Puchow
Puchow Gemeinde Kuckssee
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(143)&title=Puchow 53° 32′ N, 13° 4′ O
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| Höhe: | 60 m | |||||
| Fläche: | 5,65 km² | |||||
| Einwohner: | 143 (31. Dez. 2010)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2012 | |||||
| Postleitzahl: | 17217 | |||||
| Vorwahl: | 03962 | |||||
Lage von Puchow in Mecklenburg-Vorpommern
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Puchow ist ein Ortsteil der Gemeinde Kuckssee im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).
Geografie
Der Ort liegt am Wokuhlsee und Zieskensee (auch Ziese genannt). Die starke Gletscherfaltung der letzten Eiszeit bestimmt die Landschaft, die sich nach Südosten hin weit und relativ flach zur Stadt Penzlin öffnet, während nach Nordwesten der große Carlsteiner Wald sich bis nach Wrodow erstreckt. An der Straße von Penzlin nach Lapitz erhebt sich an der Ziese ein Os – ein natürlicher Hügelkamm, der den Rest einer eiszeitlichen Sanddüne darstellt. Er reicht bis Rahnenfelde und ist mit Lärchen und Kiefern bewachsen. Die Einheimischen bezeichnen diese Erhebung seit jeher als Räuberberg. Nordöstlich von Ziese und Rahnenfelde liegt das Naturschutzgebiet Kuckssee und Lapitzer See, das sich fast nahtlos an das Vogelschutzgebiet des Malliner Sees anschließt.
Rahnenfelde ist ein Ortsteil von Puchow und teilt im Wesentlichen die gleiche Ortshistorie.
Ortsname
Der Name ist slawischen Ursprungs, worauf die Endung -ow hindeutet, und könnte sich vom altslawischen Lokator Pucha ableiten, also „Ort des Pucha“.<ref>Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 46, Schwerin 1881, S. 3–168, hier S. 112. (Digitalisat); spät. Folgebände Neuzeit, In: ISSN 0259-7772.</ref> Eine andere Ableitung wäre die Herkunft vom altslawischen „puh“ oder „puhl“ für „hohl“.<ref>Hans Witte: Wendische Zu- und Familiennamen. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 71, Schwerin 1906, S. 153–290, hier S. 241, Nr. 530. (Digitalisat)</ref>
Geschichte
1326 wurde das Dorf, eine Anzahl von Einzelhöfen, erstmals erwähnt; eine Urkunde bestätigt die Kirche.
In einer Urkunde vom 18. Juli 1501 wird Puchow als Bauerndorf benannt. Die Bauern waren dem Ritter Berend Maltzan, der auch „Böser Bernd“ genannt wurde, dienstpflichtig. Durch Verschuldung und Verpfändung gehörten 100 Jahre später die Bauernhöfe den Rittern. Pfandherren waren Anfang des 17. Jahrhunderts Hans Angermünde und der Pfarrer Lukas Schröder.
Um 1650/1659 brannte die Kirche ab. Eine ihrer Glocken von 1506 befindet sich in einem Glockenstuhl auf dem Friedhof. In dieser Zeit wurde erstmals ein Vorwerk Puchow mit 64 Einwohnern genannt, das mit dem Rittergut Klein Lukow verbunden war.
Im 17. und 18. Jahrhundert wechselte der Gutsbesitz häufig (u. a. zwei Generationen<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1902. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). In: "Der Gotha". Dritter Jahrgang Auflage. Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung, Lancken. Justus Perthes, Gotha 9. November 1901, S. 510 (Digitalisat).</ref> Familie von der Lancken bis 1805;<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1905. 6. Auflage. Lancken. Justus Perthes, Gotha 5. November 1904, S. 407 (Digitalisat).</ref> kurzzeitig die Freiherren von Maltzahn – Penzlin). Vor 1835 kam die Familie von Berg an Puchow, hier nacheinander die Brüder Georg von Berg-Silenz und Heinrich von Berg-Dubkevitz, beide übernahmen dann Begüterungen<ref>Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Jürgen v. Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel). 1957. Band III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände, Dt. Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1957, S. 4–5.</ref> auf Rügen. Etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts besaß die Familie von Voß Gut Puchow. Örtlicher Vertreter war Hermann von Voß und Familie, seine Frau Auguste Franz und deren sämtlich in Puchow geborenen Söhne Eugen, Gustav und Arthur, letzterer lebte später in den USA.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. In: GGT. "Der Gotha". 23. Auflage. Voß, I. Linie: Luplow. 2. Zweig. Luplow. Grabowhöfe. Justus Perthes, Gotha 1921, S. 871 f. (Digitalisat).</ref> Einige Jahre danach, 1878, erwarb Ulrich Freiherr von Maltzan-Großenluckow (1846–1931) dann Puchow und Rahnenfelde. Er war mit der schlesischen Gutsbesitzerstochter Adelheid Birnbaum verheiratet und wählte 1880 Puchow zu seinem Hauptwohnsitz, fast alle Kinder des Ehepaares wurden hier geboren.<ref>Hans Friedrich v. Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser A (Uradel). In: Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände, Dt. Adelsarchiv (Hrsg.): Gesamtreihe GHdA seit 1951. Band II, Nr. 13. C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 313–314 (d-nb.info).</ref> Maltzahn wollte sich nach dem späteren Antritt des Erbes von Großenluckow 1893 auf sein Stammgut konzentrieren und verkaufte Puchow wieder.<ref>Die Maltza(h)n 1194 - 1945: Der Lebensweg einer ostdeutschen Adelsfamilie. In: Maltzahnscher Familienverein (Hrsg.): Familienchronik. Gütersloher Druckservice Reinhard Mohn, Köln 1979, S. 375 (d-nb.info).</ref> Für 1903 bis etwaig 1905 wurde der Landsyndikus Tiedemann aus Rostock zur Ausübung der dem öffentlichen Recht angehörenden gutsherrlichen Befugnisse in Puchow und Rahnenfelde bestellt.<ref>Regierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin. Eigenverlag, Schwerin 1905, S. 325 (Digitalisat).</ref>
Von 1908 bis 1945 war das Gut, auf dem 1910 das Gutshaus erbaut wurde, im Besitz der Familie von Buengner,<ref>Walter v. Hueck u. a.: Genealogisches Handbuch des Adels. Band 58, Adelslexikon, Band II, Hrsg. Dt. Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1974, S. 167.</ref> die aus Riga stammt.<ref>Verein „Historisches Gutsensemble Ludorf e. V.“ (Hrsg.): Gutsdörfer im Müritzkreis. Fotografien: Gerhild Meßner. Verein Historisches Gutsensemble Ludorf, Ludorf/Müritz 2004.</ref> Die Familie wurde 1898 in den Adelsstand erhoben und stellte zuvor Bürgermeister und Kaufleute im Baltikum und zuletzt Ärzte.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Dt. Adelsgenossenschaft, Teil B (Briefadel). In: Justus Perthes (Hrsg.): Standardwerk "Gotha", der Genealogie, bis 1942 publiziert. 31. Auflage. Justus Perthes, Gotha 1939, S. 81–82 (d-nb.info).</ref> Erster Buengner auf Puchow mit Rahnenfelde sowie auf Gevezin war Dr. phil. Adolf Heinrich Buengner (1855–1917). Im März 1908 erhielt Buengner die mecklenburgische Staatsbürgerschaft.<ref>Regierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin. Eigenverlag, Schwerin 1908, S. 64 (Digitalisat).</ref> Er trug den Beititel russischer Edelmann, blieb parallel Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rigaer Commerzbank<ref>Salings (Hrsg.): Salings Börsen-Papiere. Verlag für Börsen und Finanzliteratur, Berlin, Hamburg, Leipzig 1913, S. XXXIV–678 (Digitalisat).</ref> und wurde unter anderem Mitglied der Dt. Dendrologischen Gesellschaft.<ref>Fritz Graf von Schwerin-Wendisch Wilmersdorf (Hrsg.): Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Eigenverlag, Wendisch (Märkisch) Wilmersdorf bei Thyrow 1929, S. 28 (Digitalisat).</ref> Den erste Belehnung mit Gevezin leistete Buengner sen. nach amtlicher Bestätigung Mitte Februar 1910.<ref>Großherzoglich Mecklenburg-Strelitzscher Offizieller Anzeiger für Gesetzgebung und Staatsverwaltung 1910. Nr. 10. Eigenverlag, Schwerin 23. Februar 1910, S. 60 (Digitalisat).</ref> Als Gutsbesitzer folgte ihm später sein Sohn Carl Robert Erich von Buengner (1886–1963)<ref>Deutsches Geschlechterbuch. In: Gesamtreihe DGB. 14. Auflage. Band 205, Hamburger Geschlechterbuch (Bezug Ehefrau v. Schröder) "Adel und Bürgertum in Hamburg". C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1997, S. 567 (Teil-Digitalisat).</ref>, verheiratet mit Clara Louise von Schröder-Kl. Lukow.<ref>Walter v. Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser B (Briefadel) 1978. In: Dt. Adelsarchiv e. V. (Hrsg.): GHdA Gesamtreihe seit 1951. Band VII, Nr. 68. C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1978, S. 409–412 (d-nb.info).</ref> Das Ehepaar hatte zwei Töchter und zwei Söhne. Für Gevezin erhielt Erich von Buengner 1917 vom Landesherrn einen Mutschein, artverwandt dem Lehnseid, zur Bestätigung des alleinigen Besitzes, für Puchow und Rahnenfelde musste er gesondert einen Lehneid ableisten.<ref>Regierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin. Amtliche Beilage. Eigenverlag, Schwerin 1. November 1917, S. XV–921 (Digitalisat).</ref> Hauptwohnsitz des Puchower Gutsbesitzers war größtenteils das 590 ha große Nachbargut Gevezin. Die Größe des Lehngutes Puchow umfasste 1921 genau 399 ha, Rahnenfelde mit 164 ha. Der Schwerpunkt lag auf der Milchviehwirtschaft.<ref>Vollrath von Lützow, Joachim Becker: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adressbuch von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz: Verzeichnis sämtl. größerer u. mittlerer landwirtschaftl. Güter. In: Niekammer (Hrsg.): Standardwerk Landwirtschaftliches Adressbuch. 3. Auflage. Band IV. Reichenbach, Leipzig 1921, S. 134–135 (d-nb.info).</ref> Buengner jun. war vielseitig interessiert, richtete in Puchow eine erfolgreiche Palmenzüchtung ein,<ref>Illustrirte Zeitung, Nr. 3479, J. J. Weber, Leipzig, 3. März 1910, S. 410 ff. Digitalisat</ref> war wie sein Vater Mitglied in vielen Fachverbänden, auch im Dt. Forstverein.<ref>Jahresbericht des Deutschen Forstvereins 1939. In: Geschäftsleitung Dt. Forstverein (Hrsg.): Mitgliedsübersicht und Seminarangebote. Verlagsgesellschaft Abt. Der Deutsche Forstwirt, Berlin 1939, S. 216 (Digitalisat).</ref> Er beschäftigte sich speziell in Puchow mit der Pferdezucht.<ref>Amtliche Beilage zum Regierungsblatt für Mecklenburg=Schwerin. Nr. 13. Schwerin 23. März 1932, S. 126 (Digitalisat).</ref> Mit seiner ganzen Familie trat er der Deutschen Adelsgenossenschaft bei, eines fast gleich geschalteten Standesverbandes hauptsächlich für den niederen Adel gegründet, später für ebenso für den Hochadel.<ref>Deutsche Adelsgenossenschaft DAG (Hrsg.): Anschriftenbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft. Liste des in der Deutschen Adelsgenossenschaft zusammengeschlossenen reinblütigen Deutsches Adels. 1940. Auflage. Landesabteilung Mecklenburg, Abt. 1. Schlieffen-Verlag, Berlin 1940, S. 193 (d-nb.info).</ref> Bis kurz vor der großen Wirtschaftskrise blieben mit den 396 ha für Puchow und für Rahnenfelde 156 ha die Besitzgrößen stabil.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band Mecklenburg, 1928. In: Niekammer (Hrsg.): Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher-Letzte Ausgabe 1928. 4. Auflage. Band IV. Niekammer’s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1928, S. 207 (g-h-h.de).</ref> Von der letzten Gutsbesitzerfamilie besteht bis heute eine kleine Erbbegräbnisstätte im Ort.<ref> Familiengrabstätte von Buengner - letzte Gutsherren auf Puchow., In: Dorfkirchen in MV. Hrsg. Matthias Hübner, Neddemin 2024.</ref>
Ab 1945 wurde das Gut durch die Bodenreform aufgesiedelt. Ab 1960 gab es im Dorf mit Rahnenfelde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). Nach 1945 bis 1990 war das Gutshaus Kulturakademie des Bezirkes Neubrandenburg. Zumindest für 1978 ist ein Pleinair mit Künstlern aus der DDR im Ort belegt.
Am 1. Januar 2012 gab die Gemeinde Puchow die Eigenständigkeit auf und fusionierte mit Krukow und Lapitz zur Gemeinde Kuckssee. Bis dahin war Helgrid Weden Bürgermeisterin von Puchow.<ref>Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2012., Hrsg. StBA Wiesbaden.</ref>
Sehenswürdigkeiten
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- Zweigeschossiges, 13-achsiges, unsaniertes Gutshaus von 1910<ref>Ute Linhard, Elke Onnen, Alexander Schacht, Christel Sievert: Paul Korff. Ein Architektenleben. Hrsg.: Ulrike Volkhardt. Beitrag Alexander Schacht, Anmerkung 48: wm. von Albert Giesecke und Carl Wenzke, Berlin-Charlottenburg. Lukas Verlag für Kunst-und Geistesgeschichte, Berlin 2017, ISBN 978-3-86732-263-8, S. 76 (Teil-Digitalisat).</ref> mit Sockelgeschoss, Mansarddach, barockisierenden Mittelrisalit mit Säulenvorbau und Altan sowie das Ensemble um das Gutshaus mit den beiden Torhäusern am Eingang, dem Verwalterhaus, den Wirtschaftsgebäuden und dem Gutspark.
- Ehemalige Dorfschule, heute Wohnhaus, Dorfstraße 26
Literatur
- Erich Kuck: Die Gemeinde Puchow und ihr Kulturhaus. in: Auf neuen Wegen, Band 65, Leipzig 1964. DNB
Weblinks
- Puchow, Hrsg. Amt Penzliner Land
- Informationen zum verfallenden Gutshaus von Puchow, Hrsg. QM3 UG Klein Kordshagen/Lüssow
Einzelnachweise
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