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Imrich Lichtenfeld

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Die Schwarzgurte Imi Lichtenfeld und Yaron Lichtenstein stehen sich in weißen Kampfanzügen gegenüber
Imrich Lichtenfeld (links)

Imrich „Imi“ Lichtenfeld, später Imi Sde-Or, (geboren am 26. Mai 1910 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben am 9. Januar 1998 in Netanja, Israel) war der Begründer des Selbstverteidigungs­systems Krav Maga.

Leben

Kindheit und Jugend

Imre Lichtenfeld wurde am 26. Mai 1910<ref name="IKMF">The Founder Of Krav Maga Imrich (Imi) Sde-Or. International Krav Maga Federation, 2. Dezember 2013, abgerufen am 17. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Budapest geboren und wuchs in Pressburg (im slowakischen Teil des Königreich Ungarns) auf. Sein Vater, Samuel Lichtenfeld, gehörte einem Wanderzirkus an; dort betrieb er 20 Jahre lang Ringen, Gewichtheben und andere Kraftübungen und lernte Kampf- und Selbstverteidigungstechniken. Nach seiner Zeit beim Zirkus gründete er in Bratislava den Schwerathletikverein Hercules. Später wurde er Hauptkommissar der Stadtpolizei. Imi Lichtenfeld wurde von seinem Vater vielfältig im Sport unterrichtet; er nahm auch an dessen Unterricht in Selbstverteidigung und Kampf für Polizisten teil.<ref name="SdeOr2003">Die hier dargestellte Biographie basiert auf Imi Sde-Or, Eyal Yanilov: Krav Maga. Abwehr bewaffneter Angriffe. Weinmann-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-87892-074-1, S. 223–227.</ref>

Sportlerkarriere

Imrich Lichtenfeld gewann in den 1920er und 1930er Jahren zahlreiche nationale und internationale Wettkämpfe in verschiedenen Disziplinen, darunter mehrfach die slowakische Meisterschaft im Ringen sowie die slowakische Box­meisterschaft und einen internationalen Gymnastik­wettbewerb. Er galt als einer der besten Ringer Europas. In den 1930er Jahren trainierte Lichtenfeld auch andere im Ringen sowie in Gymnastik. Er nahm an Ballettaufführungen teil.

Judenfeindliche Pogrome in Bratislava

Mitte der 1930er Jahre nahmen Pogrome gegen Juden in Bratislava zu. Lichtenfeld schloss sich mit anderen jungen Juden zu einer Schutztruppe für die jüdische Bevölkerung Bratislavas zusammen, als deren Anführer er gelten konnte. In den Straßenschlachten mit antisemitischen Angreifern sammelte Lichtenfeld die Erfahrung im realen Nahkampf, welche für die Entwicklung des Selbstverteidigungssystems Krav Maga (hebräisch für „Kontaktkampf“) grundlegend war.

Zweiter Weltkrieg

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Ausgesandtes Rettungsboot der Pentcho, 1940

1940 begann Lichtenfeld auf dem Schaufelraddampfer Pentcho seine Flucht nach Palästina, bei welcher er aufgrund einer Ohrenentzündung beinahe starb. Nachdem die Pentcho in der Ägäis mit Antriebsschaden die unbewohnte Insel Kamilonísi (Καμηλονήσι) erreichte und dort sank, versuchten Lichtenfeld und vier weitere Schiffbrüchige mit dem Ruderboot nach Kreta zu gelangen, um Hilfe anzufordern. Durch den Wind vom Kurs getrieben, wurden sie von dem Zerstörer HMS Nubian geborgen und nach Alexandria gebracht.<ref>Zur Geschichte der Pentcho: John Bierman: Odyssee. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-550-07195-7.</ref> Dort kurierte man Lichtenfelds Ohrenentzündung, woraufhin er sich der tschechoslowakischen Legion unter dem Kommando der britischen Armee anschloss.

Israelische Streitkräfte

Nach ungefähr anderthalb Jahren Kriegsdienst erhielt er 1942 die Erlaubnis, in Palästina einzureisen. Dort hebräisierte er seinen Nachnamen in Sde-Or (wörtlich: Feld des Lichts). Er schloss sich der Untergrundorganisation Hagana an, deren Kämpfer er in körperlicher Fitness, Schwimmen und Nahkampf mit Messern unterrichtete. Nach der Gründung des israelischen Staates wurde Lichtenfeld im Jahre 1948 Chefausbilder für körperliche Fitness und Krav Maga an der militärischen Kampfschule der Israelischen Streitkräfte (IDF). Während seiner etwa 20 Jahre bei den IDF entwickelte er seine Lehre des Krav Maga immer weiter.

Krav Maga für Zivilisten

Während er weiterhin als Berater und Krav-Maga-Ausbilder für die IDF und andere israelische Sicherheitskräfte arbeitete, richtete er nach seiner aktiven Zeit beim Militär seine Aufmerksamkeit darauf, Krav Maga an die Bedürfnisse von Zivilisten anzupassen.

1978 gründete er mit einigen Schülern die {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), deren Präsident er bis an sein Lebensende blieb. Auf seinen Wunsch hin gründeten Eyal Yanilov und andere seiner Schüler 1996 die {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), um die weltweite Verbreitung des Krav Maga zu fördern.

Am 9. Januar 1998<ref name="IKMF"/> starb Imi Lichtenfeld im Alter von 87 Jahren. Er wurde in Netanja begraben.<ref>Renee Ghert-Zand: Krav Maga pilgrims take down Brazil’s anti-Israel bias. In: The Times of Israel. 5. Februar 2015, abgerufen am 20. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Schriften

  • Imi Sde-Or, Eyal Yanilov: Krav Maga. Abwehr bewaffneter Angriffe. 1. Auflage. Weinmann-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-87892-074-1.

Literatur

  • John Bierman: Odyssey. Simon and Schuster, New York 1984, ISBN 0-671-50156-9.

Anmerkungen

<references/>

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