Mischa Cheung
Mischa Cheung (* 16. Juli 1984 in Liestal, Schweiz) ist ein Pianist. Er ist seit 2007 Mitglied der „Vierflügelformation“ Gershwin Piano Quartet<ref>Mischa Cheung. In: Website des Gershwin Piano Quartet. Abgerufen am 17. Dezember 2012.</ref> und seit 2014 Solist bei den Symphonic Game Music Concerts.<ref>Mischa Cheung. In: Spielekonzerte. Merregnon Studios, abgerufen am 19. April 2019.</ref> Außerdem ist er seit 2022 Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste.<ref>ZHdK-Zürcher Hochschule der Künste: Mischa Cheung | ZHdK.ch. Abgerufen am 1. August 2023.</ref>
Biografie
Mischa Cheung stammt aus einer schweizerisch-chinesischen Musikerfamilie in Tenniken im Schweizer Kanton Basel-Landschaft. Sein Vater war aus Hong Kong nach Deutschland ausgewandert, um dort Klavier zu studieren, seine Mutter stammt aus Basel. Mischa hat zwei ältere Geschwister, Christopher (* 1970)<ref>Dozenten und Assistenten. In: Website des Klavier-Institut Frédéric Chopin in Zürich. Abgerufen am 21. Dezember 2012 (zweitunterste Biografie).</ref> und Katja (* 1972)<ref>Katja Cheung Bihler. In: Website der Augsburger KlavierAkademie PianoArt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. April 2012; abgerufen am 21. Dezember 2012.</ref>, die ebenfalls Pianisten geworden sind. Geboren in Liestal, wuchs Mischa in Tenniken auf und besuchte dort die Primarschule, dann in Sissach das Progymnasium und schließlich in Liestal das Gymnasium. Nach seiner Matur ging er nach Zürich, wo er noch heute lebt, und studierte Klavier bei Konstantin Scherbakov an der Zürcher Hochschule der Künste, der ihn schon während seiner Gymnasialzeit als Jungstudent unterrichtet hatte. 2009 legte Mischa Cheung dort sein Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Noch im selben Jahr wurde er Assistent in der Meisterklasse von Konstantin Scherbakov. 2011 erwarb er den „Master of Arts in Specialized Music Performance“. Im ersten Halbjahr 2012 vertrat er André Desponds an der Zürcher Hochschule der Künste als Dozent für Klavierimprovisation, 2016 leitete er Scherbakovs Meisterklasse während dessen Urlaubssemester. 2022 wurde er von der Zürcher Hochschule der Künste zum Dozenten berufen.<ref>Biography. Abgerufen am 1. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Klavier spielen lernte Mischa Cheung schon im Alter von drei Jahren zuhause von seinem Vater, wobei ihm seine älteren Geschwister ein Vorbild waren. Nach mehreren kleineren Konzerten gab Mischa im Alter von 12 Jahren sein erstes abendfüllendes Solokonzert (Rezital) in Sissach, mit 16 Jahren vertrat er die Schweiz beim Steinway-Festival in der Musikhalle Hamburg. Als Preisträger des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs durfte er im November 2003, also kurz vor seiner mündlichen Reifeprüfung, auf eine Konzertreise nach Andalusien gehen, bei der er in 9 Tagen 8 Rezitale gab. Dieser Einblick in das Leben eines konzerttätigen Pianisten hat ihn weiter in seiner Absicht bekräftigt, die berufliche Laufbahn eines Pianisten einzuschlagen. Während seines Studiums trat er als Solist mit verschiedenen Orchestern auf, darunter das Sinfonieorchester Nota Bene<ref>Mischa Cheung, Pianist. In: Website des Sinfonieorchesters Nota Bene. 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Mai 2011; abgerufen am 19. Dezember 2012.</ref>, das Sinfonieorchester TiFiCo, das Collegium Musicum Basel und die Junge Münchner Philharmonie.
Seit 2007 ist Mischa Cheung Mitglied des Gershwin Piano Quartet, das Werke von George Gershwin und anderen Komponisten im Arrangement für vier Konzertflügel aufführt. Mit dem Quartett unternahm er Konzertreisen in verschiedene europäische und außereuropäische Länder, z. B. nach China, Brasilien und in den Nahen Osten. Von 2011 bis 2015 war er Pianist bei der „klassischen Band“ Spark, die 2011 mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet worden war. Seit 2014 tritt er als Solist bei der von Thomas Böcker produzierten Game-Concerts-Reihe auf. Fast jedes der verschiedenen Konzertprogramme dieser Reihe beinhaltet ein Solo-Konzert für Klavier und Orchester, von denen Mischa Cheung mittlerweile alle aufgeführt hat. Im Rahmen dieser Konzerte hat er auch die Solo-Klavierstücke „Suteki da ne“ (2014) und „You are not Alone“ (2016) des japanischen Komponisten Nobuo Uematsu in einem Arrangement von Roger Wanamo uraufgeführt. Im Rahmen dieser Reihe trat Mischa Cheung unter anderem in Deutschland, Frankreich, England, Finnland, Holland, Hong Kong und Japan auf.
