Zum Inhalt springen

Steinhummel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. März 2026 um 05:13 Uhr durch imported>DybrarH (Copy-edit).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Steinhummel
Datei:Bombus (Melanobombus) lapidarius - Large red-tailed bumblebee (female) - Flickr - S. Rae (2).jpg

Steinhummel

Systematik
Überfamilie: Apoidea
ohne Rang: Bienen (Apiformes)
Familie: Echte Bienen (Apidae)
Unterfamilie: Apinae
Gattung: Hummeln (Bombus)
Art: Steinhummel
Wissenschaftlicher Name
Bombus lapidarius
(Linnaeus, 1758)

Die Steinhummel (Bombus lapidarius) ist eine Art der Hummeln (Bombus) – 2005 war sie in Deutschland und Österreich das Insekt des Jahres.<ref name="Westrich" />

Merkmale

Datei:Bombus lapidarius queen - Echium vulgare - Keila.jpg
Königin
Datei:Steinhummel.jpg
Arbeiterin

Steinhummeln erreichen eine Körperlänge von 12 bis 16 Millimetern (Arbeiterin), 14 bis 16 Millimetern (Drohne) bzw. 20 bis 22 Millimetern (Königin). Sie sind größtenteils schwarz, das Ende des Hinterleibs ist orangerot/braunrot. Die Königinnen haben an Tergit 6 eine kreisrunde haarlose Erhebung. Männliche Steinhummeln haben eine gelbe Binde auf der Brust. Ihre Nester legen sie öfter unter Steinhaufen oder Mauern an, worauf sich der Name bezieht. Sie können sich jedoch auch in Mäusenestern, im Stroh von Ställen oder in verlassenen Vogelnestern befinden. Ein durchschnittlicher Staat besteht aus etwa 100 bis 300 Arbeiterinnen. Steinhummeln bevorzugen den Nektar von verschiedenen Kleearten und Taubnesseln.<ref>J. F. Gokcezade, B.-A. Gereben-Krenn, J. Neumayer, H. W. Krenn: Feldbestimmungsschlüssel für die Hummeln Österreichs, Deutschlands und der Schweiz. S. 30.</ref>

Lebensweise

Datei:Bombus lapidarius (male) - Centaurea scabiosa - Keila.jpg
Drohne

Ihre Flugzeit beginnt im März und endet im Oktober. Sie bevorzugt offenes Gelände wie Gärten, Wiesen und Waldränder.<ref>Heiko Bellmann: Bienen, Wespen, Ameisen. S. 313.</ref> Die Jungkönigin legt das Nest ab März in lockeren Steinhaufen, Hohlräumen von Mauern, in lockerem Boden, in Kleinsäugerbauten, Vogelnestern und Vogelnistkästen, Felsspalten, Schuppen und Dachböden an. Ab April erscheinen die Arbeiterinnen der Steinhummel, ab Juli die Jungköniginnen und Drohnen.<ref>Eberhard von Hagen, Ambros Aichhorn: Hummeln. Bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen. 6. Auflage. Fauna Verlag, Notulln 2014, ISBN 978-3-935980-32-6, S. 244.</ref>

Die Tiere umgeben ihre Brutzellen mit vorgefundenem Nistmaterial und überdecken das ganze Nest mit einer dünnen Wachskuppel.<ref>Heiko Bellmann, Xaver Finkenzeller, Helmut Grünert, Renate Grünert, Uwe Hartmann, Klaus Janke, Bruno P. Kremer, Anne Puchta, Klaus Richarz: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer. S. 318.</ref> Sie sind Pollenstorer, lagern den gesammelten Pollen also in alten Brutzellen. Steinhummeln wurden auf 248 verschiedenen Pflanzenarten festgestellt.<ref>Wilfried Stichmann: Der große Kosmos Naturführer - Tiere und Pflanzen. S. 390.</ref> Ihre Völker erreichen ein Größe bis zu 300 Tieren. Sie ist in Europa bis zum Polarkreis verbreitet und in den Alpen bis zu einer Höhe von 2000 m.<ref>Michael Lohmann: Käfer, Libellen und andere Insekten. S. 164.</ref>

Schutz

In Mitteleuropa gehört die Steinhummel zwar zu den häufigsten und bekanntesten Hummelarten, es gibt allerdings einige seltenere Arten, wie beispielsweise die Grashummel, die ihr im Aussehen ähneln.

Literatur

  • Horst Leisering, Michael Lohmann: Großer Naturführer in Farbe. Compact Verlag, München 1998, ISBN 3-8174-5229-2.
  • Eberhard von Hagen, Ambros Aichhorn: Hummeln. bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen. Fauna Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-935980-28-0.
  • Heiko Bellmann: Bienen, Wespen, Ameisen. 2. Auflage. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09690-4, S. 313.
  • Michael Lohmann: Käfer, Libellen und andere Insekten. BLV, München/Zürich/Wien 1995, ISBN 3-405-14727-1, S. 164.
  • Heiko Bellmann, Xaver Finkenzeller, Helmut Grünert, Renate Grünert, Uwe Hartmann, Klaus Janke, Bruno P. Kremer, Anne Puchta, Klaus Richarz: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (Hohenheim) 2011, ISBN 978-3-8001-7572-7, S. 318.
  • Wilfried Stichmann: Der große Kosmos Naturführer – Tiere und Pflanzen. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-440-09575-4, S. 390.
  • Sanja Ancic, Hans-Peter Ullmanng: Wegweiser durch die Natur – Die Tiere und Pflanzen Mitteleuropas. Verlag Das Beste, Stuttgart 1997, ISBN 3-87070-694-5, S. 254.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Westrich"> Paul Westrich: Die Steinhummel Bombus lapidarius (Linnaeus 1758) (Hym., Apidae) - Das Insekt des Jahres 2005. In: Entomologische Nachrichten und Berichte. Band 49, 2005, S. 1–13. (PDF-Datei, 1,14 MB) </ref> </references>

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

… Deutschland (1999–2004):

Gemeine Florfliege (1999) | Goldglänzender Rosenkäfer (2000) | Plattbauch (2001) | Zitronenfalter (2002) | Feldgrille (2003) | Hainschwebfliege (2004)

… Österreich (2000–2004, 2024):

Wiener Nachtpfauenauge (2000) | Alpenbock (2001) | Drei Arten der Quelljungfern: Große Quelljungfer, Gestreifte Quelljungfer, Zweigestreifte Quelljungfer (2002) | Europäischer Bachhaft (2003) | Segelfalter (2004) | Matter Pillenwälzer (2024)

… Deutschland und
Österreich (2005–2008):

Steinhummel (2005) | Siebenpunkt-Marienkäfer (2006) | Ritterwanze (2007) | Esparsetten-Widderchen (2008)

… Deutschland, Österreich
und Schweiz (seit 2009):

Gemeine Blutzikade (2009) | Ameisenlöwe (2010) | Große Kerbameise (2011) | Hirschkäfer (2012) | Gebänderte Flussköcherfliege (2013) | Goldschildfliege (2014) | Silbergrüner Bläuling (2015) | Dunkelbrauner Kugelspringer (2016) | Europäische Gottesanbeterin (2017) | Gemeine Skorpionsfliege (2018) | Rote Mauerbiene (2019) | Schwarzblauer Ölkäfer (2020) | Große Eintagsfliege (2021) | Schwarzhalsige Kamelhalsfliege (2022) | Landkärtchen (2023) | Stierkäfer (2024) | Holzwespen-Schlupfwespe (2025) | Warzenbeißer (2026)

Vorlage:Klappleiste/Ende