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Delicatessen (Film)

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Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1991
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe

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Stab
Regie
Drehbuch
Produktion Claudie Ossard
Musik Carlos D’Alessio
Kamera Darius Khondji
Schnitt Hervé Schneid
Besetzung

Delicatessen ist ein französischer Spielfilm von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro aus dem Jahr 1991. Der Film ist das Spielfilmdebüt der beiden Regisseure und weist bereits zahlreiche Stilelemente und Motive der späteren Erfolgsfilme Die Stadt der verlorenen Kinder und Die fabelhafte Welt der Amélie auf.

Handlung

Die skurrile Handlung spielt in einer düsteren Stadtruine an einem nicht näher bestimmten dystopischen Ort und zu einer unbestimmten Zeit. Mode, Frisur und Einrichtung sind an den Stil der 1940er Jahre angelehnt. Es gibt kaum noch Fleisch oder andere Lebensmittel. Daher konnte sich ein Fleischer mörderischen Wohlstand erarbeiten: Regelmäßig stellt er neue Hausmeister ein, um sie bereits nach wenigen Tagen zu schlachten und portionsweise an die hungernden Hausbewohner – gegen Mais, die offizielle Geldwährung – zu verkaufen. Als neuestes Opfer ist Louison auserkoren, ein ehemaliger Clown, der zwar wenig Fleisch auf den Rippen hat, sich mit handwerklichem Geschick aber recht gut einlebt. Als Julie, die Tochter des Fleischers, sich jedoch in Louison verliebt, beginnt die Sache aus dem Ruder zu laufen.

Die groteske Rahmenhandlung (Kannibalismus) und eine bizarre Kulisse bieten allerlei verschrobenen und komischen Charakteren ihren Spielplatz – jeder von ihnen greift auf seine Weise, ohne es zu wollen, in den Handlungsstrang ein. Da ist eine lebensmüde Bürgerliche, die Tag für Tag vergeblich aufs Neue versucht, mittels einer kreativ konstruierten Rube-Goldberg-Vorrichtung ihrem Leben ein Ende zu bereiten, nur weil sie seltsame Stimmen hört – die ihr, wie sich später herausstellt, über ein Wasserrohr von einem übelwollenden Mitbewohner zugeflüstert werden. Oder aber ein alter Frosch- und Schneckenliebhaber, der es sich in einem feuchten Verlies mit seinen kleinen Freunden gemütlich gemacht hat. Da ist ein Briefträger, der die Tochter des Fleischers begehrt, oder eine Großmutter, die endlos an einem Pullover strickt, der am anderen Ende gleich wieder auf die Wollspindel aufgewickelt wird. Und nicht zuletzt eine Gruppe tollpatschiger Untergrundrebellen, die Troglodisten, die wegen der Dunkelheit in der Kanalisation wie Minenarbeiter mit Helmlampen herumlaufen.

Vorspann

Der Film hat eine originelle Namensnennung: Während Namen und Funktion genannt werden, zeigt die Kamera Gegenstände und Arbeitsmittel des Bereichs, beispielsweise Schneiderwerkzeug und ein Kleidungsstück bei „Kostüme“, einen Zollstock bei „Dekoration“ oder eine zerbrochene Schallplatte bei „Musik“.

Auszeichnungen

Delicatessen wurde mit vier Césars für Drehbuch, Schnitt und Szenenbild sowie für den besten Erstlingsfilm ausgezeichnet.

Kritiken

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="rotten tomatoes">Delicatessen. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
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Die „makabre Ausgangsidee“ wird vom Lexikon des internationalen Films als „eine marode Welt, in der alle zivilisatorischen Werte hintangestellt sind“ beschrieben. Diese Grundkonzeption fächere „sich in zahlreiche Episoden voller ausufernder Einfälle zwischen Surrealismus, Slapstick und Comic Strip auf“. „[F]aszinierend und sehenswert“ sei der Film „vor allem dann, wenn sich die Fabel zugunsten von Bewegungen, Tönen, Farben und Ideen in einem eigenwilligen Erzählrhythmus auflöst“.<ref>Delicatessen. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 12. Juli 2024.</ref>

Neben den im Lexikon des internationalen Films bereits angeführten Facetten erwähnt Horst Peter Koll in seiner Rezension für den Filmdienst ausdrücklich die Kameraführung: Wenn sich die Kamera durch die Gänge, Räume und Winkel des Hauses schlängele, sei es, als spioniere sie, als stelle sie Zusammenhänge her, als verknüpfe sie die Episoden zu einer bunt schillernden „Seifenblase“. Suche man hinter der „ausgelassenen Fabulierkunst“ eine Botschaft, würde man den Film missverstehen, findet Koll.<ref>Horst Peter Koll: Delicatessen. In: filmdienst.de. 26. November 2008, abgerufen am 21. Februar 2026.</ref>

Die Filmzeitschrift Cinema charakterisierte den Film als „[M]akabre Kult-Komödie über Kannibalismus, Kondome, Kurzsichtigkeit und die Liebe“ und resümiert: „Selten gezeigte Skurrilität im eigenen Stil.“<ref>Delicatessen. In: cinema. Abgerufen am 4. Januar 2023.</ref>

Der Spiegel bezeichnete den Film als „schwarze Messe des Humors – gruselig, grotesk, lästerlich. Und grandios.“ Darin werde Kitsch zur makabren Komik und ein Suizidversuch zur vertrackten Angelegenheit.<ref>Abgründe des Absurden. In: Der Spiegel. Nr. 15/1992, 5. April 1992, Film, S. 251.</ref>

Im Stern schrieb Christine Kruttschnitt, das in „verdammt finstere[n] Zeiten“ angesiedelte „surrealistische Märchen“ sei „so sorgfältig inszeniert, so liebevoll ausgestattet und von so unerbittlicher, dämonischer Logik, daß moralisches Sodbrennen ganz schnell in Genuß“ umschlage. Es zeichne sich durch das „bizarre Ambiente und den noch bizarreren Humor“ aus.<ref>Christine Kruttschnitt: Das große Fressen. In „Delicatessen“ von Marc Caro und Jean-Pierre Jeunet werden Menschen verwurstet. In: Stern. Nr. 16/1992, 9. April 1992, Kino.TV, S. 15 der Beilage „Stern-TV“.</ref>

Die Zeitschrift Brigitte meinte, über die „rücksichtslos“ „makabere Komödie“, in der die Kamera „wie im Delirium durch schaurig-schöne Kulissen“ jage, könne man „schallend lachen“.<ref>Nichts für den Feinschmecker. In: Brigitte. Nr. 8/92, 1. April 1992, S. 176.</ref>

Hintergrund

Die Idee zu dem Film kam dem Regisseur Jean-Pierre Jeunet, als er mit seiner damaligen Verlobten über einer Metzgerei wohnte. Täglich in den Morgenstunden hörte Jeunet die Hackgeräusche des arbeitenden Fleischers unten in der Metzgerei. Wegen des störenden Arbeitslärms aus der Metzgerei zog das Paar einen Umzug in Betracht. Zum Scherz mutmaßte Jeunets Verlobte, dass der Fleischer womöglich die Mieter oben im siebten Stockwerk zerhacke, aus ihnen Wurst fabriziere und sich allmählich Stockwerk für Stockwerk nach unten arbeite, bis es schließlich ihr und Jeunet an den Kragen gehe. Dieser makabre Witz inspirierte den Filmemacher zu seinem Film Delicatessen.<ref>Audiokommentar von Regisseur Jean-Pierre Jeunet, enthalten im Bonusmaterial der bluRay Delicatessen in der Reihe "Blu Cinemathek", 2011, Arthaus Filmvertrieb + Studiocanal GmbH, Berlin + Kultur Spiegel</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Delicatessen | Die Stadt der verlorenen Kinder | Alien – Die Wiedergeburt | Die fabelhafte Welt der Amélie | Mathilde – Eine große Liebe | Micmacs – Uns gehört Paris! | Die Karte meiner Träume | Bigbug Vorlage:Klappleiste/Ende

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