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Thomas Kuban

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Thomas Kuban ist das Pseudonym eines deutschen Journalisten und Sachbuchautors, der vor allem durch Film- und Buchveröffentlichungen über seine langjährigen Recherchen in der rechtsextremen Musikszene Deutschlands und Europas bekannt wurde.

Leben

„Thomas Kuban“, der zu seinem eigenen Schutz nur unter diesem Pseudonym auftritt, hatte sich seit Mitte der 1990er-Jahre als freiberuflicher Journalist auf Undercover-Recherchen spezialisiert. Nähere Angaben zu seiner Person sind nicht bekannt. Bei öffentlichen Auftritten bediente Kuban sich aus Sicherheitsgründen stets einer Verkleidung mit „senfgelber Jacke, blonder Perücke, Bart und Sonnenbrille“, um unerkannt zu bleiben.<ref name="Campus"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angaben zu Thomas Kuban (Memento vom 21. Januar 2013 im Internet Archive). Auf: Website des Campus-Verlags. Abgerufen am 10. Dezember 2012.</ref><ref name="taz-17-02-2012">Ulrich Gutmair: Berlinale-Film über Nazi-Rockkonzerte. Hass auf die Republik. In: taz vom 17. Februar 2012. Abgerufen 10. Dezember 2012.</ref>

Seit Anfang der 2000er-Jahre arbeitete Kuban bei seinen Recherchen mit einer verdeckten Filmkamera in Form einer digitalen Miniaturkamera, die als „Knopflochkamera“ unter seiner Kleidung versteckt ist. Seine Filmbeiträge erschienen in verschiedenen Fernsehmagazinen in Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz, darunter Spiegel TV und stern TV. Außerdem schrieb er Reportagen für die Süddeutsche Zeitung, das Nachrichtenmagazin Der Spiegel und andere Medien.<ref name="Campus" />

Kuban recherchierte seit Mitte der 1990er-Jahre bis 2011 in der rechtsextremen Musikszene und besuchte dazu zahlreiche Rechtsrock-Konzerte in Deutschland und im europäischen Ausland. Seit etwa 2003 filmte er dabei heimlich „Nazi-Rockkonzerte“, die in einem konspirativen Milieu von Neonazis veranstaltet wurden. Viele solcher Konzerte wurden durch das verbotene Netzwerk Blood and Honour, Division 28, aber auch von der NPD und deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten organisiert. In der Regel kam es bei den Konzerten zu Straftaten, meist in Form von Volksverhetzung.<ref name="taz-17-02-2012" /><ref>Video aspekte: Peter Ohlendorf – „Blut muss fließen“ (18. Februar 2012) in der ZDFmediathekVorlage:Abrufdatum (offline)</ref>

Öffentliche Wahrnehmung

Thomas Kuban trat im Oktober 2012 als Experte in der ARD-Fernsehsendung Günther Jauch auf. Dort kritisierte er u. a. das Verhalten der Polizei gegenüber der rechtsradikalen Musikszene und trug Vorwürfe gegen die Band Frei.Wild vor, die von zahlreichen überregionalen Medien aufgegriffen wurden.<ref name="SPON-863923">Mathias Zschaler: Manchmal ist es besser zu schweigen. In: Spiegel Online. 29. Oktober 2012, abgerufen am 29. November 2014.</ref><ref name="welt-110338351">Ralf Dargent: Das Eigenlob des leidenschaftslosen Friedrich. In: welt.de. 29. Oktober 2012, abgerufen am 29. November 2014.</ref><ref>Frank Lübberding: Blick vorbei am Abgrund. In: FAZ.net. 29. Oktober 2012, abgerufen am 28. Januar 2024.</ref>

