Gaijin
Das japanische Wort gaijin (japanisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich „Außen-Mensch“ im Sinne von „Außenstehender“, „Fremder“, „Ausländer“)<ref name="wadoku_01" /><ref name="jisho_01" /> ist eine mit negativen Konnotationen belastete Bezeichnung für Nichtjapaner, besonders westliche Ausländer,<ref name="DeC"></ref><ref name="Wilkinson"></ref> die inzwischen von den Medien vermieden wird und auch in der Alltagssprache im Schwinden begriffen ist.<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – Überblick der in Funk- und Druckmedien verbotenen Wörter. (japanisch).</ref> Stattdessen wird das Wort gaikokujin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref name="wadoku_02" /> bevorzugt, das wertfrei „Ausländer“ bedeutet.
Historischer Hintergrund
Historisch gesehen handelt es sich bei gaijin nicht um eine Kontraktion von gaikokujin. Die ältesten Belege für das aus dem Chinesischen – chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Auswärtige, Außenstehende“<ref name="leo_01" /><ref name="zdic_01" /> – übernommene Wort gaijin finden sich in Texten der Heian-Zeit.<ref>Nihon kokugo daijiten. Shogakukan, 2000-2002. Einige im 16. Jahrhundert redigierte Versionen des klassischen Zeichenlexikons Setsuyōshū ersetzen das zweite Schriftzeichen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Mensch, Person) durch das gleichlautende {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Menschlichkeit) und schreiben gaijin als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).</ref> Bis in die Frühe Neuzeit bezeichnete man damit Personen, die nicht zur Familie, zur lokalen Gemeinschaft gehörten, die fremd waren, gelegentlich auch als Bedrohung empfunden wurden.<ref>Vgl. auch Georg Simmels „Exkurs über den Fremden“ (1908).</ref>
Dem 1603 von portugiesischen Jesuiten in Nagasaki gedruckten „Vocabulario da Lingoa de Iapam“ zufolge schloss „Guaijin“ semantisch auch Menschen aus anderen Ländern ein, doch benutzte man seit dem 16. Jahrhundert in Anlehnung an chinesische Wortwahl für die als fremd empfundenen Europäer eine Reihe spezifischer Termini wie „Südbarbaren“ (nambanjin, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref name="nanbanjin_01" /> oder „Rotschöpfe“ (kōmōjin, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), oder kōmō, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref name="komojin_01" /><ref name="komo_01" /> Diese wurden im Zuge der Öffnung des Landes gegen Ende der Edo-Zeit durch ijin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich etwa „anderer [bzw. andersartiger] Mensch“)<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>, ihōjin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), etwa „Mensch aus einer anderen Nation“)<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> oder ikokujin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Fremder“, wörtlich etwa „Mensch aus einem anderen Land“)<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> abgelöst. Seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Form gaikokujin. Nach 1872 wurde diese von der neuen Meiji-Regierung in offiziellen Dokumenten verwendet. Zugleich entstand der Terminus naikokujin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Inländer“),<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> um nicht-japanische Volksgruppen innerhalb des rasch expandierenden Territoriums zu kennzeichnen (siehe: Taiwan unter japanischer Herrschaft, Korea unter japanischer Herrschaft).
Die meisten dieser Ausdrücke verschwanden nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem allgemeinen Sprachgebrauch. Nambanjin und kōmōjin dienen heute als Fachtermini der Geschichtsschreibung; ersterer hat im Alltagsjapanischen durch das Andenken- und Kunstgewerbe inzwischen gar eine romantisierende Konnotation erhalten. Mit der Zunahme der ausländischen Wohnbevölkerung in Japan stieg auch unter den Einheimischen das Bewusstsein für den leicht pejorativen Beiklang von gaijin. Diverse Zwischenfälle und Prozesse beschleunigten diesen Vorgang. Großes Aufsehen erregte im Jahr 2001 der Fall des in den USA geborenen japanischen Staatsbürgers Debito Arudou und seiner Familie, dem in Otaru (Hokkaidō) der Zugang zu einer Therme verweigert wurde. Arudo und zwei weitere Kläger führten einen Prozess bis zum Obersten Gerichtshof, in dem der Betreiber der Therme zu einer Schadensersatzzahlung von jeweils einer Million Yen (ca. 8000 Euro) an jeden der Kläger verurteilt wurde. Die Bezeichnung erscheint noch heute in Publikationen westlicher Autoren – zumeist, um auf die exponierte Stellung westlicher Ausländer in Japan hinzuweisen.<ref>Siehe z. B. Martin B. Stanzeleit: Neugierig auf Japan: Entdeckungen und Erlebnisse eines Gaijin im Land der aufgehenden Sonne. Wiesenburg, 2013, S. 32–36.</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references> <ref name="wadoku_01"> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 20. August 2020.</ref> <ref name="jisho_01"> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: jisho. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> <ref name="wadoku_02"> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 20. August 2020.</ref> <ref name="leo_01"> Begriff „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – wairen“. In: leo.org. Abgerufen am 20. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="zdic_01"> Begriff „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – wairen“. In: zdic.net. Abgerufen am 20. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="nanbanjin_01"> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 20. August 2020.</ref> <ref name="komojin_01"> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 20. August 2020.</ref> <ref name="komo_01"> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 20. August 2020.</ref> </references>