Zum Inhalt springen

Julius Reubke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. November 2024 um 10:42 Uhr durch imported>Double Croche.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Julius Reubke.jpg
Julius Reubke
Datei:Julius Reubke Gedenkstein Hosterwitz SJ Eda 4 Mai 2020 P1150345.jpg
Gedenktafel zu Ehren von Julius Reubke auf dem Kirchhof in Hosterwitz.

Julius Reubke (* 23. März 1834 in Hausneindorf bei Quedlinburg; † 3. Juni 1858 in Pillnitz bei Dresden) war ein deutscher Pianist, Organist und Komponist.

Leben

Julius Reubke war ein Sohn des Orgelbauers Adolf Reubke. 1856 kam er nach Weimar und wurde dort Schüler von Franz Liszt. Neben einigen kleineren Werken schrieb er zwei groß angelegte Sonaten: Die Klaviersonate in b-Moll und die Orgelsonate „Der 94. Psalm“ in c-Moll. Die Orgelsonate kann man als großangelegte symphonische Dichtung auffassen. Sie ist in einer düsteren und unruhigen Stimmung gehalten. Die Sonate, die manche technische Schwierigkeiten aufweist, gehört zum Standardrepertoire der Konzertorganisten. Hermann Keller bewertete sie als die bedeutendste Orgelkomposition des 19. Jahrhunderts und stellte sie sogar explizit höher als die Werke César Francks.<ref>Hermann Keller: Die Orgelwerke Bachs. Edition Peters, Leipzig, o. J., S. 215.</ref>

Reubkes harmonische Sprache ist mit ihren Modulationen und Vorhalten teilweise sehr kühn, beispielsweise die Dissonanzen im Finalsatz der Klaviersonate.<ref>Klaviersonate auf YouTube</ref>

Als sich Reubke Ende 1857 mit Tuberkulose infizierte, entschloss er sich, im damaligen Kurort Pillnitz (heute Stadtteil von Dresden) Heilung zu suchen. Die auch dort praktizierte „Therapie“ einer „Luftkur“ brachte allerdings keine Genesung, so dass Reubke schon nach wenigen Monaten 1858 in Pillnitz verstarb. Nicht ausgeschlossen werden kann sein Selbstmord, nachdem die Symptome der damals „Schwindsucht“ genannten Krankheit unerträglich geworden waren. Er wurde auf dem Hosterwitzer Friedhof beerdigt. Sein Grab ist aber nicht erhalten. Am 31. Juli 2015 wurde von der Gesellschaft der Orgelfreunde an der Außenwand der Kirche „Maria am Wasser“ in Hosterwitz eine Gedenktafel (Ole Göttsche) angebracht.

Kompositionen

Orgel

Klavier

  • Mazurka (E-Dur, 1856)
  • Scherzo (d-Moll, 1856)
  • Sonate (b-Moll, 1857)

Literatur

  • Marion Brück: Reubke, Friedrich Julius. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Michael Gailit: Julius Reubke (1834–1858): Leben und Werk. Gunter Lade, Langen bei Bregenz 1995.
  • Jürgen Banholzer: Harmonik, Form, poetischer Inhalt: Untersuchungen zu Sonaten der Liszt-Schüler Reubke, Draeseke und Viole (Schriften zur Musikwissenschaft). Dissertation. Are-Musik-Verlag, Mainz 2013.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Vorlage:Hinweisbaustein