Zum Inhalt springen

Wassergewehr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. August 2025 um 13:07 Uhr durch ~2025-46216-2 (Diskussion) (Wasserpistole).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:US Navy 041026-N-1825E-066 A technician assigned to Navy Explosive Ordnance Disposal Mobile Unit Eight (EODMU-8), Detachment Eighteen, carries his equipment into a training facility during a live exercise.jpg
Disruptor (links) mit Bombenentschärfer der US Navy
Datei:TEODor.jpg
Minenentschärfroboter tEODor der Bundeswehr beim Zerstören einer simulierten Sprengfalle mittels Wassergewehr

Als Wassergewehr (auch: Wasserkanone, engl. Disruptor) bezeichnet man ein Schussgerät, das Wasser mittels einer Treibladung unter hohem Druck auf ein Ziel schießt. Es wird auf kurze Entfernung gegen Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen („Kofferbomben“) und in dem Zusammenhang gegen verdächtige Gegenstände eingesetzt, indem es deren Hülle und die darin verborgene Sprengvorrichtung zerstört. Es handelt sich dabei nicht um ein Gewehr im eigentlichen Sinne, da es nicht als Handfeuerwaffe abgefeuert wird, sondern als Werkzeug fest an ein Gestell/Stativ oder an einen Entschärfungsmanipulator montiert ist.

Das Gerät besteht typischerweise aus zwei Wassertanks mit einer dazwischen liegenden Treibladung. Oft ist dies eine Kartusche, wie sie auch in schweren Maschinengewehren verwendet wird. Der dem Ziel zugewandte Wassertank mündet in einen Lauf, während der hintere Tank mit der gleichen Menge Wasser, üblich sind weniger als 500 ml, gefüllt ist. Der Ausstoß aus dem hinteren Tank, auch als Kompensator bezeichnet, macht das Gerät beim Abschuss rückstoßfrei.<ref name="Unternehmen">Produktbeschreibungen auf einer Unternehmenswebsite, Schusssysteme + Zubehör | von Countermeasure Systems Ltd, abgerufen am 11. Dezember 2012</ref><ref name="marine-portraits.de">Aufspüren und Sprengung einer asymmetrischen Bedrohung auf: marine-portraits.de, abgerufen am 11. Dezember 2012</ref><ref name="ARD"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wie entschärft man eine Kofferbombe? (Memento vom 8. März 2009 im Internet Archive) in: ARD-Kopfball, Sendung vom 21. Dezember 2008</ref>

Datei:K-9 explosive dog.jpg
Wassergewehr auf einem Entschärfungsmanipulator, daneben ein Sprengstoffspürhund

Das Gerät wird je nach Einsatzlage von einem menschlichen Bombenentschärfer oder von einem Roboter an den Zielgegenstand gebracht, wobei der Lauf bis auf wenige Zentimeter herangeführt wird. Durch die ferngesteuerte Zündung der Treibladung trifft das Wasser mit hohem Druck, genannt werden beispielsweise 1500 Bar<ref name="ARD"/>, auf das Ziel und sprengt dabei selbst feste Hüllen auf. Angestrebt ist die sofortige Zerstörung aller mechanischen und elektrischen Bauteile des Sprengkörpers<ref name="ARD"/> sowie die Auflösung der Sprengladung in kleine Teile.<ref name="marine-portraits.de"/>

Wassergewehre werden von zivilen Sicherheitsbehörden und von militärischen Einheiten zur Bombenentschärfung eingesetzt.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />