Felsen-Schleifenblume
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| Felsen-Schleifenblume | ||||||||||||
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| Datei:Iberis saxatilis.jpg
Felsen-Schleifenblume (Iberis saxatilis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Iberis saxatilis | ||||||||||||
| L. |
Die Felsen-Schleifenblume<ref name="FdG" /><ref name="Fitschen2017" /> (Iberis saxatilis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schleifenblumen (Iberis) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa. Ihre Sorten werden wegen der dekorativen weißen Blüten als Zierpflanze verwendet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Felsen-Schleifenblume ist ein immergrüner, niederliegender bis 15 Zentimeter hoher Halbstrauch, der kleine, flache Polster bildet. Die Zweige sind aufstrebend und zerbrechlich. Der Stängel ist ausgebreitet-niederliegend, meist sehr ästig und durch die Narben der abgefallenen Blätter knorrig.<ref name="Markgraf1958" /> Er endet in blühenden und nichtblühenden Blattrosetten.<ref name="Markgraf1958" />
Die einfache, fleischige, dunkelgrüne Blattspreite der Laubblätter ist bei einer Länge von 1,5 bis 2 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 1,5 Millimetern linealisch mit etwas zugespitztem oberen Ende und kahl oder häufig am Rand bewimpert.<ref name="FdG" /><ref name="Fitschen2017" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt im Mai, im Herbst kann es eine Nachblüte geben. Die Blüten sind in endständigen, 1,5 bis 2 Zentimeter breiten Trugdolden angeordnet, die sich bis zur Fruchtreife hin verlängern. Die Kelchblätter sind oberwärts meist rötlich und weiß berandet.<ref name="Markgraf1958" />
Die zwittrige Blüte ist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kronblätter sind weiß.<ref name="FdG" /><ref name="Fitschen2017" /> Die äußeren sind mit 6 bis 8 Millimeter Länge etwa doppelt so lang wie die inneren.
Die Fruchtstiele sind bogig abstehend und etwa so lang wie die Frucht.<ref name="Markgraf1958" /> Die Schötchen sind bei einer Länge von etwa 7 Millimetern sowie etwa 6 Millimetern rechteckig-eiförmig und von ihrer Basis bis gegen die Mitte schmal geflügelt, dann rasch zunehmend breiter geflügelt und am oberen Ende ziemlich tief ausgerandet.<ref name="Markgraf1958" /> Der Griffel ist etwa so lang wie die Ausrandung der Frucht. Die Samen sind bei einer Länge von etwa 3 Millimetern sowie einem Durchmesser von etwa 3 Millimetern eiförmig.<ref name="Markgraf1958" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Jalas1996" />
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa in Spanien, Frankreich, in der Schweiz, auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien und auf der Krim.
Die Felsen-Schleifenblume wächst in Steppen, Trockenwäldern und kühlfeuchten Wäldern auf mäßig trockenen bis frischen, schwach sauren bis alkalischen, sandig-lehmigen bis lehmigen, nährstoffreichen aber auch felsigen und flachgründigen Böden an sonnigen bis lichtschattigen Standorten. Die Felsen-Schleifenblume ist frosthart. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 6a zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −23,3 bis −20,6 °C (−10 bis −5 °F).<ref name="FdG" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Iberis saxatilis erfolgte durch 1756 durch Carl von Linné in Centuria II. Plantarum, S. 23. Das Artepitheton saxatilis stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „an oder auf Felsen lebend“.<ref name="Gen_Art" /> Synonyme für Iberis saxatilis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Biauricula saxatilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bubani, Iberis latealata <templatestyles src="Person/styles.css" />Porta & Rigo ex Porta, Iberis vermiculata <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Iberis zanardinii <templatestyles src="Person/styles.css" />Vis.
Je nach Autor gibt es etwa vier Unterarten:
- Iberis saxatilis subsp. cinerea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poir.) Font Quer (Syn.: Iberis cinerea <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir., Iberis latealata <templatestyles src="Person/styles.css" />Porta & Rigo, Iberis saxatilis var. cinerea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poir.) Pau, Iberis subvelutina <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Iberis sampaioana <templatestyles src="Person/styles.css" />Franco & P.Silva): Sie kommt nur vom zentralen bis südlichen Spanien vor.
- Iberis saxatilis subsp. magnesiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Oskay: Sie kommt in der Türkei vor.
- Iberis saxatilis subsp. pseudosaxatilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Emb. ex Maire) Moreno & M.Velasco
- Iberis saxatilis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. saxatilis (Syn.: Iberis garrexiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop., Iberis saxatilis var. malacitana <templatestyles src="Person/styles.css" />Pau, Iberis saxatilis subsp. valentina <templatestyles src="Person/styles.css" />Mateo & Figuerola, Iberis vermiculata <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Iberis zanardinii <templatestyles src="Person/styles.css" />Vis.): Sie kommt von Spanien über Frankreich, Italien bis zur Schweiz, und ehemaligen Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien, bis Griechenland und auf der Krim vor. Sie gedeiht in der Schweiz in der Kalkfels-Pionierflur des Gebirges (Karstfluren) (Verband Drabo-Seslerion). Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Ökologie
Nach der Befruchtung färben sich die Staubfäden und Griffel violett.<ref name="Markgraf1958" />
Verwendung
Die Felsen-Schleifenblume wird häufig aufgrund der dekorativen Blüten als Zierpflanze verwendet.<ref name=FdG/>
Nachweise
Literatur
- Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 346.
- Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 534.
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Iberis saxatilis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FdG"> Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 346. </ref> <ref name="Fitschen2017"> Jost Fitschen: Gehölzflora. 13., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2017, ISBN 978-3-494-01712-9, S. 588. </ref> <ref name="Gen_Art"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996), S. 562. </ref> <ref name="Jalas1996"> Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 11: Cruciferae (Ricotia to Raphanus). Helsinki 1996, ISBN 951-9108-11-4. S. 169–170. </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 386–387. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> </references>
Weblinks
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt bei Mittelmeer- und Alpenflora.