Zum Inhalt springen

MCI WorldCom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. November 2025 um 21:44 Uhr durch imported>Arabsalam (+ Weblinks: : Mississippi Encyclopedia).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
MCI WorldCom
Rechtsform Tochtergesellschaft
Gründung 1983
Auflösung 2006
Auflösungsgrund Übernahme durch Verizon Communications
Sitz Ashburn (Virginia)
Umsatz 20,6 Mrd. US-Dollar (2005)
Branche Telekommunikation

MCI (vormals WorldCom bzw. MCI WorldCom) war die weltweit drittgrößte Telefongesellschaft mit Hauptsitz in Ashburn, Virginia.

In Deutschland gab es die MCI WorldCom Deutschland GmbH, seit Ende 2004 MCI Deutschland GmbH. Seit Januar 2006 firmiert sie in Deutschland unter Verizon Deutschland GmbH.<ref>Verizon Deutschland GmbH, Frankfurt a. Main. Abgerufen am 13. August 2023.</ref>

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1983 von Bernard Ebbers und drei weiteren Investoren unter dem Namen Long Distance Discount Services (LDDS) gegründet. 1985 wurde Ebbers zum Chief Executive Officer der Firma ernannt. LDDS übernahm in den folgenden Jahren dutzende andere Telekommunikationsfirmen. In Summe waren es mehr als 75 Übernahmen.<ref>Volker H. Peemöller, Harald Krehl, Stefan Hofmann, Jana Lack: Bilanzskandale: Delikte und Gegenmaßnahmen. 3., neu bearbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-503-19435-3, S. 49.</ref> Vier Jahre später folge 1989 der Börsengang.<ref>Glanzvoller Aufstieg und tiefer Fall - WELT. 16. November 2011, abgerufen am 13. August 2023.</ref> Im Jahr 1995 wurde das Unternehmen in WorldCom umbenannt.<ref>WorldCom Timeline. 25. März 2015, abgerufen am 2. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Übernahme von MCI durch WorldCom und die Verschmelzung zu MCI WorldCom 1998 war mit etwa 60 Mrd. DM die bis dahin teuerste Unternehmensübernahme.<ref> Christian Brusis, Hochzeit für Elefanten – Boom bei M&A in M&A Review, 1/1998, S. 10–11.</ref> Am 5. Oktober 1999 kündigte WorldCom eine Fusion mit dem Rivalen Sprint Corporation an. Diese kam nach Bedenken des Department of Justice und der Europäischen Union, wonach durch die Fusion ein Monopol entstehen würde, nicht zustande.<ref>Simon Romero: WorldCom and Sprint End Their $115 Billion Merger. In: The New York Times. 14. Juli 2000, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 2. April 2021]).</ref>

Im Jahr 2000 hatte sich MCI WorldCom um eine Lizenz für ein deutsches UMTS-Netz beworben, sich jedoch kurz vor Beginn der Versteigerung wieder zurückgezogen.

Börsenskandal und Folgen

Das Unternehmen löste im Sommer 2002 einen der weltweit größten Börsenskandale aus.<ref>Urteil im Worldcom-Prozess. In: Die Zeit. 16. März 2005, abgerufen am 4. Mai 2022.</ref> Es beantragte am 21. Juli 2002 beim Insolvenzgericht in New York Süd Gläubigerschutz nach US-Insolvenzrecht.<ref>Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften: Urteil vom 28. September 2004 Aktenzeichen T-310/00, abgefragt am 22. Juli 2011</ref> Es wurden insgesamt Fehlbuchungen von 11 Mrd. US-Dollar durch die Börsenaufsicht aufgedeckt. Neben den Fehlbuchungen hatte WorldCom bilanzielle Verbindlichkeiten von über 30 Mrd. US-Dollar aufgrund der aggressiven Expansionsvorhaben. Dies führte zu hohen Zinsbelastungen, bei gleichzeitig nicht den Erwartungen entsprechenden wirtschaftlichen Ergebnissen der übernommenen Unternehmen.<ref>Volker H. Peemöller, Harald Krehl, Stefan Hofmann, Jana Lack: Bilanzskandale: Delikte und Gegenmaßnahmen. 3., neu bearbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-503-19435-3, S. 49.</ref> Der Firmengründer und zu dem Zeitpunkt CEO des Unternehmens, Bernard Ebbers, wurde daraufhin zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt; der damalige Finanz- und Buchhaltungschef Scott Sullivan zu 5 Jahren.<ref>manager magazin: Worldcom-Pleite: Fünf Jahre Haft für Finanzchef. Abgerufen am 4. Mai 2022.</ref> Nach 1 ½ Jahren Gläubigerschutz („Chapter 11“) wurde MCI saniert und von Verizon Communications übernommen. Im Januar 2006 wurde die Fusion zwischen Verizon Communications und MCI vollzogen.<ref>Verizon vollzieht MCI-Übernahme für 8,5 Milliarden Dollar. Abgerufen am 4. Mai 2022.</ref> Die neue Geschäftseinheit firmiert unter dem Namen Verizon Business, die teilweise in Ländergesellschaften aufgeteilt ist. Für Deutschland ist dies die Verizon Deutschland GmbH.

Der Börsenskandal war mit ausschlaggebend für den Erlass des Sarbanes-Oxley Act zur Regulierung und Überwachung u. a. von Unternehmen, deren Aktien in den USA an Börsen gehandelt werden.

Siehe auch

Weblinks

  • Eva Walton Kendrick: WorldCom. Eintrag bei Mississippi Encyclopedia, 11. Juli 2017, zuletzt aktualisiert am 15. April 2018.

Einzelnachweise

<references/>