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Kulluk

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style="background:#ADD8E6; color:#Vorlage:Standardfarbe; border-color:#B9BEC4;; font-weight:bold;" | Kulluk
Datei:KullukEvacuation 31dec2012.jpg
colspan="2" style="background:#ADD8E6; color:#Vorlage:Standardfarbe; border-color:#B9BEC4;" | Schiffsdaten
Flagge MarshallinselnDatei:Flag of the Marshall Islands.svg Marshallinseln
Rufzeichen V7JH8
Heimathafen Majuro
Eigner Shell EEP
Reederei Noble Drilling
Bauwerft Mitsui Engineering & Shipbuilding Company, Tamano
Baunummer F564
Verbleib 2014 Abbruch in Zhoushan
colspan="2" style="background:#ADD8E6; color:#Vorlage:Standardfarbe; border-color:#B9BEC4;" summary="Schiffsmaße und Besatzungszahl" | Schiffsmaße und Besatzung
Länge 83,80 m (Lüa)
Breite 69,24 m
Seitenhöhe 18,50 m
Tiefgang (max.) 12,52 m
Vermessung 27.968 BRZ / 8.391 NRZ
colspan="2" style="background:#ADD8E6; color:#Vorlage:Standardfarbe; border-color:#B9BEC4;" |Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 9.902 tdw
colspan="2" style="background:#ADD8E6; color:#Vorlage:Standardfarbe; border-color:#B9BEC4;" summary="Sonstige Schiffseigenschaften" |Sonstiges
Klassifizierungen Det Norske Veritas
Registrier­nummern IMO-Nr. 8752219

Die Kulluk war eine 1983 in Japan gebaute Ölbohrinsel, die am 31. Dezember 2012 bei einer Seeverschleppung vom Schlepper gelöst wurde und darauf im Golf von Alaska strandete.

Einsätze

Die Bohrinsel wurde 1983 bei der Werft Mitsui Engineering & Shipbuilding Company in Tamano für den Betrieb durch Gulf Canada Resources gebaut. Die Einheit ohne eigene Antriebssysteme wurde speziell für den Einsatz in Regionen mit höherem Eisaufkommen konzipiert. Gulf Canada Resources nutzte die Einheit rund zehn Jahre, legte sie 1993 auf und taufte sie 1998 in Kullu um. Die Insel war schon zur Verschrottung vorgesehen, bevor der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell sie 2005 erwarb, 2007 wieder zurück in Kulluk umbenannte und für 292 Millionen US-Dollar überholen ließ.

Zusammen mit dem Schiff Noble Discoverer war die Bohrplattform an der Exploration von Öllagerstätten im Nordpolarmeer beteiligt. Nach Angaben der Environmental Protection Agency (EPA) überschritten beide Schiffe dabei 2012 die genehmigten Emissionen von Stickoxiden. Für die Fortsetzung der Exploration sind technische Veränderungen und ein erneutes Genehmigungsverfahren notwendig.<ref>John M. Broder: Shell Violated Air Permits for Arctic Ships, E.P.A. Says. In: New York Times. 11. Januar 2013.</ref>

Strandung im Jahr 2012

Datei:KullukAground 1jan2013.JPG
Die auf Grund gelaufene Bohrinsel vor Sitkalidak Island.

Nach dem Ende ihres Einsatzes in der Beaufortsee befand sich die Kulluk Ende Dezember 2012 auf der Reise nach Seattle im Schlepp des US-amerikanischen Ankerziehschleppers Aiviq. Dieses Manöver diente auch dazu, eine Steuer des Bundesstaats Alaska zu umgehen.<ref>Tom Bawden: New twist in stricken rig saga: Shell was moving it to avoid tax. In: The Independent. 4. Januar 2013.</ref> Nachdem die 18 Mann zählende Schleppbesatzung der Kulluk schon am 29. Dezember aufgrund eines schweren Sturms mit Wellenhöhen bis zu elf Metern von Bord genommen werden musste, war die Aiviq am 31. Dezember gezwungen, die Schleppverbindung loszuwerfen, woraufhin die Insel gegen 21 Uhr vor Sitkalidak Island strandete.

Auf der Insel befanden sich insgesamt knapp 570 Kubikmeter verschiedener Öle, die nach Angaben der United States Coast Guard nicht austraten.

Am 6. Januar 2013 gelang es, eine Schleppverbindung mit der Insel herzustellen. Im Laufe einer zwölfstündigen Bergungsaktion sei die Kulluk nach Behördenangaben sicher in einen Hafen in einer Bucht der Kodiak-Insel geschleppt und verankert worden.<ref>Bohrinsel wird in Hafen geschleppt. In: tagesschau.de. 7. Januar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Januar 2013; abgerufen am 7. Januar 2013.</ref><ref>Shell: Gestrandete Bohrinsel „Kulluk“ sicher im Hafen angekommen. In: Focus Online. 8. Januar 2013, abgerufen am 8. Januar 2013.</ref>

Infolge des Unfalls und weiterer Unregelmäßigkeiten bei der Exploration von Öllagerstätten im Nordpolarmeer kündigte das Innenministerium der Vereinigten Staaten eine Prüfung des Vorgehens von Royal Dutch Shell an.<ref>John M. Broder, Clifford Krauss: Interior Dept. Expedites Review of Arctic Drilling After Accidents. In: New York Times. 8. Januar 2013.</ref><ref>U.S. Department of the Interior: Secretary Salazar Launches Expedited Assessment of 2012 Arctic Operations. 8. Januar 2013.</ref>

Das National Transportation Safety Board stellte in seiner Untersuchung des Seeunfalls fest, dass die Unfallursache in Shells ungenügender Risikoeinschätzung lag, die zu einem Plan für die Verschleppung ohne ausreichende Risikovorsorge führte.<ref>Grounding of Mobile Offshore Drilling Unit Kulluk, National Transportation Safety Board, 22. Mai 2015, S. 12. (PDF, englisch)</ref>

Zunächst wurde die Bohrinsel Anfang 2013 durch das Dockschiff Xiang Rui Kou zu Keppel FELS in Singapur gebracht.<ref>Kulluk Bohrgerät segelt auf COSCO Heavy Lift Transporter. 29. März 2015, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref> Anschließend transportierte dieses Schiff die Bohrinsel 2014 nach Zhoushan, wo sie verschrottet wurde.<ref>Discharge of drilling barge Kulluk in Zhoushan. 20. März 2014, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref><ref>Project 84. Recycling of the “Kulluk” oil rig. 14. Juli 2014, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref><ref>Kulluk. Abgerufen am 5. Januar 2018.</ref>

Weblinks

Commons: Kulluk (drilling rig, 1983) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />