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Akte Europa

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Akte Europa ist ein Echtzeit-Strategiespiel vom deutschen Spielentwicklerstudio Virtual X-citement Software aus dem Jahr 1997.

Handlung

Nach verheerenden Kriegen im 21. Jahrhundert, dem Vormarsch radikaler Fundamentalisten im 22. Jahrhundert – die die Welt in ein „zweites Mittelalter“ stürzten („Restaurative Phase“ genannt) – und nach deren Niedergang im 24. Jahrhundert, führte man die Demokratie wieder ein, da sie die am wenigsten fehlbare Regierungsform darstellt. Einstige Staatenbünde entstanden erneut, woraufhin sich die Menschheit im 25. Jahrhundert unter den Vereinten Nationen vereinte. Deren Weltraumorganisation United Planets wurde gegründet, um Rohstoffe im All zu erschließen. Doch die Steuern und Abgaben für das Raumfahrtprogramm stiegen ins Unermessliche, weshalb United Planets mächtiger als die Vereinten Nationen selbst wurde. Massive Schlampereien auf dem Rohstoff-Mond Ansgar 15 heizten die allgemeine Stimmung gegen die United Planets weiter an und stärkten die vielen Terror- und Widerstandsgruppen. Zudem trägt die Europäische Union den Großteil der Finanzierung und baut eine neue Superwaffe namens ODIN.

Der Spieler übernimmt die Rolle eines UN-Kommandanten und hat die Aufgabe, dessen Bau zu verhindern.

Technik

Zum Einsatz kommt eine Grafik-Engine, welche das Geschehen aus einer isometrischen Perspektive darstellt. Auch wenn die Engine als „echtes 3D“ deklariert wurde, so sind die Modelle in verschiedenen Perspektiven vorgerendert und die Perspektive vorgegeben. Ein Drehen der Ansicht ist ebenso wie ein Vergrößern des Ausschnitts nicht möglich. Zudem ermöglicht die Engine eine Auflösung von bis zu 1600×1200 Pixeln,<ref>Akte Europa – Cover-Rückseite. In: Moby Games. 24. Februar 2017, abgerufen am 15. August 2024 (Seite englisch, Informationstext auf dem Cover deutsch).</ref> was zur Zeit der Veröffentlichung kein handelsüblicher PC leisten konnte, sowie eine dynamische Darstellung des Nebel des Krieges: Einheiten, die an höheren Punkten im Gelände, beispielsweise auf einem Hügel, stehen, haben eine größere Sichtweite als Einheiten, die im Tal stehen. Dies war zur damaligen Zeit ungewöhnlich.

Besonderheiten

Datei:Vergleich der Baukastensysteme von Akte Europa und KKND 2.png
Vergleich des Einheitenausbaus von Akte Europa und KKND 2

Anders als in den meisten Strategiespielen ist der Spieler nicht in der Lage eine Basis zu errichten. Gebäude können jedoch erobert, zerstört oder repariert werden.

Die Einheiten können aus einer Vielzahl von Modulen wie Fahrgestellen und Geschützen zusammengebaut werden. Die Modifikationen haben dabei direkten Einfluss auf die Eigenschaften der Einheit, wie Geschwindigkeit, Feuerkraft und Panzerung. Durch Forschung können neue technische Fortschritte erreicht werden.

Munition und Kraftstoff der Einheiten sind endlich, sodass Nachschub gewährleistet werden muss.

Die Landschaft ist von strategischer Bedeutung: Einheiten, die erhöht stehen, können weiter sehen und sind schwerer zu treffen. Zudem können Wälder in Brand gesetzt werden und der Wind hat Auswirkungen auf die Ausbreitung von Gaswolken und Feuer.

Rezeption

Wertungsspiegel
PublikationWertung
GameStar83 %<ref name="GS" /><ref name="GS-Web" />
PC Games76 %<ref name="PCG">Petra Maueröder: Akte Europa – Deutsche Einheit. In: PC Games. Nr. 11/97, November 1997, S. 174–176 (kultboy.com [abgerufen am 6. März 2026]).</ref>
PC Joker63 %<ref name="PCJ">Rüdiger Rinscheidt: Akte Europa. In: PC Joker. Nr. 12/97, Dezember 1997, S. 68 (kultboy.com [abgerufen am 6. März 2026]).</ref>
PC PlayerSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref name="PCP" />

Akte Europa erhielt bei Erscheinen gute bis sehr gute Kritiken.<ref name="GS-Web">Akte Europa. In: GameStar. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Januar 2013; abgerufen am 15. August 2024.</ref><ref>Akte Europa. Pressespiegel. In: pcgamesdatabase.de. Abgerufen am 15. August 2024.</ref> Insbesondere die Einheitenvielfalt und das Setting wurden gelobt. Auch die Grafikdarstellung, die für die damalige Zeit einen hohen Detailgrad aufwies, wurde positiv herausgestellt.

„Einige Detailmängel [...] verhindern einen Platz in der absoluten Spitzengruppe, doch erfahrene Echtzeit-Strategen werden Akte Europa lieben“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />GameStar 11/1997<ref name="GS">Martin Deppe: Echtzeit aus Deutschland – Akte Europa. In: GameStar. Nr. 11/97, November 1997, S. 108–109 (archive.org [abgerufen am 6. März 2026]).</ref>

„Akte Europa bringt frischen Wind ins Genre. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was sich Spielehersteller alles einfallen lassen müssen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />PC Player 11/1997<ref name="PCP">Philipp Schneider: Akte Europa. In: PC Player. Nr. 11/97, November 1997, S. 106 (kultboy.com [abgerufen am 6. März 2026]).</ref>

Kritik gab es für etliche kleinere Bugs sowie für die Vertonung und die Cutscenes. Diese standen weit hinter Konkurrenten wie Command & Conquer zurück.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />