Zum Inhalt springen

Schloss Wehen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. Mai 2024 um 13:10 Uhr durch imported>WiesbAdler (Geschichte).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Koordinaten: 50° 9′ 17″ N, 8° 11′ 7,6″ O

 {{#coordinates:50,154717|8,185441|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-HE
   |type=landmark
  }}
Datei:Wehener-schloss.jpg
Das Wehener Schloss
Datei:Wehen, Schloss (1).jpg
Das Wehener Schloss

Das Schloss Wehen ist ein auf einer mittelalterlichen Burg aufbauendes Schloss im Stadtteil Wehen von Taunusstein im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Es liegt auf einer Höhe von 370 Metern über NHN in der Ortsmitte (Gerichtsstraße 6) östlich der denkmalgeschützten<ref>Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Evangelische Pfarrkirche Wehen. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.</ref> Evangelischen Kirche Wehen.

Geschichte

Ein Adelsgeschlecht genannt de Wehena wurde 1227 urkundlich erwähnt (und erlosch 1518), der Ort Wehen selbst wurde 1285 erstmals genannt. Er erhielt 1323 von Kaiser Ludwig dem Bayern die Stadtrechte zugesprochen und wurde mit einer Stadtmauer versehen. Graf Gerlach I. von Nassau ließ den Ort befestigen und um 1330 eine Burg zur Absicherung seines Besitzes erbauen, möglicherweise auf einer früheren Turmburg des Ortsadelsgeschlechts aufbauend. Ab 1346 (Nassauische Erbteilung) fiel Wehen an Johann I. von Nassau-Weilburg. Die Anlage ist ab da als Gerichts- und Verwaltungssitz für den Wehener Grund (das Gebiet zwischen Kirberg, Idstein, Bad Schwalbach und Wiesbaden) nachgewiesen.

Zwischen 1595 und 1611 erfolgten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten, 1630 eine Erneuerung und ein Umbau der Nebengebäude und die Errichtung von zwei Torbögen. Die Befestigungen wurden dabei völlig abgetragen.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Anlage Witwensitz der Grafen von Nassau-Weilburg: Gräfin Anna von Weilburg (1541–1616)<ref>Auf ihr Engagement hin wurde 1599 die erste öffentliche Schule der Region gegründet.</ref> (Witwe von Albrecht von Nassau-Weilburg) von 1593 bis 1616 und ihre Schwiegertochter Elisabeth von Weilburg (1579–1655) mit Unterbrechungen durch Kriegshandlungen des Dreißigjährigen Krieges von 1629 bis 1655.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg erfolgte ein Neuaufbau im 17. und 18. Jahrhundert zum fürstlichen Jagdschloss. 1769 war das Schloss Amtssitz des Wehener Amtmannes und Justizrates Carl Wilhelm Christian Ibell. 1780 wurde hier Karl von Ibell, der spätere Nassauische Regierungspräsident, geboren. Zwölf Jahre später war das Schloss Hauptquartier für Friedrich Wilhelm II. von Preußen, 1813 wurde es von General Ludwig Yorck von Wartenburg bewohnt. Im Schloss blieb das Amtsgericht bis 1943. Im Jahr 1967 wurde die Einfassungsmauer an der Weiherstraße abgebrochen und der alte Burggraben endgültig eingeebnet.

Das Schloss steht unter Denkmalschutz<ref>Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Wehener Schloss. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.</ref> und beherbergt seit 1995 das Taunussteiner Museum<ref>Rheingau-Taunus-Kreis: Museum Wehener Schloss, Taunusstein, abgerufen am 15. September 2017</ref><ref>Taunusstein: Museum im Wehener Schloss, abgerufen am 15. September 2017</ref> sowie die Gaststätte „Wirtshaus im Schloß“<ref>Website von "Wirtshaus im Schloß", Wehen, abgerufen am 15. September 2017</ref>.

Im Sommer 2018 wurden bei Bauarbeiten auf einem benachbarten Grundstück Mauern entdeckt.<ref>Archäologische Grabungen in Wehen</ref> Vermutet wird ein Zusammenhang mit der ehemaligen Wehener Burg.

Datei:Grabungen am Wehener Schloss nach Mauerfund auf einer Baustelle.jpeg
Grabungen am Wehener Schloss nach Mauerfund auf einer Baustelle

Architektur

Die Schloss- bzw. Amtsgebäude (auf die die frühere Bezeichnung ebenso überging) gruppieren sich entlang der ehemaligen Stadtmauer um einen weitläufigen Hof. Das Herrenhaus des 18. Jahrhunderts ist wie schon beschrieben in seinen Grundmauern mittelalterlich. Es ist ein massiver und voluminöser Bau mit rechteckigem Grundriss, hat ein Mansardwalmdach und eine zweiläufige Freitreppe. Dem Nebengebäude ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert mit verputztem Fachwerk und verschiefertem Obergeschoss ist ein Krüppelwalmdach aufgesetzt. Ein- und zweigeschossige Scheunen mit Satteldach begrenzen die Anlage.

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hessen II, Bearb.: Folkhard Cremer, Deutscher Kunstverlag, München 2008, ISBN 3-422-03117-0, S. 798.
  • Rolf Müller (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 341–342.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6. S. 463.

Weblinks

Commons: Schloss Wehen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende