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Scheinparrotie

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Scheinparrotie
Datei:1312-Parrotiopsis jacquemontiana-DZ-5.16.JPG

Scheinparrotie (Parrotiopsis jacquemontiana), Blütenstand

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae)
Gattung: Parrotiopsis
Art: Scheinparrotie
Wissenschaftlicher Name
Parrotiopsis jacquemontiana
(Decne.) Rehder
Datei:Parrotia jacquemontiana Bra28.png
Illustration<ref name=Illustration />
Datei:Parrotiopsis jacquemontiana - Botanischer Garten, Frankfurt am Main - DSC03276.JPG
Blätter der Scheinparrotie

Die Scheinparrotie<ref name=deutsch /> (Parrotiopsis jacquemontiana) ist eine Pflanzenart in der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae).

Beschreibung

Die Scheinparrotie ist ein sommergrüner, straff aufrechter bis zu 7 Meter hoher Strauch oder Baum mit sternhaarigen Trieben und grauen bis graugrünen Zweigen. Die Winterknospen haben zwei Knospenschuppen. Die Endknospen werden bis zu 1 Zentimeter lang, die Seitenknospen bleiben kleiner und sind kurz gestielt. Beide besitzen zwei Knospenschuppen.

Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Die Nebenblätter sind eiförmig, 3 bis 5 Millimeter lang und fallen früh ab. Der Blattstiel ist 6 bis 12 Millimeter lang und bleibend sternhaarig. Die Blattspreite ist verkehrt-eiförmig bis rundlich oder eiförmig sowie manchmal leicht herzförmig, 5 bis 8 Zentimeter lang und deutlich gesägt oder gezähnt. Die Blattoberseite ist anfangs spärlich sternhaarig, die Unterseite ist dichter und entlang der Blattadern bleibend behaart. Die Herbstfärbung ist matt- bis goldgelb.<ref name=FdG /><ref name=Fitsch />

Die zwittrigen und duftenden Blüten wachsen in kleinen endständigen und kurz gestielten, scheinblütigen Köpfchen, die von mehreren, petaloiden, weißen, 1,5 bis 2 Zentimeter langen, abstehenden und unterseits braun sternhaarigen Hochblättern (Nebenblätter und zwei Tragblätter)<ref>Jakub Baczyński, Regine Claßen-Bockhoff: Pseudanthia in angiosperms: a review. In: Annals of Botany. Volume 132, Issue 2, 2023, S. 179–202, doi:10.1093/aob/mcad103.</ref> umgeben sind. Der Blütenkelch ist dicht behaart und becherförmig, die Kelchlappen sind klein. Kronblätter fehlen. Je Blüte werden 15–20 gelbe, aufrechte Staubblätter mit 3 bis 4 Millimeter langen Staubfäden gebildet. Der oberständige Fruchtknoten ist dicht behaart mit zwei Griffeln.

Die Früchte sind etwa 1 Zentimeter lange, zweisamige, gehörnte Kapseln, die sich durch vier Klappen öffnen. Die Samen sind 5 bis 6 Millimeter lang, elliptisch, braun und glänzend.

Die Scheinparrotie blüht von März bis Mai.<ref name=FdG /><ref name=FoP />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="IPCN" />

Verbreitung und Standortansprüche

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im West-Himalaya im Osten Afghanistans, in Indien in den Unionsterritorien Jammu und Kashmir und Ladakh sowie im Bundesstaat Himachal Pradesh und im Norden Pakistans.<ref name=GRIN /> Die Scheinparrotie wächst in Steppen und Trockenwäldern auf frischen, schwach sauren bis schwach alkalischen, sandig-lehmigen bis lehmigen, mäßig nährstoffreichen Böden an licht- bis halbschattigen, kühlen bis kalten Standorten. Die Art ist frosthart. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 6b zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −20,5 bis −17,8 °C (−5 bis 0 °F).<ref name=FdG />

Systematik

Die Scheinparrotie (Parrotiopsis jacquemontiana) ist die einzige Art der daher monotypischen Gattung Parrotiopsis in der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Dort wird die Gattung der Tribus Fothergilleae in der Unterfamilie Hamamelidoideae zugeordnet.<ref name=GRIN /> Die Art wurde 1844 von Joseph Decaisne als Parrotia jacquemontiana (Basionym) erstmals wissenschaftlich beschrieben.<ref name=GRIN_bas /> Alfred Rehder stellte sie 1929 in die Gattung Parrotiopsis. Ein weiteres Synonym der Art ist Parrotiopsis involucrata <templatestyles src="Person/styles.css" />C. K. Schneid.<ref name=GRIN /> Der Gattungsname Parrotiopsis leitet sich vom Gattungsnamen des Eisenholzbaums Parrotia und dem griechischen opsis für „Aussehen“ ab.<ref name=Gen_Gat/> Das Artepitheton jacquemontiana ehrt den französischen Forschungsreisenden Victor Jacquemont (1801–1832).<ref name=Gen_Art/>

Verwendung

Das Holz ist fest und wird zur Herstellung von Griffen, Spazierstöcken und Bettgestellen verwendet. Aus den Zweigen werden Körbe geflochten.<ref name=FoP /> Die Art wird manchmal aufgrund der dekorativen und duftenden Blüten und der auffallenden Herbstfärbung als Zierstrauch verwendet.<ref name=FdG />

Quellen

Literatur

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 439–440.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 624.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 312, 461(Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise

<references> <ref name=Illustration> Illustration aus D. Brandis: Illustrations of the Forest Flora of North-West and Central India, W. and H. Allen und Co., London, 1874 (online)</ref> <ref name=deutsch> Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 439 </ref> <ref name=FdG> Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 439–440 </ref> <ref name=Fitsch> Fitschen: Gehölzflora, S. 624 </ref> <ref name=FoP>Parrotiopsis jacquemontiana. In: Flora of Pakistan Vol. 2. www.eFloras.org, 17. November 2005, abgerufen am 15. November 2012 (englisch).</ref> <ref name=GRIN> Parrotiopsis jacquemontiana. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 15. November 2012 (englisch). </ref> <ref name=GRIN_bas> Parrotia jacquemontiana. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 16. November 2012 (englisch). </ref> <ref name=Gen_Gat> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 461 </ref> <ref name=Gen_Art> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 312 </ref> <ref name="IPCN">Parrotiopsis jacquemontiana bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Scheinparrotie (Parrotiopsis jacquemontiana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien