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Leti (Insel)

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Leti

Datei:Leti Islands de.png
Die Leti-Inseln
Gewässer Bandasee, Timorsee
Inselgruppe Molukken
Geographische Lage 8° 10′ S, 127° 42′ OKoordinaten: 8° 10′ S, 127° 42′ O
 {{#coordinates:−8,1666666666667|127,7|primary
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Fläche 91,25 km²dep1
Einwohner 7526
Hauptort Serwaru
Datei:COLLECTIE TROPENMUSEUM Houten voorouderbeeld TMnr A-1025.jpg
Traditionelle Kunst von Leti
Traditionelle Kunst von Leti

Die indonesische Insel Leti (indon. Pulau Leti) gehört zu den Leti-Inseln (Südliche Molukken).

Geographie

Desa (Dörfer)
Heutiger Name Einwohnerzahl (2010)<ref name="bps"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Penduduk Indonesia menurut desa 2010 (Memento vom 27. März 2014 im Internet Archive) (indonesisch; PDF; 6,0 MB), abgerufen am 26. Januar 2013</ref> alter Name laut Barchewitz
Tutuwaru 380 -
Batumiau 1.007 Battomea
Laitutun 545 Leyduttun
Tutukey mit dem Hauptort Serwaru<ref name="Karte">Karte der Desas</ref> 1.136 Duttukey
Tomra 2.433 Domra
Nuwewang 1.015 Nuwewang
Luhulely 1.010 Liwelely

Leti ist die westlichste Insel der Leti-Inseln. Östlich liegt die größere Insel Moa.<ref>Kümmerly+Frey Rand Mc Nally: Internationaler Atlas, Westermann, 1986, ISBN 3-14-106025-8</ref>

Die Insel besteht aus einem dreieckigen Bergrücken, der durch die Berge Koli Besar im Osten und Rapat im Westen begrenzt wird. Leti hat keinen natürlichen Hafen. Durch den Monsun zwischen Dezember und April ist sie von der Außenwelt völlig abgeschnitten, da dann die Ankerplätze nicht nutzbar sind.<ref name="indah">Indahnesia: The Leti Islands. In: indahnesia.com, abgerufen am 22. Dezember 2012</ref>

Leti bildet den Distrikt (Kecamatan) Leti Moa Lakor (Regierungsbezirk Maluku Barat Daya, Provinz Maluku), der sich in sieben Desa aufteilt. Serwaru ist der Hauptort des Distrikts und der Insel.<ref name="indah" /> Er liegt im Desa Tutukey im Norden der Insel. Das Desa Tomra liegt westlich, Batumiau östlich von Tutukey. Tutuwaru (Tutuaru) und Luhulely liegen im Süden von Leti. Die Westspitze der Insel bildet das Desa Nuwewang und die Ostspitze Laitutun.<ref name="Karte" />

Geschichte

Datei:Offering tray with Ancestor Figure, Luhuleli, Leti, Indonesia, 1800s, wood - Rautenstrauch-Joest-Museum - DSC00268.jpg
Opfergestell mit Ahnenfigur aus Luhuleli
Datei:Kontrolle Insel Leti.jpg
Der Kontrolleur wird auf einer Sänfte getragen.
Datei:Prospekt Leti-Barchewitz 1752.jpg
Zeichnung der Landschaft, Einwohner und Tradition auf Leti

Auf Leti wurden Artefakte aus der Bronzezeit gefunden. Sie stammen aus der Dong-Son-Kultur etwa 800 v. Chr. bis 200 n. Chr.<ref>M. Junus Melalatoa: Ensiklopedi Suku Bangsa Di Indonesia. Sejarah Suku Leti. (online)</ref>

Ende des 17. Jahrhunderts errichtete die Niederländische Ostindien-Kompanie auf Leti einen Militärstützpunkt, der dem Gouverneur von Banda unterstand, ähnlich wie andere auf den Barat-Daya-Inseln. Auf Leti hatten drei Soldaten für Ruhe und Ordnung auf der Insel zu sorgen. Ferner musste der kommandierende Offizier den Kontakt der einheimischen Bevölkerung mit der Verwandtschaft im portugiesischen Osttimor unterbinden, den Anbau von Muskatnussbäumen auf Leti verbieten sowie Arbeitskräfte (Sklaven) und Bienenwachs für die Provinzverwaltung auf Banda besorgen.

