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Messstation Hafelekar

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2026 um 14:27 Uhr durch imported>Simon04 (Lawinenwarndienst Tirol).
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Datei:Hafelekar0016.JPG
Forschungsstation und Amateurfunkerhütte (links) am Hafelekar (2007)

Die Messstation Hafelekar ist ein Höhenstrahlungsobservatorium der Universität Innsbruck, das einzige seiner Art in Österreich. Es befindet sich wenige Meter unterhalb der Hafelekarspitze in der Nordkette oberhalb von Innsbruck, unweit der Station Hafelekar (2269 m ü. A.) der Nordkettenbahn.

Geschichte

Datei:Hafelekar0022.JPG
Messanlage Victor Franz Hess

Seit 1931 befindet sich auf Initiative des österreichischen Nobelpreisträgers Victor Franz Hess eine Messstation zur Beobachtung kosmischer Strahlung am Hafelekar. Nach Errichtung der Nordkettenbahn 1928 hatte Hess diesen Platz auf 2300 m ü. A. gewählt, um die Station regelmäßig und gut erreichen zu können. Kernstück der Anlage wurde eine mit dem Edelgas Argon gefüllte Ionisationskammer (Steinke-Apparat), die mit 1,5 Tonnen Blei gegen andere Strahlungen isoliert werden musste, was ohne die Bahn ein unlösbares Transportproblem gewesen wäre. Bei Ausfällen der Nordkettenbahn allerdings waren die Wissenschaftler nun auch bei extremem Wetter gezwungen, zu Fuß zum Hafelekar aufzusteigen, um die Anlage zu warten.

Datei:20251022 Hesshuette mit teleskop.jpg
Die historische Messstation Hafelekar (rechts) mit der 2025 errichteten, nach Marietta Blau benannten quantenoptischen Bodenstation.

1937 entdeckten Marietta Blau und ihre Assistentin Hertha Wambacher bei der Auswertung von am Hafelekar belichteten Fotoplatten erstmals „Zertrümmerungssterne“, sternförmig von einem Punkt ausgehende Spuren mehrerer Teilchen. Diese zeigen die Zertrümmerung eines Atomkerns durch ein Teilchen der Kosmischen Strahlen an.<ref>Die Forschungsstation am Hafelekar – Universität Innsbruck. In: Universität Innsbruck. Abgerufen am 23. November 2023.</ref><ref>Marietta Blau – Queen of Cosmic Rays. In: M Squared ▪︎ Science History. YouTube, abgerufen am 23. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 zwang die jüdische Wissenschaftlerin Blau zur Flucht nach Mexiko, weshalb sie ihre Forschungen am Hafelekar nicht weiterführen konnte. Das NSDAP-Mitglied Wambacher publizierte die Ergebnisse teilweise ohne Blau zu nennen.

2022 wurde die Messstation als „Historic Site“ der European Physical Society anerkannt.<ref name=":0">Hess-Messstation als EPS Historic Site ausgezeichnet. 29. September 2022, abgerufen am 24. November 2023.</ref>

Heutiger Betrieb

Nach einer längeren Umbauphase wurde die Messstation 2022 wiedereröffnet.<ref name=":0" /> Bei der Renovierung wurde die Hütte äußerlich wieder in den historischen Zustand versetzt sowie die Forschungsarbeit und Victor Franz Hess für Besucher des Hafelekars aufbereitet und ganzjährig von außen erlebbar gemacht.

Das Höhenstrahlungslabor wird heute vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck betreut. Aktuell wird eine UV-Messstelle von der Medizinischen Universität Innsbruck betrieben.

Seit 1993 betreibt der Lawinenwarndienst Tirol eine Wetterstation zur Messung von Lufttemperatur, Luftfeuchte sowie Windgeschwindigkeit und Windrichtung.<ref>Wetterstation Hafelekar. In: Lawinen.report. Lawinenwarndienst Tirol, abgerufen am 30. April 2026.</ref>

Weblinks

Commons: Messstation Hafelekar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 18′ 45,75″ N, 11° 23′ 1,9″ O

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