Mischa Cheung tritt auch sonst als Solist und in anderen Formationen auf, zum Beispiel Duo mit Violine, Duo mit Querflöte, Klavier-Duo. Durch den klassischen Solistenwerdegang und die Auftritte mit Solorezitalen und als Solist mit Orchestern steht für ihn die klassische Musik im Vordergrund, Chopin und Rachmaninow zählen zu seinen Lieblingskomponisten. Schon früh hat er aber auch ein Interesse an anderen Stilen gezeigt und eine Leidenschaft für Jazz und Improvisation entwickelt. Seine derzeitigen Engagements beim Gershwin Piano Quartet, bei den Spielekonzerten und im klassischen Solospiel entsprechen seinen verschiedenen Interessen und bieten ihm Abwechslung zwischen den verschiedenen Stilen. Insgesamt gibt er mit all seinen Projekten zusammen etwa 80–90 Konzerte im Jahr, überwiegend in der Schweiz und in Deutschland.
Diskografie
mit dem Gershwin Piano Quartet:
- 2010: be.four (ZHdK Records, CD & DVD)<ref>Gershwin Piano Quartet - be.four. In: Website von ZHdK Records. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Februar 2013; abgerufen am 18. Dezember 2012.</ref>
- 2012: Edition Klavier-Festival Ruhr Volume 29 (darin drei Musikstücke)<ref>Edition Klavier-Festival Ruhr Volume 29. In: Website des Klavier-Festivals. Abgerufen am 8. Dezember 2012.</ref>
- 2018: Transatlantiques (Sony)
mit Spark:
- 2012: Folk Tunes (Deutsche Grammophon/Universal)<ref>Folk Tunes. In: Website der Universal Music Group. Abgerufen am 20. Dezember 2012.</ref>
- 2012: New Directions In Classical Music (Sampler von Deutsche Grammophon/Universal mit 2 Stücken von Spark)<ref>New Directions In Classical Music. In: musik-sammler.de. Abgerufen am 15. Januar 2013.</ref>
- 2012: Eine Klassik für sich – Die besten Alben 2012 (Sampler von Deutsche Grammophon/Universa/Decca, Jahresrückblick mit 1 Stück aus Folk Tunes)<ref>Eine Klassik für Sich 2012. In: Website der Universal Music Group. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Februar 2013; abgerufen am 15. Januar 2013.</ref>
- 2015: Wild Territories (Berlin Classics)<ref>Wild Territories. In: Website der Edel AG. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 16. Oktober 2015.</ref>
weitere:
- 2016: Turrican – Orchestral Selections (mit dem Norrköping Symphony Orchestra)<ref>Turrican - Orchestral Selections. In: VGMdb. Abgerufen am 19. April 2019.</ref>
- 2019: Gulda, Prokofiev & Poulenc - Orchestral Works (Solo Musica)<ref>Solo Musica: Giraud Ensemble Chamber Orchestra - Gulda Prokofiev Poulenc. In: Solo Musica. 24. Oktober 2019, abgerufen am 1. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2023: Final Symphony II - Music from Final Fantasy V, VIII, IX and XIII (Merregnon Records)<ref>Final Symphony II - music from Final Fantasy V, VIII, IX and XIII - VGMdb. Abgerufen am 1. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2001: Erster Preis am Klavierwettbewerb der Musik-Akademie Basel
- 2002: Erster Preis und Ehrenpreis am Laupersdorfer Musikwettbewerb
- 2003: Erster Preis mit Auszeichnung am Finale des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs
- 2005: Preis der Friedl Wald Stiftung
- 2010: Zweiter Preis beim 29. Concours Prix Géraldine Whitaker (Klaviertrio mit dem Violinisten Jakub Dzialak und der Violinistin Anna Savytska)
- 2010: Solisten- und Publikumspreis der Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung<ref>Gewinner Solisten ab 1995. In: Website der Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Oktober 2013; abgerufen am 17. Dezember 2012.</ref>
- 2011: Kulturpreis der Basellandschaftlichen Kantonalbank
- 2012: Dritter Preis beim Internationalen Prokofjew-Wettbewerb der IBLA Foundation, New York, in Ragusa Ibla (Klavier-Duo mit Yulia Miloslavskaya)
- 2013: Erster Preis beim Allround Piano Contest der Nico Kaufmann Stiftung<ref>Stiftung Nico Kaufmann vergibt Stipendium 2013 an Mischa Cheung. In: Website der Stadt Zürich Präsidialdepartement. Abgerufen am 29. Mai 2013.</ref>
- 2019: Spartenpreis Musik Kanton Basel-Landschaft<ref>Verleihung der Kulturpreise des Kantons Basel-Landschaft 2018. In: baselland.ch. Landeskanzlei Kanton Basel-Landschaft, 16. Mai 2018, abgerufen am 30. Juni 2019.</ref>
Literatur
- Wie aus dem Handgelenk geschüttelt. In: Der Landbote. Winterthur 21. Juli 2008.
- Ich fühle mich sehr schweizerisch. Pianist und Meisterschüler Mischa Cheung (24). In: Migros-Magazin. 11. August 2008.
- Die Leidenschaft zum Beruf gemacht. Mischa Cheung, Pianist mit grossen Ambitionen. In: Volksstimme. Sissach 3. April 2009.
- Andrea Masek: Hart arbeiten und sich treiben lassen. Der Baselbieter Pianist Mischa Cheung will weltweit auftreten – und schafft es bereits. In: Basellandschaftliche Zeitung. 18. Januar 2011, S. 22.
Weblinks
- Mischa Cheung auf der Website der Zürcher Hochschule der Künste
- Mischa Cheung auf der Website des Gershwin Piano Quartet
- Mischa Cheung auf der Website der Game Concerts
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cheung, Mischa |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Pianist |
| GEBURTSDATUM | 16. Juli 1984 |
| GEBURTSORT | Liestal |