Ernst Christoph Barchewitz war von 1714 bis 1720 als kommandierender Offizier der Niederländischen Ostindien-Kompanie auf Leti. Außer Flora und Fauna beschrieb Barchewitz ausführlich die Sitten und Gebräuche der Letinesen. Zu diesem Zeitpunkt war die Kopfjagd noch üblich, obwohl einige Letinesen damals bereits Christen waren.<ref>Jeanne Brunk-Tan: Ein Erfurter des 18. Jahrhunderts mit ostindischer Vergangenheit. Barchewitz als kommandierender Offizier auf den Vergessenen Inseln. In: Stadt und Geschichte, Zeitschrift für Erfurt. März 2016, No. 62. S. 12–14</ref>

Anfang des 18. Jahrhunderts gab es auf Leti sieben Ortschaften, die noch heute existieren. Über fünf Orte herrschten einheimische Ortsvorsteher, so genannte Orang Kaya (reicher Mensch). Serwaru unterstand keinem Orang Kaya, während Batumiau gemeinsam mit Laitutun von einem Orang Kaya beherrscht wurde.<ref>Ernst Christoph Barchewitz: Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 248</ref>

Batumiau und Luhulely wurden von holländerfreundlichen Einwanderern der Insel Luang gegründet. Die Dorfbewohner von Tutukey, Tomra und Nuwewang waren Freunde der Portugiesen, die die ersten Europäer auf Leti gewesen waren. Sie wurden mit Hilfe der Einwanderer aus Luang und Sermata durch die Niederländer von Leti vertrieben.<ref>Ernst Christoph Barchewitz: Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 257–259</ref>

Einwohner

Auf der Insel Leti leben 7.000 Menschen.<ref name="indah" /> Man spricht die austronesische Sprache Leti.

Das Geschlecht der Patumera (Orang Patumera) auf Leti, Moa und Luang waren Menschen vom legendären Roten Stein Batumerah (Indonesisch: Batu = Stein, merah = rot), deren Verstorbene auf der Insel Wegnau wohnen sollten.<ref>Ernst Christoph Barchewitz: Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 314–316</ref> Die linguistische Verwandtschaft mit der Bevölkerung von Batumerah auf der Insel Damar legt nahe, dass dieses Geschlecht von dort stammen könnte.<ref name="Chlenov">Svetlana F. Chlenova, Mikhail A. Chlenov: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />West Damar Language or Damar-Batumerah, an Isolate in South-Eastern Indonesia. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www-01.sil.org (PDF; 94 kB)</ref>

Bei außerehelichen Beziehungen waren Letinesen vor 300 Jahren recht tolerant. Das Fremdgehen wurde nicht hart bestraft, wenn es keine Schwangerschaft zur Folge hatte. Die Täter wurden mit Abgaben von Wertgegenständen (Teller, Sarong, Kuh, Schwein, Schaf und anderem) an den betrogenen Ehepartner belangt. Das Ausmaß war abhängig vom sozialen Status der Betroffenen. Zusätzlich mussten die Täter Bußgeld an den Ortsvorsteher und an die holländischen Verwalter entrichten.<ref>Ernst Christoph Barchewitz: Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Erfurt 1751, S. 254–257</ref>

Traditionell bestand mit den Fataluku aus dem osttimoresischen Tutuala eine enge Handelsbeziehung, die auch zu einem kulturellen Austausch führte. Osttimor liegt nur einen Segeltag von Leti entfernt. Eine Handelsware waren Batik-Sarongs. Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 ist der traditionelle Handel über die nationalen Grenzen allerdings zurückgegangen.<ref name="Palmer">Lisa Palmer, Demétrio do Amaral de Carvalho: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nation building and resource management: The politics of ‘nature’ in Timor Leste. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cultura.gov.tl (PDF; 343 kB) Abgerufen am 28. Dezember 2012</ref>

Literatur

  • Ernst Christoph Barchewitz: Ost-Indianische Reise-Beschreibung. Sein Eilff-jähriger Aufenthalt auf Java, Banda und den Südwester-Insullen, Glücks- und Unglücks-Fälle und seltsame Begebenheiten …, Chemnitz 1730, Liber II, Cap. X-XXXI, S. 206–492

Weblinks

Commons: Leti-Inseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />