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Arpana Caur

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Datei:Arpana Caur.jpg
Arpana Caur, 2015

Arpana Caur (* 4. September 1954 in New Delhi<ref name="Saur"/>) ist eine indische Malerin und Grafikerin.

Leben

Arpana Caur entstammt einer Sikh-Familie, die 1947 während der Wirren um die Teilung Britisch-Indiens aus dem pakistanischen West-Punjab in die Republik Indien geflohen war.<ref>Suneet Chopra: The Art of Arpana Caur. Roli Books, New Delhi 2001, S. 6 f.</ref> Ihre Mutter ist die Schriftstellerin Ajit Kaur (* 1934), die auf Panjabi schreibt. Kaur bzw. Caur (Aussprache kor) ist ein religiöser Nachname, der von allen weiblichen Sikhs getragen wird. Ihren Vornamen Arpana trägt sie nicht seit ihrer Geburt, sondern sie hat ihn im Alter von 15 Jahren selbst angenommen, und zwar als Ausdruck eines persönlichen Entwicklungsprozesses, in dem es ihr um unabhängiges Denken ging.<ref name="Arpana">Interview in: Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Arpana Caur.] SikhiWiki, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. September 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Arpana Caur absolvierte ein Literaturstudium an der University of Delhi mit dem Abschluss Master of Arts. In die Malerei arbeitete sie sich weitgehend autodidaktisch ein.<ref name="Arpana"/> Ihre Ausbildung in der Radiertechnik erhielt sie 1982 in den Garhi Studios in New Delhi,<ref name="Saur">Allgemeines Künstlerlexikon, Band 17, K. G. Saur, München 1997, S. 342.</ref> deren Einrichtungen sie auch weiterhin für ihre graphischen Arbeiten nutzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(Hi)Story of the Garhi Printmaking Studios, New Delhi (Memento vom 1. November 2011 im Internet Archive)</ref> Ihr bildnerisches Werk fand schon in ihrer Jugendzeit Beachtung. Seit etwa 1990 zählt sie zu den wichtigsten Künstlerinnen Indiens.<ref>Jutta Ströter-Bender: Zeitgenössische Kunst der „Dritten Welt“. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-2665-3, S. 177.</ref> Bilder von ihr befinden sich weltweit in Sammlungen wichtiger Museen, darunter das Victoria and Albert Museum in London, das Museum of Contemporary Art, Los Angeles und das Singapore Art Museum in Singapur.<ref>Arpana Caur: Museum collections</ref>

In der Reihe Face to Face des britischen Senders BBC wurde im April 2002 ein Fernsehinterview mit ihr gesendet.<ref>BBC-Interview mit Arpana Caur (24. April 2002)</ref>

Die 2014 erschienene 25. Ausgabe (Jubiläumsausgabe) der indischen Buchreihe Limca Book of Records stand unter dem Motto Empowering Women und stellte u. a. auch Arpana Caur vor.<ref>Srijani Ganguly: Limca book to celebrate Indian women. In: www.indiatoday.in. 5. März 2014, abgerufen am 6. Mai 2018.</ref>

Ende 2016 würdigte die Zweigstelle Bangalore der National Gallery of Modern Art Arpana Caur mit einer Retrospektive unter dem Titel “Four Decades: A Painter’s Journey”.<ref>Cut to story. In: The Hindu. 15. November 2016, abgerufen am 11. Juni 2018.</ref>

Arpana Caur unterstützt mehrere soziale Projekte in Indien, darunter ein Heim für Leprakranke sowie Projekte für arme und alte Witwen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Arpana Caur: About me (Memento vom 15. September 2012 im Internet Archive)</ref> Außerdem setzt sie sich für das friedliche Zusammenleben von Hindus und Moslems in Indien ein; so gehört sie zu den Unterzeichnern eines Protestbriefes an den indischen Staatspräsidenten, in dem die Zerstörung der Babri-Moschee durch Hindu-Nationalisten verurteilt wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Letter to the President of India after the demolition of Babri Masjid (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>

