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Hermann-Hinrich Reemtsma

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Hermann-Hinrich Reemtsma (* 30. April 1935 in Altona; † 29. September 2020 in Hamburg<ref name="PM"/>) war ein deutscher Unternehmer und Mäzen.

Leben

Datei:Grabstätte Hermann-Hinrich Reemtsma.jpg
Grabplatte in der Familiengrabstätte

Hermann-Hinrich Reemtsma war ein Sohn des Unternehmers Hermann Fürchtegott Reemtsma und Vetter von Jan Philipp Reemtsma. Er wuchs in Altona und auf dem familieneigenen Hof bei Salzhausen auf. Nach dem Abitur und einer kaufmännischen Lehre arbeitete er einige Jahre in der operativen Führung des Zigaretten-Unternehmens der Familie Reemtsma, bis er die Rolle als Gesellschafter und Aufsichtsratsmitglied einnahm. Seit Mitte der 1960er Jahre war er als Landwirt in der Lüneburger Heide und in Ostengland tätig.<ref name="PM">Pressestelle des Senats: Hermann-Hinrich Reemtsma gestorben. In: hamburg.de. 2. Oktober 2020, abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref> Ab 1996 saß er als letztes Familienmitglied im Aufsichtsrat des Reemtsma-Konzerns, aus dem er 2002 ausschied.<ref>Focus Online: DER KLIENT“ LEBT. In: Focus Online. (focus.de [abgerufen am 6. März 2018]).</ref><ref>Suche. In: lebensmittelzeitung.net. (lebensmittelzeitung.net [abgerufen am 6. März 2018]).</ref>

Er verfügte 2005 über ein Vermögen von rund 800 Mio. Euro und gehörte damit zu den 36 reichsten Hamburgern.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/hamburg.verdi.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> 2011 gehörte er mit einem Vermögen von 500 Mio. Euro zu den 500 reichsten Deutschen.

Hermann-Hinrich Reemtsma galt als „öffentlichkeitsscheu“.<ref>Tanja Stelzer: Kampf der Metropolen. In: Der Tagesspiegel vom 12. Dezember 2005</ref> Politisch stand er der CDU nahe.<ref>Person – Herman-Hinrich Reemtsma – Politische Datenbank – Parteienfinanzierung – Parteispenden – Parteifinanzierung. Abgerufen am 6. März 2018.</ref>

Reemtsma starb im Alter von 85 Jahren und wurde in der Familiengrabstätte auf dem Nienstedtener Friedhof beigesetzt.

Wirken

Im Gedenken an seinen Vater Hermann Fürchtegott Reemtsma gründete Hermann-Hinrich Reemtsma 1988 die Hermann Reemtsma Stiftung, die Projekte von Institutionen und Initiativen auf den Gebieten Wissenschaft, Kultur und Soziales in Norddeutschland fördert. Zum Beispiel stiftete sie für den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg 2005 zehn Millionen Euro.<ref>Jens Jessen: Vergesst nicht Adornos Krawatte. In: Die Zeit vom 9. März 2006</ref> Für das Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam finanzierte sie die Restaurierung der Pegasusgruppe und des Pomonatempels.<ref>Hans-Joachim Giersberg: Jahrbuch der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 1993–2000. Band 3, Akademie Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05-003716-4, S. 227.</ref> Die Reemtsma-Stiftung zählt zu den Mäzenen der Restaurierung und Erforschung des Jüdischen Friedhofs Altona, eines Kandidaten für das UNESCO-Weltkulturerbe.<ref>Jüdisches Leben statt toter Wände. In: Die Welt vom 10. Juni 2007</ref><ref>Weltkulturerbe Jüdischer Friedhof Altona</ref> Mit der Hermann Reemtsma Stiftung unterstützte Hermann-Hinrich Reemtsma unter anderem auch die Restaurierung der Stellwagen-Orgel in Stralsund, den Aufbau des Dreikönigshospizes in Neubrandenburg und zuletzt die Neuausrichtung des Warburg Institute in London. Er engagierte sich für die Erweiterung des Israelitischen Krankenhauses Hamburg, die Herrichtung der ehemaligen Talmud-Tora-Schule und die Sanierung der Synagoge Hohe Weide. Seit 1978 war er größter Mittelgeber und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen.

Im Gegensatz zu anderen Erben des Reemtsma-Konzerns verweigerte er eine direkte Zahlung von Entschädigungen an ehemalige Zwangsarbeiter, die das Unternehmen im Zweiten Weltkrieg beschäftigt hatte, weil das heutige Unternehmen, die Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH, bereits Zahlungen an die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ geleistet habe.<ref>Frank Keil: Studie "Reemtsma auf der Krim". Die Hamburger Kriegs-Profiteure. In: Die Tageszeitung (taz). 26. September 2011, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 6. März 2018]).</ref><ref>Buchvorstellung bei der AG Friedensforschung</ref> Diese Stiftung öffentlichen Rechts war eigens zur Entschädigung von Zwangsarbeitern gegründet worden. Mit seiner privaten Stiftung unterstützt er gemeinnützige Initiativen, die ehemalige Zwangsarbeiter betreuen und versorgen.<ref>Hermann Reemtsma Stiftung (Hrsg.): Hermann Reemtsma Stiftung 2008-2015. Hamburg 2016, S. 230.</ref>

Ehrungen und Auszeichnungen

2004 erhielt Hermann-Hinrich Reemtsma die Salomon-Heine-Plakette, die für „vorbildliches Handeln zum Wohle Hamburgs“ verliehen wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Salomon-Heine-Plakette für Georg W. Claussen: Leute von Welt (Memento vom 1. Dezember 2016 im Internet Archive), Die Welt 22. Juni 2012</ref>

2007 wurde er mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz in Form des Karl-Friedrich-Schinkel-Rings für „seinen Einsatz zum Erhalt bedeutender Kulturdenkmale vor allem in Norddeutschland“.<ref>Denkmalschutzpreis für Mäzen Hermann-Hinrich Reemtsma. In: Die Welt. 20. November 2007 (welt.de [abgerufen am 6. März 2018]).</ref><ref>Hermann-Hinrich Reemtsma erhält „Karl-Friedrich-Schinkel-Ring“. (abendblatt.de [abgerufen am 6. März 2018]).</ref>

Im selben Jahr erhielt er als einer der ersten beiden Preisträger – der andere war Paul Spiegel – die Herbert-Weichmann-Medaille für seine finanzielle Unterstützung beim Aufbau des neuen Zentrums der Jüdischen Gemeinde Hamburg, das sich im Gebäude der alten Talmud Tora Schule befindet.<ref>Meldung bei zentralratdjuden.de</ref> In der Laudatio sagte Andreas Wankum, der damalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Reemtsma spende im Sinne der Sache, und nicht im eigenen Interesse. Das mache ihn zu einem besonderen Mäzen.<ref>„Die Jüdische Gemeinde ist wieder zu Hause“. In: Hamburger Abendblatt vom 11. Juni 2007</ref>

Hermann-Hinrich Reemtsma war Ehrenmitglied des Kuratoriums der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen (SHK).<ref>Exklusiver Einblick für Runges Urururenkel, Hamburger Abendblatt vom 2. Dezember 2010</ref><ref>Ulrich Luckhardt: Kunst für Hamburg. Von laut bis leise. 50 Jahre Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen. Hamburg 2006, ISBN 3-938002-21-2; S. 19 f.</ref>

Wegen seines Engagements für die Restaurierung der Stellwagen-Orgel in der St.-Marien-Kirche in Stralsund beschloss die Stralsunder Bürgerschaft am 23. August 2012, Hermann-Hinrich Reemtsma die Ehrenbürgerwürde der Stadt zu verleihen.<ref>Ostsee-Zeitung, Ausgabe Stralsund, vom 27. Februar 2013</ref>

2016 wurde Hermann-Hinrich Reemtsma für sein „vielseitiges Engagement, das der Kunst und Kultur sowie dem Gemeinwohl gleichermaßen verpflichtet ist“ mit der Maecenas-Ehrung des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute ausgezeichnet.

Weblinks

Commons: Hermann-Hinrich Reemtsma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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