Pleiserhohn
Pleiserhohn ist ein Ortsteil der Stadt Königswinter im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Er gehört zum Stadtteil Oberpleis und zur Gemarkung Wahlfeld, am 31. Dezember 2025 zählte er 258 Einwohner.<ref>Einwohnerstatistik. (PDF) Stadt Königswinter, 31. Dezember 2025, abgerufen am 12. April 2026 (Angabe hier ohne Nebenwohnsitze).</ref>
Geographie
Pleiserhohn liegt zwei Kilometer nordöstlich des Ortszentrums von Oberpleis im Pleiser Hügelland auf einem von Osten nach Westen zum Pleisbach abfallenden Gelände. Die Ortschaft umfasst Höhenlagen zwischen 180 und 205 m ü. NHN. Zu den nächstgelegenen Ortschaften gehören Westerhausen im Norden, Broichhausen im Osten (beide Stadt Hennef (Sieg)), Rübhausen im Südosten und Thelenbitze im Südwesten. Pleiserhohn wird von der Landesstraße 331 (Königswinter–Oberpleis–Hennef) durchquert.
Geschichte
Urkundlich in Erscheinung trat Pleiserhohn 1645 unter dem Namen Haen, als hier ein verpachteter Landbesitz der Propstei Oberpleis (Flur „Auf dem Steimel“) genannt wird. Die Ortsbewohner hatten Anteil an der Höhner Mark (einer Markgenossenschaft mit jährlichem Waldgedinge), die sich auf das Waldgebiet zwischen Pleiserhohn, Thelenbitze und Wahlfeld erstreckte. Aus der Gemeinschaft der sogenannten Märker, an die der Wald verpachtet war, entwickelte sich nach Auflösung der Höhner Mark durch die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts die „Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze“.<ref>Peter Weber, Willi Zerres: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />100 Jahre St. Anna-Kapelle 220 Jahre Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze – Ein Blick zurück in die Vergangenheit ( vom 15. November 2013 im Internet Archive), Pleiserhohn 1985</ref>
Pleiserhohn gehörte zur Honschaft Wahlfeld, einer von zuletzt fünf Honschaften, aus denen sich das Kirchspiel Oberpleis im bergischen Amt Blankenberg zusammensetzte.<ref>Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 309 ff.</ref> Nach Auflösung des Herzogtums Berg im Jahre 1806 war Pleiserhohn Teil der Kataster- bzw. Steuergemeinde Wahlfeld im Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei Oberpleis und wurde 1845/46 mit Wahlfeld in die neu gebildete Gemeinde Oberpleis eingegliedert. Im Rahmen von Volkszählungen war die Ortschaft mindestens bis 1843 als Dorf unter dem Namen Oberpleiserhohn verzeichnet. 1898 erbauten die Bewohner von Pleiserhohn in finanzieller Eigenleistung eine als hydraulischer Widder bezeichnete Wasserhebemaschinenanlage und gründeten zu diesem Zweck den „Wasserleitungsverein Pleiserhohn“. 1929 wurde eine zweite Wasserhebeanlage etwa 50 m unterhalb der ersten errichtet, die bis zur Übernahme der Wasserversorgung durch den Wasserbeschaffungsverband Thomasberg 1971 in Betrieb war.<ref name="Zerres" />
1885 entstand auf Eigentum der Nachbarschaft Pleiserhohn-Thelenbitze die St. Anna-Kapelle, die als Gebets- und Andachtsstätte vermutlich ein zuvor bestehendes „Nachbarschaftskreuz“ ablöste. 1925/26 erfolgte eine Renovierung der Kapelle. Anfang der 1950er-Jahre wurde das Dorfgemeinschaftseigentum aufgelöst, dabei ging die Kapelle mit dem umliegenden Grundstück in den Besitz der Gemeinde Oberpleis über. Zu dieser Zeit und erneut 1976/77 kam es zu weiteren Renovierungen der Kapelle, bei denen unter anderem ein neuer Altar aus Naturstein eingebaut wurde.
- Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1816<ref>A. A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats, Verlag K. A. Kümmel, Halle 1823, Vierter Band, S. 50</ref> | 149 |
| 1828<ref>Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1830, S. 303</ref> | 166 |
| 1843<ref>Königliche Regierung zu Cöln: Uebersicht der Bestandtheile u. Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften des Regierungs-Bezirks Cöln. Cöln 1845, S. 104. (Online ub.uni-duesseldorf.de)</ref> | 185 |
| 1885<ref name="gemeindelexikon">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> | 128 |
| 1905<ref>Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII Rheinprovinz. Berlin 1909, S. 151.</ref> | 130 |
Sehenswürdigkeiten
Die Kapelle St. Anna ist ein verputztes Backsteingebäude aus dem Jahre 1885 mit neoromanischen Schmuckformen und einer dreiseitigen Apsis. Das Dach ist verschiefert und besitzt einen offenen Dachreiter. Als Baudenkmal unter Denkmalschutz stehen außer der Kapelle auch ein Grabkreuz (Zur Sandkaule) aus Trachyt von 1729 mit Inschrift<ref name="Schyma">Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.) Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 258/259.</ref> sowie die Wasserhebeanlage von 1898 in der Flur Der Pützbungert.<ref name="Zerres" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.Pleiserhohn ist auch der Sitz des renommierten Politikforschungsinstituts Transatlantic Networks des Politikwissenschaftlers Andrew Denison.<ref>Transatlantic Networks: Foreign Policy Analysis. Abgerufen am 16. März 2024.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="Zerres">Willi Zerres: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Wasserhebemaschinenanlage von Pleiserhohn aus dem Jahr 1898 ( des Vorlage:IconExternal vom 24. September 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> </references>
Koordinaten: 50° 43′ 31″ N, 7° 17′ 24″ O
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