Zum Inhalt springen

Thomas Ebbesen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2024 um 14:04 Uhr durch imported>Invisigoth67 (form).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Thomas Ebbesen 2014.jpg
Thomas Ebbesen, 2014

Thomas W. Ebbesen (* 30. Januar 1954 in Oslo) ist ein norwegischer Physikochemiker.

Leben

Thomas Ebbesen erhielt seinen Bachelor am Oberlin College in Ohio und den Ph.D. an der Universität Pierre und Marie Curie in Paris im Bereich der photophysikalischen Chemie. Er arbeitete dann am Notre Dame Radiation Laboratory (NDRL) in den Vereinigten Staaten und ging anschließend 1988 an die NEC Fundamental Research Laboratories in Japan. Dort untersuchte er die neuen Karbonmaterialien wie Fullerene (C60), Graphene und Kohlenstoffnanoröhren. Nachdem es möglich wurde, Kohlenstoffnanoröhren in großen Mengen zu produzieren, bestimmte er mit Kollegen einige von deren einzigartigen Eigenschaften. Dafür erhielt er 2001 zusammen mit Sumio Iijima, Cees Dekker und Paul McEuen den EuroPhysics Prize der European Physical Society.

Bei seinen Arbeiten in den NEC-Laboratories entdeckte Ebbesen ein neues optisches Phänomen: kleine Löcher in opaken Metallfilmen, deren Durchmesser kleiner als die Wellenlänge des einfallenden Lichts ist, zeigten eine Verstärkung der Lichttransmission durch die Löcher und einen Filtereffekt bezüglich der Wellenlänge. Die Ursache waren Wechselwirkungen mit elektronischen Resonanzen auf der Oberfläche des dünnen Metallfilms.<ref>Genet, Ebbesen Light in tiny holes, Nature, Band 445, 2007, S. 39–46, PMID 17203054 </ref> Der Effekt (Extraordinary Optical Transmission, EOT), der theoretisch unerwartet und für die Experten überraschend war, ließ sich durch die Größe und Geometrie der Löcher kontrollieren und verspricht Anwendungen in der Optoelektronik, bei chemischen Sensoren und in der Biophysik. Ebbesen gilt mit seinen Forschungsergebnissen als einer der Pioniere der Nanowissenschaften und ist zurzeit Professor an der Universität Straßburg.

Ebbesen ist unter anderem Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, der Königlichen Flämischen Akademie von Belgien für Wissenschaften und Künste<ref>KVAB Klasse Natuurwetenschappen (Buitenlandse Leden): kvab.be</ref> sowie der französischen Akademie der Wissenschaften.

Auszeichnungen

Literatur

  • T. W. Ebbesen, P. M. Ajayan: Large scale synthesis of carbon nanotubes. In: Nature. Band 358, 1992, S. 220
  • E. Dujardin, T. W. Ebbesen, H. Hiura, K. Tanigaki: Capillarity and wetting of carbon nanotubes. In: Science. Band 265, 1994, S. 1850
  • M. M. J. Treacy, T. W. Ebbesen und J. M. Gibson: Exceptionally High Young’s Modulus Observed for Individual Carbon Nanotubes. In: Nature. Band 381, 1996, S. 678
  • T. W. Ebbesen, H. J. Lezec, H. F. Ghaemi, T. Thio, P. A. Wolff: Extraordinary optical transmission through sub-wavelength hole arrays. In: Nature. Band 391, 1998, S. 667
  • C. Genet, T. W. Ebbesen: Light in Tiny Holes. In: Nature. Band 445, 2007, S. 39
  • Cyriaque Genet, Jerome Faist, Thomas Ebbesen: Inducing new material properties with hybrid light-matter states, Physics Today, Mai 2021

Weblinks

Commons: Thomas Ebbesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Thomas Ebbesen Biography. Collège de France, abgerufen am 6. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Nanostructures Laboratory (Thomas Ebbesen). unistra.fr; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Autobiographie. (pdf) kavliprize.org, 18. Juli 2014; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein