Zum Inhalt springen

Erich Sechser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. Oktober 2024 um 18:16 Uhr durch imported>M Huhn (passenderes Verb).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Erich Sechser (* 25. November 1925 in München; † 2. Juli 2003) war ein Staatsanwalt und CSU-Politiker.

Leben

Der Sohn eines aktiven Offiziers studierte Jura, trat 1957 bei der Staatsanwaltschaft München in den bayerischen Justizdienst ein und war als Strafrichter, Zivilrichter und als Oberstaatsanwalt tätig.

1960 zog er von München nach Zorneding um, wo er (von 1966 bis 1996) als Gemeinderat Mitglied der CSU-Fraktion und von 1972 bis 1990 zweiter Bürgermeister war. Es wirkte an der Konsolidierung des Finanzhaushalts mit. Von 1973 bis 1985 war er Ortsvorsitzender der CSU Zorneding.<ref>Johannes Danner: Gemeinde Zorneding trauert um Erich Sechser. 4. Juli 2003, abgerufen am 20. April 2014.</ref>

Für sein forsches Vorgehen gegen die Aktion „Wir haben abgetrieben!“ im Juni 1971 wurde er von Ministerpräsident Alfons Goppel gelobt.<ref name="igel" />

Beim ersten deutschen Banküberfall mit Geiselnahme am 4. August 1971 durch Hans Georg Rammelmayr und Dimitri Todorov zog Sechser unter Hinweis auf die Strafprozessordnung die Leitungsbefugnis an sich. Er beorderte „gute Jäger“ der Polizei in eine Kiesgrube und ließ sie üben, bevor sie als angebliche „Präzisionsschützen“ am Tatort Stellung bezogen.<ref>Der Todesschuss von München (2. Teil der Reihe „Geld her“); ein Film von Tom Ockers, Erstausstrahlung am 25. Juni 2007 im Ersten</ref> Infolge des von ihm erteilten Schießbefehls wurde das Fluchtfahrzeug von etwa 150<ref>Jürgen Schröder: Materialien zur Analyse von Opposition. 7. August 2013, abgerufen am 20. April 2014.</ref> Kugeln durchsiebt und Rammelmayr sowie eine 19-jährige Geisel getötet.<ref>Ja, sicherlich. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1971, S. 25–28 (online9. August 1971).</ref> Danach gingen sechs Strafanzeigen gegen ihn ein.<ref>Kraftmeierei. In: Der Spiegel. Nr. 36, 1971, S. 19 (online30. August 1971).</ref> Polizeipräsident Manfred Schreiber, mit dem er sich bereits seit zwei Monaten in der Fachzeitschrift Kriminalistik über Kompetenzabgrenzung zwischen Polizei und Justiz stritt,<ref name="igel">Wie ein Igel. In: Der Spiegel. Nr. 34, 1971, S. 27–29 (online16. August 1971).</ref> suchte Sechsers Schießbefehl danach zu rechtfertigen, „wann immer er danach gefragt würde“.<ref>Carl Schmidt-Polex: Gefängnis oder Steinbruch? In: Die Zeit, 37/1971. 10. September 1971, abgerufen am 20. April 2014.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein