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Jenseits des Protokolls

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Jenseits des Protokolls ist eine Autobiografie von Bettina Wulff. Das mit Hilfe von Nicole Maibaum verfasste Buch erschien im September 2012 im Münchner riva Verlag und ging bundesweit mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren an den Start.<ref>Berliner Zeitung</ref>

Als Reaktion auf die heftige Kritik am Buch sagte Bettina Wulff Mitte September 2012 sämtliche zur Promotion des Buches geplanten öffentlichen Auftritte ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bettina Wulff sagt Talkshow-Auftritte ab (Memento vom 17. September 2012 im Internet Archive) Financial Times Deutschland, 15. September 2012. Abgerufen am 22. November 2012</ref>

Inhalt

Bettina Wulff blickt auf ihre Zeit als Gattin des Bundespräsidenten zurück. Die Veröffentlichung der Autobiografie, in der sie auch die unmittelbar im Vorfeld bekannt gewordenen, im Internet verbreiteten Gerüchte um ihr Privatleben vor der Ehe mit Christian Wulff zurückweist, wurde vom Verlag von November 2012 auf September 2012 vorgezogen.<ref>Ulrich Exner: Rotlicht-Gerüchte: Bettina Wulff – Eine Frau kämpft um ihren Ruf In: welt.de vom 8. September 2012.</ref><ref>(dpa/dapd): „Jenseits des Protokolls“: Das Bettina-Wulff-Buch ist auf dem Markt. Hamburger Abendblatt, 10. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.</ref><ref>(jok): Auszüge aus Wulffs Buch in „Bild“. „Ich habe nie als Escort-Lady gearbeitet“. Spiegel Online, 10. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.</ref> Der ursprüngliche geplante Titel des Buches lautete: Meine Sicht der Dinge.

Sie beschreibt, wie sie aufgewachsen ist, welche Liebesbeziehungen sie in ihrem Leben hatte und wie sie später den damaligen Ministerpräsidenten Wulff kennengelernt hat. Anfangs sei sie von den Annäherungsversuchen des wesentlich älteren Mannes eher belustigt gewesen, auch das konservative Image sei für sie ein Problem gewesen. Das Leben an der Seite des Ministerpräsidenten bzw. Bundespräsidenten habe sie als beschwerlich und fremdbestimmt erlebt. Sie klagt auch darüber, dass der zweiten Familie Wulffs nur wenig Geld nach Abzügen des Unterhalts für die erste übrig geblieben sei. Außerdem habe sie als Frau des Ministerpräsidenten bzw. Bundespräsidenten kein eigenes Gehalt bekommen, trotz der vielen damit verbundenen Verpflichtungen für sie.

Zum Stil schreibt der Stern:<ref>Florian Güßgen: Jenseits des Protokolls. Die Bettina Wulff Story, 10. September 2012 im Stern, zuletzt gesehen am 5. November 2012.</ref>

„Weil Wulff beim Schreiben des Buches von der Journalistin Nicole Maibaum unterstützt wurde, ist unklar, wie sehr der Schreibstil wirklich ihrer ist. Aber der Stil spiegelt eine Sehnsucht nach einer im Kern kleinbürgerlichen Geborgenheit wider: in weiten Passagen nutzt sie eine Bravo-Girl-Prosa, stellenweise poesiealbenhaft.“

Rezeption

Kritik

Zeit Online hält das Buch für „Eine gerechte Strafe für alle Klatschsüchtigen“ und bezeichnet es als „quälend und vertratscht“.<ref>David Hugendick: Bekenntnis: Bettina Wulffs Gegenschallanlage. In: Zeit Online. 12. September 2012, abgerufen am 14. September 2012.</ref> Laut Cicero zieht Bettina Wulff mit ihrem Buch „nicht nur das höchste Amt der Deutschen ins Banale“. Es lese sich wie das Tagebuch eines Teenagers.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 15. September 2012 im Internet Archive)</ref> Laut Nürnberger Zeitung ist „die Selbstdemontage dieser Frau so komplett, dass es schon fast keine Rolle mehr spielt, ob an den Rotlicht-Gerüchten etwas dran ist“.<ref>Nürnberger Zeitung vom 11. September 2012</ref>

Verkauf

In den „Hardcover Sachbuch-Charts“ der Kalenderwoche 37 (2012) von Media Control war das Buch auf dem ersten Platz gelistet<ref name="stern.de">"Jenseits des Protokolls" Wulff-Autobiografie stürmt die Sachbuch-Charts, stern.de, aufgerufen am 17. September 2012</ref><ref>Wulff-Buch auf Nummer 1 bei media control, media control, aufgerufen am 17. September 2012</ref>, in der Kalenderwoche 38 erreichte das Buch nur noch Platz 4<ref>http://www.gfk-entertainment.com/news/heinz-buschkowsky-erobert-platz-1-der-media-control-charts.html</ref> und war in der Woche 39 nicht mehr in den Top 10 vertreten.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.media-control.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> In der Spiegel-Bestsellerliste Hardcover belegte es in den Kalenderwochen 39 und 40 Platz 1 bzw. Platz 3,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 17. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> fiel aber in den Wochen 41 und 42 auf Platz 8 bzw. 10.<ref name="focus-837990">DPA-Starline: Literatur: Sachbuch-Charts. In: Focus Online. 13. Oktober 2012, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SPIEGEL-Bestseller Hardcover (Memento vom 1. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref>

Urheberrechtsverletzung via Internet

Bereits Mitte September wurde auf einer Internetseite, die angeblich von Bettina Wulff autorisiert war, eine unerlaubte Kopie verbreitet. Daraufhin leitete der Riva-Verlag rechtliche Schritte ein.<ref>Internet-Pirat bietet Download an: "Viel Spaß wünscht euch eure Bettina": Wulff-Buch im Internet aufgetaucht. In: augsburger-allgemeine.de. 2. November 2019, abgerufen am 26. Februar 2024.</ref><ref>Bestseller: Illegale Kopie des Bettina-Wulff-Buchs im Internet. In: tagesspiegel.de. 19. September 2012, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref><ref>Franz Rohleder: Wulff-Buch gratis online gestellt: Verlag klagt. In: merkur.de. 31. Januar 2013, abgerufen am 28. Februar 2024.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 10. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref>

Sonstiges

Bettina Wulff soll nach Angaben aus der Verlagsbranche für den Vertragsabschluss mit dem Riva Verlag 60.000 Euro erhalten haben. Für das Erreichen der Bestsellerlisten soll eine zusätzliche Erfolgsprämie vereinbart worden sein.<ref>Buchvertrag für Bettina Wulff soll mit 60.000 Euro dotiert sein Spiegel Online vom 16. September 2012</ref>

Berichten vom September 2012 zufolge beabsichtigte Nico Hofmann, nach dem Buch einen Fernsehfilm zu drehen.<ref>sha/dpa: Produzent Nico Hofmann: TV-Firma will Leben von Bettina Wulff verfilmen. Spiegel Online, 24. September 2012, abgerufen am 31. März 2015.</ref> Hofmann bestritt im Oktober jedoch, das Buch verfilmen oder einen Film über „die Wulffs“ drehen zu wollen, vielmehr solle ein Zeitraum bis zu Christian Wulffs Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten, den Hofmann als „etwas Einmaliges in der Geschichte der Bundesrepublik“ bezeichnete, in einem dokumentarischen Spielfilm dargestellt werden, für den Jenseits des Protokolls nur einen Teil der Recherchegrundlagen bilde.<ref>Jan Schlüter: Hofmann: ‚Kein Spielfilm über die Wulffs‘. Quotenmeter.de, 24. Oktober 2012, abgerufen am 31. März 2015.</ref> Diesen Film strahlte Sat.1 am 25. Februar 2014 unter dem Titel Der Rücktritt aus.<ref>Die Premiere des SAT.1 TV-Events in Berlin. Sat1.de, abgerufen am 31. März 2015.</ref><ref>Jan Freitag: Staatsakt für die Boulevardpresse. Twittritik "Der Rücktritt". Zeit Online, 26. Februar 2014, abgerufen am 31. März 2015.</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />