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Ossip Klarwein

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Ossip (Joseph) Klarwein ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 6. Februar 1893 in Warschau, Russisches Kaiserreich; † 9. September 1970 in Jerusalem) war ein polnischstämmiger deutsch-israelischer Architekt, der in Deutschland, Palästina und dann Israel baute. Er entwarf 1957 und baute später mit anderen die Knesset.<ref name="Warhaftig 1996 294">Myra Warhaftig ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Sie legten den Grundstein. Leben und Wirken deutschsprachiger jüdischer Architekten in Palästina 1918–1948. Berlin / Tübingen: Wasmuth, 1996, ISBN 3-8030-0171-4, S. 294.</ref>

Leben

In Deutschland

Datei:Gedenktafel Joachim-Friedrich-Str 47 (Halsee) Ossip Klarwein.jpg
Gedenktafel am Haus, Joachim-Friedrich-Straße 47, in Berlin-Halensee

Klarwein wurde in Warschau geboren. Sein Vater Menachem Klarwein war Hebräischlehrer und dem Zionismus zugetan. Als Juden wanderte die Familie wegen des wachsenden Antisemitismus in Polen und Russland nach der gescheiterten Revolution von 1905 vom Zarenreich nach Deutschland aus.<ref name="Warhaftig 1996 294" /> Aufgrund seiner erkennbaren künstlerischen Begabung studierte Klarwein von 1917 bis 1919 Architektur an der Technischen Hochschule München,<ref name="Warhaftig 1996 294" /> ohne einen formalen Hochschulabschluss (als Diplom-Ingenieur) zu erwerben.<ref name="Hattis Rolef 2000 1956–1958">Susan (Sheila) Hattis Rolef: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)”, In: קתדרה. Band 96 (Juli 2000), hier ihre englische Übersetzung in Auszügen, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Competition and its Results, mid-1956 to mid-1958 (Memento vom 10. April 2013 im Internet Archive), auf: Knesset English Homepage, abgerufen am 19. November 2012.</ref> Im Jahr 1921 lernte er bei Hans Poelzig im Meisteratelier für Architektur der Preußischen Akademie der Künste in Berlin.<ref name="Warhaftig 1996 294" /> Ab 1926 arbeitete Klarwein im Architekturbüro von Fritz Höger in Hamburg,<ref name="Warhaftig 1996 294" /> bald hatte er dort als Hauptentwurfsarchitekt eine leitende Funktion.<ref name="E-E Pfannschmidt 1977"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Högers Büro wuchs in diesen Jahren mit der zunehmenden Zahl von Aufträgen auch personell erheblich an.<ref name="Turtenwald 2004 17">Claudia Turtenwald: Fritz Höger (1877–1949). Architekt zwischen Stein und Stahl, Glas und Beton. Dissertation, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2004, S. 17.</ref> Seiner Position als Angestellter entsprechend, wurden Klarweins Entwürfe in dieser Zeit stets unter Högers Namen veröffentlicht.<ref name="E-E Pfannschmidt 1977" /> Klarwein heiratete 1924 Martha Kumme.

Myra Warhaftig nimmt an, dass Höger mit seiner expressionistischen Architektur den jungen Klarwein gleich überzeugte, „und so kam es zu einer harmonischen Zusammenarbeit der beiden.“<ref name="Warhaftig 1996 294" /> Für Höger war Klarwein „einer der Allerbesten“ seiner Mitarbeiter.<ref name="Turtenwald 2004 31">Claudia Turtenwald: Fritz Höger (1877–1949). Architekt zwischen Stein und Stahl, Glas und Beton. Dissertation, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2004, S. 31.</ref> Die Entwürfe Klarweins, der nahe dem Schwanenwik an der Alster wohnte und ein Gehalt von über 1.000 Reichsmark bezog, wurden von Müller mit Graphitkreide meist in Perspektive gesetzt.<ref name="E-E Pfannschmidt 1977" />

Über Ernst-Erik Pfannschmidt, einen ebenfalls angestellten Architektenkollegen Klarweins, und dessen Vater Ernst Christian Pfannschmidt gelangte Höger 1928 an den Auftrag, die Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin zu bauen.<ref name="E-E Pfannschmidt 1977" /> Höger hatte mit einem Plan Klarweins überzeugt, den Höger vertragsgemäß unter seinem Namen eingereicht hatte.<ref name="Warhaftig 1996 294" /> Klarweins späterer Freund, der Architekt Yehudah Lavie (geb. Ernst Loewisohn), bestätigte in einem Interview, dass diese Kirche ein Entwurf Klarweins war.<ref name="Warhaftig 1996 294/296">Myra Warhaftig ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Sie legten den Grundstein. Leben und Wirken deutschsprachiger jüdischer Architekten in Palästina 1918–1948, Berlin / Tübingen: Wasmuth, 1996, S. 294 und Fußnote 290 auf S. 296. ISBN 3-8030-0171-4.</ref> Der Bau besticht durch seinen separaten expressionistischen Campanile. Der Kirchturm am Hohenzollernplatz war von Anfang an in dieser Ausführung geplant.<ref name="E-E Pfannschmidt 1977" /> Seit 1924 unterhielt Klarwein in Berlin-Halensee eine Wohnung in der Joachim-Friedrich-Straße 47, nur wenige Kilometer von der Kirche entfernt. Sein Wohnsitz in Berlin bedeutet freilich nicht, dass er diesen Bau auch betreute. Diese Aufgabe übernahmen vielmehr die Mitarbeiter Brandt und Walther Lorenzen, mit dem Klarwein sein Leben lang befreundet blieb.<ref name="Warhaftig 1996 294" />

Auch den Wettbewerbsentwurf für die spätere Wichernkirche in Hamburg-Hamm-Mitte (errichtet ab 1934) zeichnete Ossip Klarwein. Höger bewertete die Entwürfe als Plagiat nach einem bereits veröffentlichten Modellfoto von Hans Luckhardt und Alfons Anker. Klarwein habe seinen Entwurf wütend eingepackt, zu Hause über das Wochenende fertiggestellt und unter dem Namen von Fritz Höger eingereicht; die Arbeit bekam den ersten Preis, und Höger führte ihn allen Besuchern als beste Arbeit seines Büros vor.<ref name="E-E Pfannschmidt 1977" /> Der Bau wurde 1943 bei Luftangriffen (Operation Gomorrha) zerstört und 1954 durch einen Neubau von Wolfgang Manshardt ersetzt.<ref>Wichernkirche. In: Website Ev.-Luth. Wichernkirche zu Hamburg-Hamm. Abgerufen am 7. Dezember 2025.</ref>

Klarwein kündigte bei Höger, der sich den Nationalsozialisten andiente, zum 1. Januar 1933, weil die Auftragslage zu schlecht war, allerdings noch mit mehreren Monaten Kündigungsfrist, aber schon vor der Machtübernahme.<ref name="Turtenwald 2004 31" /> Klarwein inserierte daher ein Stellengesuch in der Zeitschrift Bauwelt.<ref name="Turtenwald 2004 31" /> Höger schrieb seinem Kollegen Carl Winand in einem Brief am 21. März 1933 über Klarwein: „Er ist ein ausgezeichneter Mitarbeiter, der kaum durch drei andere zu ersetzen ist. Er hat sich ausgezeichnet eingearbeitet und sich absolut in meinem Geist gefügt; sodass, wenn er später selbständiger Architekt sein wird, er ein wirklicher Höger-Ableger sein wird …“<ref name="Turtenwald 2004 31" /> Da Klarwein bis zum Vertragsende weiter für Höger arbeitete, fürchtete dieser einen Nachteil in seinem Bemühen, sich den Nationalsozialisten mit seinem Baustil anzudienen.<ref name="Turtenwald 2004 31" /> Der Antisemit Eugen Hönig, Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, schrieb der Reichskulturkammer am 19. Dezember 1934, dass bei Höger ausgerechnet ein Jude, nämlich Klarwein, alle Kirchen entwerfe, wie ihm der Hamburger Architekt Wilhelm Carl David Giese (1891–1939) zugetragen habe.<ref name="Turtenwald 2004 31" /> Dies nutzten Högers Gegner, um gegen ihn zu intrigieren.<ref name="Turtenwald 2004 31" />

In Palästina/Israel

Datei:PikiWiki Israel 21552 Knesset building in Jerusalem.JPG
Knesset – 1966

1933 emigrierte Klarwein dann mit seiner nichtjüdischen Frau Elsa, geb. Kumme,<ref>Aktives Museum (Hrsg.): Ossip Klarwein: vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset. 1. Auflage. Verlag Kettler, Bönen 2025, ISBN 978-3-9874119-7-7, S. 11.</ref> einer Opernsängerin, und seinem Sohn Matthias im Zuge der Fünften Alija ins britische Mandatsgebiet Palästina, da sie in Deutschland keine Zukunft mehr sahen.<ref name="Warhaftig 1996 295">Myra Warhaftig ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Sie legten den Grundstein. Leben und Wirken deutschsprachiger jüdischer Architekten in Palästina 1918–1948. Berlin / Tübingen: Wasmuth, 1996, ISBN 3-8030-0171-4, S. 295.</ref> Sie ließen sich in Haifa nieder.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Klarwein änderte seinen Vornamen von der slawischen Namensvariante Ossip zur hebräischen Form Josseph ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).<ref name="Warhaftig 1996 295" /> In Haifa machte sich Klarwein als Architekt selbständig.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Im Gegensatz zu anderen Immigranten war er gleich von Beginn an gut beschäftigt und plante und baute oft für andere Immigranten Häuser, teilweise recht anspruchsvolle Bauten, oft auf dem Karmel.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Als Hochschullehrer am Technion bildete Klarwein die nächste Generation Architekten aus.

Er nahm an zahlreichen Wettbewerben teil, von denen er mindestens vier gewann und anschließend ausführte, darunter das Büro- und Geschäftshaus Binjan haQranot ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in Haifas wichtiger Geschäftsstraße Rechov Herzl.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> „Der Komplex mit Läden und Büroräumen erstreckte sich zwischen Gidʿon Kaminkas Uhrhaus im Osten und dem Areal des Technions von Alex Baerwald im Westen entlang der Herzl-Straße, der Hauptstraße Haifas.“<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Der schlichte Bau ist wie benachbarte Gebäude Baerwalds mit Kalkstein verkleidet.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> „Lediglich dem orientalisierenden Stil Alex Baerwalds hat sich Klarwein ausdrücklich mit der Begründung widersetzt: «Er widerspricht dem Zeitgeist».“<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Ende der 1940er Jahre zog Klarwein nach Jerusalem.

Datei:Haifa BW 4.JPG
Panoramablick von einer oberen Terrasse der Bahai-Gärten auf den Hafen und in dessen Zentrum das Dagon-Silo
Datei:Dagon from Carmel Mount.jpg
Blick vom Karmel auf das Dagon-Silo

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Das im Hafen von Haifa gelegene Dagon-Silo ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) wurde nach Plänen von Klarwein zwischen 1953 und 1955 für Reuben Hecht und die von diesem gegründete Dagon Silo Company erbaut.<ref name="BibArchSociety">Biblical Archaeology Society Library: The Dagon Collection: A Glimpse Into Agricultural History</ref> Bei dem etwa 68 Meter hohen und um die 200 Meter langen ikonischen Gebäude<ref name="Haipo">Port of Haifa: The iconic 'Dagon' building will be replaced – what will the new silo in Haifa look like?, haipo.co.il, 4. März 2025 (HAIPO = The News Corporation of Haifa and the surrounding area)</ref> handelt es sich um einen Getreidespeicher, dessen Architektur „geometrische Muster mit funktionaler Industriearchitektur“ kombiniert, und dessen monumentale Anlage „zu einem Wahrzeichen der Hafenstadt Haifa“ wurde.<ref>Ido Tachan, Moshe Cohen-Gil, Avigail Paytan, Ayana Barak Etedgui: DAGON SILOS als Teil des von Studierenden der Tel Aviv University getragenen Projekts KLARWEINS ARCHITEKTONISCHE VISION AUS DEM BLICKWINKEL EINER NEUEN GENERATION</ref><ref name="Warhaftig 1996 295" /> Das bis in die 1970err Jahre hin erweiterte und etwa 85.000 Tonnen Getreide fassende Gebäude mit seinen Türmen ragt wie eine Hafenfestung aus den umliegenden Häusern hervor. „Er [Klarwein] ließ erstmals ornamentale Motive in die Betonaußenwände eingravieren, die der Klinkersteinstruktur des 1925[–1928] von Fritz Höger in Delmenhorst bei Bremen erbauten Krankenhauses ähneln.“<ref name="Warhaftig 1996 295" />

Die Tage des Dagon-Gebäudes als Getreidespeicher sind gezählt. Anfang 2025 veranstaltete die Hafenbehörde von Haifa einen Wettbewerb zur Realisierung eines neuen Silogebäudes im östlichen Teil des Hafens. Nach Fertigstellung dieser geplanten neuen Siloanlage soll das Dagon-Silo bei Wahrung des Bestandsgebäudes und dessen Erscheinungsbildes als Teil der städtischen Strandpromenade von Haifa zu einer kommerziell und kulturell nutzbaren Einrichtung werden.<ref name="Haipo" />

Die meisten von Klarweins Arbeiten sind öffentliche und gewerbliche Gebäude sowie Bebauungspläne für Städte und Viertel, verstreut über ganz Israel, aber eher in Städten konzentriert. Auftraggeber waren dabei oft Städte und Gemeinden, die Mandatsbehörden und zionistische Einrichtungen, aber auch private Bauherren beauftragten Klarwein. Er entwarf mit Richard Kauffmann und Heinz Rau den Campus der Hebräischen Universität auf dem Berge Skopus.<ref name="Cohn 1978">Lotte Cohn: Richard Kauffmann, Architect and City Planner. [Richard Kauffmann: Architekt und Stadtplaner (dt.), Jerusalem: Brief an Bath-Scheva Kauffmann, 1978; Engl.] Monika Iacovacci (Übs.), auf: Richard Kauffmann: Architect and Town Planner – Biography, abgerufen am 28. Oktober 2012.</ref> In Naharija errichtete er für Fritz Ettlinger sein erstes kubisches Wohnhaus, der Palast genannt, ein Schwimmbad mit Restaurant, Geschäftshäuser für das neue Stadtzentrum und den Kinopalast Hod mit mehr als 1000 Sitzplätzen.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Sein Entwurf für das Rathaus wurde nicht realisiert. In Jerusalem erbaute er 1959 das Gebäude der Juristischen Fakultät auf dem neuen Campus Givʿat Ram der Hebräischen Universität (jetzt Ross-Bau genannt). Alle drei Bauten zeigen Klarweins Hinwendung zur funktionalen und sachlichen Architektur.<ref name="Warhaftig 1996 295" />

Mit dem Entwurf des Knesset-Gebäudes 1957 vollzog er dann eine Wendung seiner Formensprache.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> „Er gestaltete das Gebäude nach antikem Vorbild als Tempel mit umlaufenden Pfeilern, dessen rechteckiger Cella-Kern 84 x 66 m mißt. Zwei große Innenhöfe sollten für die Beleuchtung und Belüftung des zweistöckigen Gebäudes sorgen. Über den Erfolg, für diesen Entwurf den ersten Preis erhalten zu haben,<ref>Die Jury, darunter Genia Awerbuch, David Anatol Brotzkus, Max Loeb (1901–1962), Chanan Pavel, Uriel Otto Schiller und Nachum Selkind, hatte einstimmig für Klarweins Entwurf gestimmt. Vgl. Susan (Sheila) Hattis Rolef: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)”, In: קתדרה. Band 96 (Juli 2000), hier ihre englische Übersetzung in Auszügen, "The Competition and its Results, mid-1956 to mid-1958", auf: Knesset English Homepage, abgerufen am 19. November 2012.</ref> konnte sich Joseph Klarwein aber nicht recht freuen, denn es gab in der Öffentlichkeit heftigen Widerstand gegen die Realisierung dieser Architektur.“<ref name="Warhaftig 1996 295" />

Uri Avnery verriss in HaʿOlam haSeh Klarweins Entwurf als langweilig in seiner neoklassischen Uniformität, unmodern, unisraelisch, und er füge sich nicht in die Landschaft der Givʿat Ram ein.<ref name="Hattis Rolef 2000 1956–1958" /> Avnery hielt die Preisvergabe an Klarwein für ein abgekartetes Spiel zwischen ihm und anderen Mitgliedern des Establishments, was nicht stimmte, dafür war Klarwein zu sehr Einzelgänger.<ref name="Hattis Rolef 2000 Two Years">Susan (Sheila) Hattis Rolef: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)” In: קתדרה. Band 96 (Juli 2000), hier ihre englische Übersetzung in Auszügen, "Two Wasted Years: Plans and Intrigues, mid-1958 to mid-1960", auf: Knesset English Homepage, abgerufen am 19. November 2012.</ref> Während viele Laien ihre Zustimmung zum Entwurf ausdrückten, brach unter einigen hundert Architekten ein Sturm gegen den preisgekrönten Entwurf los.<ref name="Hattis Rolef 2000 1956–1958" /> Zur Begleitung der Entwurfsüberarbeitung und des Baues wurde ein Expertenteam – das Umsetzungskomitee – eingesetzt, das Klarwein zunächst nach Europa sandte, um für seinen Entwurf Anregungen von vergleichbaren Bauten zu gewinnen.<ref name="Hattis Rolef 2000 Two Years" /> Er fand nur das UNESCO-Gebäude in Paris könne als Beispiel herhalten.<ref name="Hattis Rolef 2000 Two Years" /> Unangenehm war, dass Klarwein bei seiner Rückkehr 1958 vor vollendeten Entwurfsänderungen durch Zvi Cohen stand.<ref name="Hattis Rolef 2000 Two Years" /> Es blieb nach weiteren Änderungen zusammen mit Shimon Powsner und später mit Dov und Ram Karmi mit Ben Gillit von der äußeren Erscheinung des Wettbewerbsentwurfs außer der Großform nicht mehr viel übrig. „So wurde der Bau erst elf Jahre später in veränderter Form in Zusammenarbeit mit dem Architekten Dov Karmi vollendet.“<ref name="Warhaftig 1996 295" />

1959 wurde Klarwein in die französischen Académie d’architecture gewählt.<ref>Macabee Dean: Fighting Architect. Hrsg.: The Jerusalem Post. Jerusalem 8. April 1960.</ref><ref name="Hattis Rolef 2000 1956–1958" />

Klarwein verstarb 1970 in Jerusalem.<ref name="Warhaftig 1996 295" /> Sein Sohn war der Maler Mathias (Mati) Klarwein.

In einem am 18. Dezember 2025 in der taz erschienen Artikel mit dem Titel „Der vergessene Architekt der Knesset“ heißt es über Klarwein: „Es gibt in keinem Land, in keiner Sprache bisher auch nur eine Monographie über ihn oder eine nennenswerte wissenschaftlich Aufarbeitung seines Werkes.“<ref name="H-Schiff">Hajo Schiff: Der vergessene Architekt der Knesset, taz, 18. Dezember 2025</ref> Dieser Verdrängung Klarweins etwas entgegenzusetzen, ist eines der Ziele der vom 16. November 2025 bis zum 8. Februar 2026 im Hamburger Ernst-Barlach-Haus stattfindenden Ausstellung „Ossip Klarwein – Ein Architekt zwischen Hamburg und Haifa“. Die ursprünglich von Jacqueline Hénard für das Aktive Museum Berlin kuratierte Ausstellung wird in Hamburg als Beitrag zu den Jüdischen Kulturtagen 2025 gezeigt und versammelt dokumentarisches Bild- und Filmmaterial, ergänzt um schwarz-weißen Großfotos des israelischen Fotografen Eli Singalovski (* 1984), der Klarweins Bauten in ihrem heutigen Zustand porträtiert hat.<ref>Ernst-Barlach-Haus: Ossip Klarwein – Ein Architekt zwischen Hamburg und Haifa. Mehr zu der Ausstellung auch auf der Webseite des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.: Ossip Klarwein – Vom „Kraftwerk Gottes“ zur Knesset</ref>

Werke

Galerie von Bauwerken Klarweins

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Bauwerke Klarweins
Beit Zvi Schule für darstellende Künste, Ramat Gan, 1961
Grabmal der Eheleute Dizengoff, Trumpeldor-Friedhof, Tel Aviv, 1937
Binjan haQranot ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in Haifa, 1935–1937 von Klarwein
Ehemals juristische Fakultät, jetzt Ross-Gebäude, Hebräische Universität, Jerusalem

Literatur

  • Myra Warhaftig: Sie legten den Grundstein. Leben und Wirken deutschsprachiger jüdischer Architekten in Palästina 1918–1948. Wasmuth, Berlin/Tübingen 1996, ISBN 3-8030-0171-4.
  • Klarwein, Joseph. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. Saur, München 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 625.
  • Jacqueline Hénard (Hrsg.): Ossip Klarwein. Vom „Kraftwerk Gottes“ zur Knesset. Kettler, Bönen 2025, ISBN 978-3-9874119-7-7 (englische Ausgabe: Ossip Klarwein, An Architects Journey from Berlin to Jerusalem. 2025, ISBN 978-3-9874119-8-4).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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