Der Film Blut muss fließen von 2012, der sich mit Kubans Recherchen in der rechtsradikalen Musikszene befasst und eine Auswahl seiner investigativen Filmaufnahmen enthält, erhielt eine große mediale Aufmerksamkeit. Kubans gleichnamiges 2012 erschienenes Buch wurde in zahlreichen regionalen und überregionalen Medien besprochen oder rezensiert.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.br.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref>Video Thomas Kuban zu „Blut muss fließen“ in der ZDFmediathekVorlage:Abrufdatum (offline)</ref><ref>http://swrmediathek.de/player.htm?show=f945be90-3256-11e2-adc1-0026b975f2e6</ref><ref>http://www.freitag.de/buch-der-woche/blut-muss-fliessen</ref><ref>https://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/165859/index.html</ref>

Des Weiteren wurde die Recherche-Arbeit Kubans in einem umfangreichen Bericht im Magazin Der Spiegel gewürdigt.<ref name="spiegel-88963877">Christoph Scheuermann: Detektiv im braunen Milieu. In: Der Spiegel. Nr. 41, 2012, S. 40 f. (online8. Oktober 2012).</ref> Auch in anderen überregionalen Medien wird Kuban zitiert oder seine Arbeit beschrieben.<ref name="welt-13878712">Michael Pilz: Was sich in einer Pilotenbrille spiegelt. In: welt.de. 21. Februar 2012, abgerufen am 29. November 2014.</ref> Kuban selbst veröffentlichte mehrere Beiträge über seine Recherchen, die unter anderem im Spiegel<ref>beispielsweise Thomas Kuban, Christoph Scheuermann, Andreas Ulrich: Nazis in Rockerkutten. In: Der Spiegel. Nr. 31, 2012, S. 112 f. (online30. Juli 2012).</ref> und der Süddeutschen Zeitung<ref>Heute in den Feuilletons vom 19.11.2011. In: perlentaucher.de. 19. November 2011, abgerufen am 16. März 2024.</ref> veröffentlicht wurden. Zudem schrieb Kuban beispielsweise für Onlinefachportale wie Endstation Rechts<ref>Alles nur Fassade? Oder: Wie „rechts“ sind Frei.Wild wirklich?</ref> oder der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.bpb.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>

Bereits 2009 ist ein Interview mit Kuban auf der Homepage der bpb dokumentiert.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.bpb.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Das von Kuban bereitgestellte Material fand unter anderem in folgenden Fernsehsendungen Verwendung: Spiegel TV, stern tv, Report Mainz, Report München, Kontraste und Panorama. Auch ausländische Fernsehstationen strahlten von Kuban recherchiertes Material aus.<ref>„Thomas Kuban: Undercover in der rechten Szene“ auf DokZentrum ansTageslicht.de</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.swr.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>

Unterbrechung der Undercover-Recherchen

In einem Gespräch mit Angelika Fey von Deutschlandradio Wissen, das im März 2016 gesendet wurde, verwies Kuban auf Albträume, die eine Folge des jahrelangen Doppellebens gewesen seien und gab bekannt, dass er nicht mehr undercover berichten wolle. Zudem gab Kuban an, „den Medienmarkt falsch eingeschätzt“ zu haben.<ref>Kuban im Interview mit Deutschlandradio Wissen</ref>

Im Herbst 2018 gab er als Reaktion auf einen Boom in der rechtsextremen Konzertszene bekannt, seine Undercover-Recherchen erneut aufzunehmen.<ref>Interview mit Thomas Kuban | FilmFaktum. In: FilmFaktum. 27. September 2018 (filmfaktum.de [abgerufen am 3. November 2018]).</ref> Nachdem seine Aufnahmen eines Konzerts in Kirchheim im Ilm-Kreis in einer Sendung des MDR verwendet worden waren, wurde gegen die Verantwortlichen und Teilnehmenden Anzeige erstattet.<ref>mdr.de: Anzeigen nach Videobeweis: Staatsanwaltschaft ermitteli nach MDR-Doku „Rechtsrockland“ | MDR.DE. (mdr.de [abgerufen am 3. November 2018]).</ref>

Auszeichnungen

Werke

Film

Sachbuch

  • Blut muss fließen. Undercover unter Nazis. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-593-39802-0.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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