Zum Inhalt springen

Adolf Behrend

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 3. Dezember 2025 um 06:24 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Adolf Behrend, 1910.jpg
Adolf Behrend (1910, nach einem Absturz)

Adolf Behrend (* 30. September 1869 in Königsberg; † 10. Dezember 1946 in Berlin; Pseudonym Salerno)<ref name="Cain">David Cain: Salerno: The Inventive Gentleman Juggler auf der Website der International Jugglers’ Association, 5. März 2015, abgerufen am 21. August 2017 (englisch)</ref> war ein deutscher Artist und Flugpionier.

Leben

Adolf Behrend absolvierte nach seinem Schulabschluss eine Lehre in der Tischlerei, in der auch sein Vater arbeitete,<ref>Francisco Alvarez: Juggling – its history and greatest performers, Teil 2: The Formative Years</ref> begann aber bald eine Karriere als Jongleur und trat in Varietés wie dem Berliner Wintergarten auf. Unter dem Künstlernamen Salerno entwickelte er gemeinsam mit Kara (eigentlich Michael Steiner, 1867–1939) den Gentleman-Jonglier-Stil, in dem der Artist im Smoking mit gewöhnlichen Haushaltsgegenständen jongliert. Er führte neue Requisiten wie den Salerno-Ring<ref>Alan Howard: The Salerno Ring (PDF; 997 kB). In: Juggle 11 (3), 2009, S. 16–17 (englisch)</ref> ein und experimentierte mit Lichteffekten. So jonglierte er erstmals mit beleuchteten Keulen, die im Flug ihre Farbe wechselten, auf einer abgedunkelten Bühne.<ref>Biografische Informationen auf www.juggling.org (englisch)</ref><ref>Stars of Vaudeville #365: Salerno</ref> Salerno war im letzten Jahrzehnt des 19. und bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts ein einflussreicher und international erfolgreicher Varietékünstler.

Adolf Behrend hatte eine kurze Karriere als einer der ersten deutschen Flieger. Am 1. Mai 1910 erwarb er auf dem Flugplatz Johannisthal den Flugschein Nummer 7.<ref>Aufstellung der Flugzeugführer 1909–1914 mit Deutscher Flugzeuglizenz (PDF; 71 kB)</ref> Bereits drei Tage früher hatte er den mit 7.000 Mark dotierten zweiten Lanz-Preis der Lüfte gewonnen.<ref>Sonja Steiner-Welz: Schütte-Lanz-Luftfahrzeuge aus Mannheim. Band 1: Die Luftschiffe, Reinhard Welz Vermittler Verlag e.K., Mannheim 2006, S. 72. ISBN 3-936041-94-6</ref> Er flog dabei einen Schultze-Herfort-Eindecker der Deutschen Flugmaschinenbau GmbH in Berlin-Rummelsburg. Nach mehreren schweren Unfällen konzentrierte Behrend sich wieder auf seine Arbeit als Varietékünstler.

Elf Monate nach seiner französischen Ehefrau Louise<ref name="Cain" /> starb er 1946 völlig mittellos und wurde auf dem Friedhof Pankow III beerdigt. Sein Freund King Repp übernahm die Kosten.<ref>Hagen Büchner, Gabi Keast: 100 Jahre King Repp. In: Kaskade 50, Nr. 2/1998, S. 31 f. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento vom 14. März 2017 im Internet Archive; PDF; 11,62 MB).</ref>

Weblinks

Commons: Adolf Behrend – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein