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Kurt Scherrer

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Datei:Scherrer, Kurt 1983.jpg
Kurt Scherrer, 1983

Kurt Scherrer (* 25. September 1904 in Hannover; † 11. Dezember 1985 ebenda) war ein deutscher Kaufmann<ref name="HBL">Waldemar R. Röhrbein: SCHERRER, Franz. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2002, ISBN 9783877067062, S. 318; online über Google-Bücher</ref>, Autor<ref name="Meinen lieben Eltern ...">Kurt Scherrer: Meinen lieben Eltern zum 21. Juni und 24. August 1935, Abschrift des Einzelexemplares von 1935, Lebensbericht von Kurt Scherrer, Stammbaum von Kurt Scherrer, erstellt anlässlich des Familienfestes am 12.–13. Juni 2010 an der Mühle in Sorsum (270 S.), Berlin 2010: epubli GmbH; online über Google-Bücher</ref> und Teil der in Hannover über Generationen geführten Druckerei Scherrer.<ref name="SLH">Waldemar R. Röhrbein: Scherrer - Druck, Daten- und Projektmanagement GmbH. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 540.</ref>

Leben

Familie

Kurt Scherrer war

  • verheiratet mit Margret Fiehn, Tochter des Rechtsanwalts und Notars Hans Fiehn.
  • der Urenkel von Felix Scherrer, einem Buchdruckermeister um 1830 in Hannover. Felix Scherrer war der Urgroßvater von Ilse Pröhl, der Ehefrau von Rudolf Heß.
  • der Enkel von Ernst Ferdinand Scherrer (1840–1905), Buchdrucker, Betriebsleiter und technischer Betriebsdirektor der Firma Jänecke & Schneemann.<ref name="HBL"/>
  • der Sohn des Firmengründers Franz Scherrer (1872–1935).<ref name="HBL"/>
  • der Vater des späteren Geschäftsführers Wolfgang Scherrer.<ref name="SLH"/>

Werdegang

1923 legte er das Abitur am Realgymnasium in Hannover ab. Von 1923 bis 1925 folgte eine kaufmännische Lehre in Bremen bei der Papiergroßhandlung Carl Lange Nachfolger.<ref>Druckerei Franz Scherrer, Hannover. In: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover, 1954, Hannover 1954: Adolf Sponholtz Verlag, S. 93</ref> Danach war er in Neuruppin bei der Firma Oehmigke & Riemschneider, dem damaligen Hersteller des Neuruppiner Bilderbogens, als Gehilfe tätig.<ref name="DS">Laudatio zum 60. Geburtstag Kurt Scherrers. In: Der Druckspiegel, Band 19, Ausgaben 7–12, Druckspiegel-Fachzeitschriften-Verlags-GmbH, 1964, S. 82</ref> 1927 trat er kurzzeitig in den väterlichen Betrieb ein, begab sich aber am 31. Mai 1928 mit dem Dampfschiff München<ref>Passagierliste des Dampfers München für die <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fahrt am 31. Mai 1928 ab Bremen nach New York (Memento vom 10. Juni 2015 im Internet Archive), abgerufen am 15. August 2013</ref> nach New York City und verbrachte dann ein Jahr in den USA. Dort arbeitete er in verschiedenen Druckereien und Reklame-Firmen (u. a. Einson Freemann Corporation; Kaufmann & Strauss Co. New York), in denen er zahlreiche Erfahrungen sammelte, die er später in das hannoversche Familienunternehmen einbringen konnte.<ref name="DS" />

Datei:Arbeitszeugnis, Kaufmann & Strauss 1929.JPG
Arbeitszeugnis Kaufmann & Strauss 1929

Ende Mai 1929 kehrte Kurt Scherrer in seine Heimatstadt zurück<ref name="Meinen lieben Eltern ..."/> und trat noch im selben Jahr der von seinem Vater gegründeten Firma Druckerei Franz Scherrer bei. Nach dem Tod seines Vaters 1935 übernahm er das Unternehmen und erweiterte es erheblich, zum Beispiel durch den Ausbau des Plakatdruckes und die Einführung der Fotolithografie<ref name="HBL"/>. Die privaten Kontakte zu den Inhabern der Firmen Bahlsen GmbH & Co. KG (Süßwaren), B. Sprengel & Co. (Schokolade) und Vorwerk & Co. (Teppiche) führten zu jahrelangen Druckaufträgen für diese Firmen. In den 1970er Jahren wurden für das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover im aufwändigen mehrfarben-Offsetdruck-Verfahren nach Lithographien Faksimile-Drucke von Wilhelm Busch erstellt.<ref>Wilhelm-Busch-Jahrbuch 1971. Wilhelm-Busch-Gesellschaft, 1971, S. 51</ref><ref>Busch, Wilhelm, "Vierhändig", Faksimiledruck, 1971; "Die Fromme Helene", Faksimile der Handschrift, 1972;"Müller und Schornsteinfeger", 13. Faksimiledruck der Wilhelm Busch Gesellschaft, 1973; "Julchen", Faksimile der Handschrift, 1977; "Balduin Bählamm" Faksimiledruck, 1980; "Max und Moritz, Erster & Zweiter Streich" Faksimiledruck, 1990</ref>

Kurt Scherrer war 1944 Mitglied im Aufsichtsrat der Roto-Werke AG in Königslutter, Europas größtem Hersteller für Rotationsvervielfältigungsmaschinen.<ref>Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, Band 49, Teil 2, 1944, S. 1376</ref>

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden die Geschäftsgebäude der Druckerei Franz Scherrer durch die Luftangriffe auf Hannover total zerstört<ref>G. Stalling: Regierungsbezirk Hannover, 1959, S. 136</ref>, anschließend jedoch in größerem Umfang wieder aufgebaut.<ref name="HBL"/><ref name="DS"/>

Zuletzt wurde sein Familienunternehmen als Scherrer – Druck, Daten und Projektmanagement in der 4. Generation geführt.<ref name="HBL"/>

Kurt Scherrer war ab 1951 Vorsitzender des Bauausschusses, von 1961<ref>Seite 6, abgerufen am 19. Mai 2021</ref> bis 1975 Präsident und bis 1986 Mitglied des Vorstands des Deutschen Tennis Vereins Hannover (gegründet 1896, der älteste Tennis-Verein in Hannover).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., abgerufen am 11. August 2013</ref>

Im Jahre 1962 war Scherrer als Vorsitzender der Landessparte Flachdruck im Verband der graphischen Betriebe Nordrhein e.V. (VBGN) tätig.<ref>Der Druckspiegel, Band 18, Ausgaben 1–6, Druckspiegel-Fachzeitschriften-Verlags-GmbH, 1963, S. 40</ref> 1968 setzte Scherrer sich als Vorsitzender der Landesfachgruppe Flachdruck in Hannover nachhaltig für eine bundesweite Stärkung der Landesverbände zur besseren Zusammenarbeit mit der finnischen Papierindustrie ein.<ref>Der Druckspiegel, Band 23, Ausgaben 1–4, Druckspiegel-Fachzeitschriften-Verlags-GmbH, 1968, S.XIV</ref>

Schriften

  • Kurt Scherrer: Meinen lieben Eltern zum 21. Juni und 24. August 1935, Abschrift des Einzelexemplares von 1935, Lebensbericht von Kurt Scherrer, Stammbaum von Kurt Scherrer, erstellt anlässlich des Familienfestes am 12.–13. Juni 2010 an der Mühle in Sorsum (270 S.), Berlin 2010: epubli GmbH; online über Google-Bücher

Literatur

  • Druckerei Franz Scherrer, Hannover. In: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover, 1954, Hannover 1954: Adolf Sponholtz Verlag, S. 93
  • Franz B. Döpper: Fünf Druckergenerationen in Hannover / Franz Scherrer Hannover / Scherrerdruck GmbH Hannover. In: Hannover und seine alten Firmen, hrsg. vom Verband Deutscher Wirtschaftshistoriker e.V., Hamburg; 1. Auflage, Hamburg 1984: PRO HISTORICA Gesellschaft für Deutsche Wirtschaftsgeschichte mbH, ISBN 3-89146-002-3, S. 300f.
  • Waldemar R. Röhrbein: SCHERRER, Franz. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 318; online über Google-Bücher
  • Waldemar R. Röhrbein: Scherrer – Druck, Daten- und Projektmanagement GmbH. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 540.
  • Gert Hagelweide: Literatur zur deutschsprachigen Presse. Biographische Literatur. Herausgeber, Journalisten, Publizisten und Verleger, ... 136876-149882 / Mi-Sc: Band 13, Nr. 147222–147224, De Gruyter Saur, 2003, ISBN 978-3-11-095490-6

Einzelnachweise

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