Werk

Arpana Caur arbeitet figurativ, wobei oft einige wenige große Figuren dominieren. Inzwischen hat sie einen eigenen Stil entwickelt, den sie zwar modifiziert, aber nicht grundlegend abändert. Typisch sind zum Beispiel große Augen. Bei manchen ihrer Figuren knüpft sie bewusst an die traditionelle indische Plastik an,<ref name="Saur" /> so an Skulpturen des Gupta-Reichs oder an Bronzeskulpturen aus der Zeit des Chola-Imperiums.<ref>Suneet Chopra: The Art of Arpana Caur. Roli Books, New Delhi 2001, S. 5 f.</ref> In manchen Werken übernimmt sie Besonderheiten der Perspektive aus der indischen Miniaturmalerei.<ref name="Saur" /> Inspirationen bezieht sie auch aus der Literatur des Punjab und der religiösen Bhakti-Dichtung.<ref name="Jhaveri">Amrita Jhaveri: A Guide to 101 Modern & Contemporary Indian Artists. India Book House, Mumbai 2005, ISBN 81-7508-423-5, S. 101.</ref>

Ihre künstlerischen Ausdrucksformen sind vielfältig. An erster Stelle sind ihre meist großformatigen Öl- bzw. Acrylgemälde zu nennen. Sie erstellte etwa zehn Wandmalereien an Außenfassaden, zum Beispiel am Verwaltungsgebäude der Südasiatischen Wirtschaftsgemeinschaft (SAARC) in Kathmandu, Nepal.<ref>Murals & Installations | Caur Arpana. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. August 2015; abgerufen am 1. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (Weitere Beispiele für Wandbilder im Abschnitt „Gemeinschaftsarbeiten“.) Als Graphikerin bevorzugt sie die Radierung. Gelegentlich schafft sie Installationen wie zu Ehren des berühmten indischen Künstlers M. F. Husain.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig MF Husain, by Arpana Caur.] The Indian Express, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. September 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Sie illustrierte ein Bilderbuch für Kinder über Guru Nanak, den Gründer des Sikhismus.<ref>Mala Dayal: Nanak: the Guru. Rupa & Co, New Delhi 2005, ISBN 81-291-0679-5.</ref><ref>Rezension: Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Distinctive strokes.] The Tribune (India), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. September 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Bildthemen

Arpana Caurs frühe Bilder ab Mitte der 1970er Jahre haben meist einen autobiographischen Bezug. Es wird häufig das urbane Chaos des Stadtteils Patel Nagar im Westen Delhis thematisiert, wo sie damals lebte.<ref name="Jhaveri" /> Ausgangspunkt für diese und viele weitere Bilder bis Mitte der 1990er Jahre sind Alltagsthemen, wobei bei der bildnerischen Umsetzung eine Steigerung ins Allgemeingültige erfolgt.<ref name="Saur" /> Dazu gehören auch Frauenmotive, die Caur in einer emanzipatorischen und feministischen Absicht aufgreift (Frauen als Opfer, Solidarität unter Frauen etc.). Das Bild Green Circle (1989) zeigt ein Mädchen umgeben von kleinformatigen Szenen lebhaften Straßenverkehrs; es malt gerade einen grünen Kreis um sich herum, um sich auf magische Weise vor der Bedrohung zu schützen. Die Szene nimmt Bezug auf eine Episode im indischen Nationalepos Ramayana, in der Lakshmana um die bedrohte Sita herum einen schützenden Kreis zieht.<ref name="Chopra" />

Ein weiterer Themenkreis betrifft die Auseinandersetzung mit Krieg und politisch motivierter Gewalt. So gaben die gewaltsamen Ausschreitungen gegen Sikhs im Jahre 1984 den Anstoß zu einer Serie mit dem Titel World Goes On; dabei sind der menschlichen Gewalt Naturmotive gegenübergestellt, wo die Zeit unverändert ihren Gang nimmt.<ref name="Chopra">Suneet Chopra: The Art of Arpana Caur. Roli Books, New Delhi 2001, unpaginierter Bildteil.</ref> Im Zentrum des Bildes Landscape with Knives (1989)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bild „Landscape with Knives“ (Memento vom 8. Februar 2007 im Internet Archive)</ref> züngeln gelbe Flammen als Symbol einer gewaltbereiten Grundstimmung; in der linken Bildhälfte wird diese Stimmung zusätzlich durch eine Vielzahl von Messern unterstrichen, während auf der rechten Bildhälfte ein Musiker durch die Macht seiner Musik eine Abkühlung bewirken kann.<ref name="Chopra" /> Caur war eine von zehn Künstlern weltweit, die eingeladen wurden, im Jahre 1995 für das Gedenken an den fünfzigsten Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima einen künstlerischen Beitrag zu liefern. Dazu schuf sie ein Triptychon mit dem Titel Where are all the flowers gone?,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bild „Where are all the flowers gone?“ (Memento vom 8. Februar 2007 im Internet Archive)</ref> das sich im Hiroshima Museum of Modern Art befindet. Der linke Teil symbolisiert die Schönheit des Landes vor der Zerstörung, der braune Mittelteil zeigt tote Soldaten und der gelb-schwarz gehaltene rechte Teil zeigt eine Witwe unter einer dunklen Wolke mit radioaktivem Regen.<ref name="Chopra" />

Einige ihrer Bilder mit religiösen Motiven wurden in Büchern publiziert. Im Buch Naam roop ist jeweils einem Gedicht von Shailendra Gulhati ein thematisch passendes Gemälde von Arpana Caur gegenübergestellt, zum Beispiel mit dem Titel Kabir oder Nanak.<ref>Shailendra Gulhati, Arpana Caur: Naam Roop. A tribute to the Divine. Digital Publications, New Delhi 2006. (In einigen Fällen trifft die Entsprechung nur in einem übertragenen Sinne zu.)</ref>

Besonders wichtig ist ihr das Thema Zeit. In diesem Kontext taucht häufig das Motiv der Schere auf, teils in der Hand einer Frau, die einen Faden abschneidet, teils separat als Werkzeug ohne benutzende Person. Dabei hat die Frau mit Schere eine ähnliche symbolische Bedeutung wie die todbringende Moira Atropos der griechischen Mythologie. Die Schere fungiert als Metapher für die Zeit (bzw. für das Ende der Lebenszeit).<ref>Arpana Caur. Abgerufen am 1. Februar 2026.</ref>

Gemeinschaftsarbeiten

In den 1990er Jahren entstanden eine Reihe von Gemeinschaftsarbeiten mit indischen Volkskünstlern aus der indigenen Volksgruppe der Warli sowie der Godna, welche in der Region Madhubani des indischen Bundesstaates Bihar leben.<ref name="Jhaveri" /> Dabei übermalte sie z. B. die floralen Motive des Godna-Künstlers Sat Narain Pande mit Darstellungen von Arbeitern und Verkehrsampeln, um auf diese Weise die Gegensätze von Tradition und Moderne sowie von ländlichem und städtischem Leben zum Ausdruck zu bringen.

Zusammen mit dem deutschen Maler Sönke Nissen-Knaack schuf sie im Jahr 2000 zwei große Wandmalereien an Außenfassaden. Das Gemälde auf einer Hausfassade in Hamburg-Altona<ref>Hamburg Altona - New Delhi / Indien. Abgerufen am 1. Februar 2026.</ref> hat die Gegenüberstellung des zyklischen Zeitverständnisses östlicher Kulturen mit dem westlichen linearen Zeitverständnis zum Thema.<ref name="Chopra" /> Das Wandbild in New Delhi<ref>New Delhi - Hamburg. Abgerufen am 1. Februar 2026.</ref> war das erste indische Wandbild im öffentlichen Raum.<ref name="Chopra" /> Diese beiden Werke entstanden im Rahmen von „Mural Global“, einem weltweiten Wandmalereiprojekt zur Agenda 21 unter der Schirmherrschaft der UNESCO.

Weblinks

Commons: Arpana Caur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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