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Runstedt (Helmstedt)

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Runstedt war eine Gemeinde im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen. Sie musste dem Braunkohletagebau im Helmstedter Revier weichen.

Geographie

Geographische Lage

Runstedt befand sich rund zwei Kilometer östlich von Wolsdorf und rund vier Kilometer südwestlich der Kreisstadt Helmstedt.

Gemeindegliederung

Zu Runstedt gehörte auch der einen Kilometer südöstlich des Dorfes Runstedt gelegene Wohnplatz Trendelbusch.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Runstedt grenzte an die Gemeinden Helmstedt, Neu Büddenstedt, Warberg und Wolsdorf sowie an die Forstgemarkungen Eiz und Elz.

Geschichte

Im Mittelalter befand sich hier ein Festes Haus, welches Stammsitz der sich danach benennenden Adelsfamilie von Rundstedt war.

Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945 bis 1950 hatte sich die Einwohnerzahl von Runstedt von 703 (1939) auf 1263 (1950) vergrößert, davon waren 1950 475 Heimatvertriebene.

Von 1958 bis 1968 erfolgte der Abriss des Dorfes, weil es sich auf abzubauender Kohle befand. Am 1. April 1960 wurde das Dorf Runstedt in die Stadt Helmstedt eingemeindet. 1964 entstand der Film Runstedt – Dorf auf Kohle, im selben Jahr wurde die Kirche abgerissen. Am 24. Oktober 1972 wurde mit der Mühle das letzte Gebäude von Runstedt abgerissen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt (Memento vom 25. Februar 2018 im Internet Archive), abgerufen am 25. Februar 2018</ref>

2009 wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an das ehemalige Dorf eingeweiht. Informationen zu Runstedt finden sich heute im Heimatmuseum in Reinsdorf.

Erwägungen, Runstedt an einem neuen Standort nördlich von Neu Büddenstedt oder im Bereich Wolsdorf/Frellstedt wieder zu errichten, wurden nicht umgesetzt.<ref>Heinz Pohlendt: Der Landkreis Helmstedt. Bremen-Horn 1957, S. 301</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr 1821 1849 1871 1905 1910 1925 1933 1939 1950 1956
Einwohner 308 288 580 1050 1058 877 735 703 1263 903

<ref>Heinz Pohlendt: Der Landkreis Helmstedt. Bremen-Horn 1957, Tabelle 24.</ref><ref>Der Kreis Helmstedt im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Mai 2022; abgerufen am 7. Februar 2026.</ref><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Religion

Die Mehrzahl der Einwohner und die Kirche waren evangelisch-lutherisch. Die kleine Kirche befand sich in der Ortsmitte, sie wurde 1822 errichtet und verfügte über einen Dachreiter. 1960 wurde die Kirchengemeinde Runstedt aus dem Pfarrverband Wolsdorf herausgenommen und um ein Teilgebiet der Stadt Helmstedt erweitert, aus ihr entstand in den 1960er Jahren die Kirchengemeinde St. Thomas in Helmstedt. Am 14. Juni 1964 fand in der Runstedter Kirche der letzte Gottesdienst statt, und noch im gleichen Jahr wurde sie abgerissen. Die ebenfalls aus dem Jahr 1822 stammende Bronzeglocke fand einen neuen Platz in der Kirche St. Marienberg in Helmstedt.

Die nächstliegenden katholischen Kirchen befanden sich in Wolsdorf (St. Joseph, seit 1914) und Helmstedt (St. Ludgeri).

1950 gehörten von den 1263 Einwohnern Runstedts 993 der evangelischen und 238 der katholischen Kirche an.

Literatur

  • Hermann Kleinau: Zur Geschichte der Höfe des Dorfes Runstedt (Lkr. Helmstedt) und ihrer Ländereien.
  • Anneliese Perkampus: Kindheit in Runstedt. In: Kreisbuch 2012 des Landkreises Helmstedt

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 11′ 39,1″ N, 10° 58′ 20,3″ O

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