobektomie der Lunge führte Werner Körte 1907 durch.<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 59.</ref> Die menschliche Lunge hat auf der rechten Seite (rechter Lungenflügel) drei und auf der linken Seite (linker Lungenflügel) zwei Lungenlappen. Wird ein Lungenlappen entfernt, so wird dies Lobektomie genannt. Werden am rechten Lungenflügel dagegen zwei benachbarte Lungenlappen entfernt, wird dies als Bilobektomie bezeichnet. Die Entfernung eines gesamten Lungenflügels heißt Pneumektomie oder Pneumonektomie.

Da die einzelnen Lungenlappen von einer separaten Pleuraschicht umgeben sind, entstehen bei der Entfernung eines Lungenlappens nur vergleichsweise kleine Wundflächen an der Lunge. Der nach der Entfernung des Lobus entstehende Freiraum im Brustkorb wird durch eine Überdehnung der Restlunge, ein Hochtreten des Zwerchfells und eine Verlagerung des Mittelfellraums (Mediastinum) wieder kompensiert. Bei einem Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) ist die Lobektomie der am häufigsten durchgeführte operative Eingriff zur Entfernung des Primärtumors.<ref name="paetz" /> Für periphere maligne Tumoren der Tumorklassen T1 und T2 (< 5 cm maximale Tumorausdehnung) ist die Lobektomie der operative Eingriff der Wahl.<ref>L. Sunder-Plassmann, C. Schuhmann: Maligne Lungentumoren. In: Jörg Rüdiger Siewert: Praxis der Viszeralchirurgie. 3. Auflage, Verlag Springer, 2010, ISBN 3-642-03807-7, S. 433. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Eine Lobektomie der Lunge ist ein schwerwiegender Eingriff. Die operative Letalität liegt trotz erheblicher chirurgischer Fortschritte bei der klassischen offenen Lobektomie bei 1 bis 4 %.<ref>L. Sunder-Plassmann, C. Schuhmann: Maligne Lungentumoren. In: Jörg Rüdiger Siewert: Praxis der Viszeralchirurgie. 3. Auflage, Verlag Springer, 2010, ISBN 3-642-03807-7, S. 426. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Bei der offenen Lobektomie wird mit einem großen Schnitt der Brustkorb geöffnet. Die Schmerzen sind erheblich, und die so operierten Patienten sind im Regelfall mindestens noch eine Woche nach dem Eingriff im Krankenhaus. Bei der minimalinvasiven VATS-Lobektomie (VATS = video-assisted thoracic surgery = videoassistierte Thoraxchirurgie) können die Patienten oft schon zwei Tage nach dem Eingriff die Klinik verlassen, die Schmerzen sind deutlich geringer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />VATS-Lobektomie / VATS-Lobectomy. (Memento vom 7. Januar 2010 im Internet Archive) Universitätsklinikum Erlangen, abgerufen am 2. Januar 2013</ref> Die Möglichkeit einer VATS-Lobektomie ist allerdings an bestimmte Randbedingungen geknüpft, die über die Standardkriterien für eine Lobektomie hinausgehen. So muss beispielsweise zusätzlich die Fähigkeit der Tolerierung der Einlungenventilation gegeben sein. Die maximale Tumorausdehnung muss kleiner als 5 cm sein, es dürfen keine ausgedehnten Pleuraverwachsungen vorhanden sein und der Tumor darf keine Verbindung (chirurgisch als Beziehung bezeichnet) zum Lungen-Hilum haben. Zusätzlich gibt es noch Kontraindikationen wie beispielsweise Adipositas oder eine Chemo- oder Strahlentherapie vor dem Eingriff (neoadjuvante Therapie).<ref>Peter Drings, Hendrik Dienemann, Michael Wannenmacher: Management des Lungenkarzinoms. Springer, 2003, ISBN 3-540-43145-4, S. 248. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Lobektomie der Leber

Die Entfernung eines Leberlappens ist eine Leber-Teilresektion, die als Lobektomie der Leber bezeichnet wird.<ref>Volker Schumpelick: Operationsatlas Chirurgie. 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 3-131-40632-1, S. 231. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Im Unterschied zur Hemihepatektomie wird die Leber anatomisch unterteilt. So umfasst der linke Lappen bei einer linksseitigen Lobektomie nur das Parenchym, das links vom Ligamentum falciforme hepatis (sichelförmiges Leberband) liegt, während bei der linksseitigen Hemihepatektomie zwei Segmente (IVa und IVb) des rechten Leberlappens mit entfernt werden.<ref>Andreas Hirner, Kuno Weise: Chirurgie: Schnitt für Schnitt. Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-131-30841-9, S. 523. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Felix Braun, Thomas Becker u. a.: Leber. In: Doris Henne-Bruns: Duale Reihe Chirurgie. 4. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 3-131-51314-4, S. 479. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Lobektomie der Schilddrüse

Die vollständige Entfernung eines der beiden Lappen der Schilddrüse wird als Hemithyreoidektomie (gr. ἡμισ = hemi = ‚halb‘) oder Lobektomie der Schilddrüse bezeichnet.<ref>Burkhard Paetz, Brigitte Benzinger-König: Chirurgie für Pflegeberufe. 20. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-133-32920-0, S. 243 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die Operation kann dabei klassisch offen (Bild 1) oder minimalinvasiv erfolgen (Bild 2).

Zerebrale Lobektomie

Die partielle oder vollständige Entfernung eines Großhirnlappens ist ein neurochirurgischer Eingriff, der vor allem zur Behandlung einer refraktären Epilepsie, das heißt einer Epilepsie, die nicht auf üblicherweise geeignete Medikamente anspricht, eingesetzt wird. Unterschieden wird dabei zwischen einer

  • bilateralen Lobektomie: Entfernung eines Großhirnlappen(teils), sowohl in der rechten als auch linken Hirnhemisphere und einer
  • temporalen Lobektomie: beid- oder einseitige, vollständige oder partielle Entfernung eines Temporallappens.<ref name="kirschbaum">Clemens Kirschbaum: Kompendium Biopsychologie. Springer, 2008, ISBN 3-540-39603-9, S. 169. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Das berühmteste Fallbeispiel einer Lobektomie am Großhirn ist der Patient Henry Gustav Molaison, in der Literatur meist H. M. genannt. Bei ihm wurde zur Behandlung seiner schweren Epilepsie eine bilaterale mediotemporale Lobektomie durchgeführt,<ref name="kirschbaum" /> das heißt, es wurden Teile des zur Mitte gelegenen Temporallappens entfernt. Sein Fall war ein Meilenstein für die Gedächtnisforschung.<ref>M. Brand, H. J. Markowitsch: Gedächtnisstörungen. In: Sprache Stimme Gehör. Band 27, Nummer 1, 2003, S. 11-17. doi:10.1055/s-2003-37877</ref>

Eine zerebrale Lobektomie kann auch als Ultima Ratio (letztes Mittel) zur intrakraniellen Drucksenkung (dekompressive Lobektomie) zum Einsatz kommen.<ref>Harald Barth, Ralph Schön: Neurochirurgie. In: Doris Henne-Bruns: Duale Reihe Chirurgie. 4. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 3-131-51314-4, S. 1138. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

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