John Gwynn
John Gwynn RA (* 1713 in Shrewsbury; † 28. Februar 1786 ebenda) war ein englischer Architekt und Bauingenieur, der im Jahr 1768 eines der Gründungsmitglieder der Royal Academy of Arts wurde. Er befürwortete eine stärkere Steuerung der Stadtplanung von London, für die er detaillierte Vorschläge machte. Seine Werke schließen die Magdalen Bridge und den überdachten Markt in Oxford ein, außerdem verschiedene Brücken über den Fluss Severn.
Leben
Gwynn wurde in Shrewsbury, Shropshire, in England geboren. Er arbeitete anfangs als Zimmermann, entschied sich dann aber, als weitgehend autodidaktischer Architekt und Stadtplaner zu arbeiten und zog nach London, wo er ein Freund von Samuel Johnson wurde.<ref name=npg>John Gwynn (1713–1786), Architect, Hrsg. National Portrait Gallery, aufgerufen am 14. Februar 2022</ref>
Im Jahr 1749, als Sir Christopher Wrens Zeichnungen verkauft wurden, erhielt Gwynn Wrens Plan für den Umbau der City of London und veröffentlichte ihn, wobei er einige eigene Kommentare hinzufügte.<ref name=summ1/> Siebzehn Jahre später, 1776, veröffentlichte er London and Westminster Improved, worin er die lockere Steuerung des Bauens im West End kritisierte, indem er sagte, „the finest part of town is left to ignorant and capricious persons“ („die beste Stadtlage wird ignoranten und kapriziösen Personen überlassen“), und forderte, dass die Stadtentwicklung durch einen Generalplan gesteuert werden sollte.<ref name=summ1>Summerson 1962, S. 121</ref> Er machte mehr als hundert Vorschläge für Verbesserungen für die Hauptstadt.<ref name="summ122"/> Diese beinhalteten den Neubau der London Bridge,<ref>Hodgson and Eaton 1905, S. 102</ref> den Bau einer „St. George’s Bridge“ an der Stelle, an der schließlich die Waterloo Bridge gebaut wurde, den „King's Square“ an der Stelle der Royal Mews<ref name=quart/> (an der späteren Stelle des Trafalgar Square), einen königlichen Palast im Hyde Park, eine Straße, die etwa der Trasse der späteren Regent Street von John Nash entsprach, und Kais entlang beider Seiten der Themse.<ref name=quart/> Die Quarterly Review notierte 1826, dass
„kein Teil seiner genialen Entwürfe angewandt wurde: die Veröffentlichung scheint zu der Zeit kein öffentliches Interesse erzeugt zu haben, und an Mr. Gwynn hat man seitdem so wenig gedacht, dass seine Entwürfe später wieder als originale Pläne hervorgebracht wurden.“<ref name=quart>The Quarterly Review, Architectural Improvements in London, S. 183/4, 1826, Ausgabe 36/67</ref>
Dennoch wurden Vorschläge ähnlich den seinen schlussendlich verwirklicht.<ref name=summ122/> Im 20. Jahrhundert schrieb John Summerson, dass „das Bewundernswerte an diesem Plan seine vollständige Realitätsnähe war“, sein einziger Fehler war der Glaube, dass das Wachstum Londons im Westen am Hyde Park und im Norden an der Marylebone Road aufgehalten werden könnte.<ref name=summ122>Summerson 1962, S. 122</ref>
Gwynn war eine Schlüsselfigur bei der Vorstellung des Building Act von 1774,<ref name=npg/> der die Standards bei Material und Ausführung verbesserte – Bedford Square war eine der ersten Gegenden von London, die davon profitierten.
1759 gab er erfolglos einen Entwurf im Wettbewerb für die neue Blackfriars Bridge ab. Samuel Johnson warb für ihn, indem er drei Briefe zu seiner Unterstützung an den Daily Gazeteer schickte,<ref name=anon/> aber die Pläne von Robert Mylne wurden bevorzugt.<ref name=npg/> Er war besonders beteiligt an Projekten in Oxford, einschließlich der Magdalen Bridge (1772–90), dem Workhouse der Stadt (1772–73) und dem Covered Market (1774), und mit Brücken über den Severn<ref name=npg/> einschließlich der „English Bridge“, in seiner Geburtsstadt Shrewsbury (1769),<ref>English Bridge At Sj 496 123. Historic England, abgerufen am 7. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und anderen in Atcham (1769–71)<ref>Atcham Bridge. Historic England, abgerufen am 7. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Worcester (1781).
Er war 1768 eines der Gründungsmitglieder der Royal Academy.<ref>Hodgson and Eaton 1905, S. 12</ref> Samuel Wale, der erste Professor für Perspektive an der Akademie, war zuerst sein Assistent.<ref>Hodgson and Eaton 1905, S. 65</ref>
Eine anonyme Publikation von 1742 mit dem Titel The Art of Architecture: A Poem In Imitation of Horace's Art of Poetry wird im Allgemeinen Gwynn zugeschrieben.<ref name=anon>William A. Gibson: The Art of Architecture, A Poem In Imitation of Horace's Art of Poetry, Introduction, Project Gutenberg online</ref>
Gwynn starb 1786 in Shrewsbury.
Literatur
- The Royal Academy and its Members 1768-1830, J.E. Hodgson, Frederick A. Eaton, London, Hrsg. John Murray, 1905
- Georgian London, John Summerson, Hrsg. Penguin Books, Harmondsworth, 1962, Erstausgabe 1945
Weblinks
- John Gwynn (1713–1786), Architect Portraits in the National Portrait Gallery, London, aufgerufen am 14. Februar 2022
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gwynn, John |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Architekt, Stadtplaner und Bauingenieur; Brückenbau |
| GEBURTSDATUM | 1713 |
| GEBURTSORT | Shrewsbury |
| STERBEDATUM | 28. Februar 1786 |
| STERBEORT | Shrewsbury |