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Gert Tiedtke

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Vorlage:Infobox Karambolagespieler

Gert Tiedtke (* 17. November 1922 in Duisburg; † Juli 2021 in Bendorf) war ein deutscher Karambolagespieler und mehrfacher deutscher Meister im Kunststoß.<ref name="Munzinger" /><ref name="Nachruf" />

Leben

Gert Tiedtke wurde in Duisburg als Sohn eines Deutschen und einer Holländerin geboren. Sein älterer Bruder ist der mehrfache Weltmeister August Tiedtke (1913–1972). Gert besuchte zunächst die Schule in seiner Geburtsstadt, bevor die Familie noch während es ersten Schuljahrs nach Arnhem in den Niederlanden umzog.<ref name="Munzinger" />

Gert Tiedtke spielte damals, 17-jährig, für Vitesse Arnheim, Fußball in der holländischen Oberliga. Schon als kleiner Junge hatte er gern den Queue zur Hand genommen, um seinem neun Jahre älteren Bruder August nachzueifern. So kam es, dass die beiden Brüder gemeinsame Trainingspartner wurden. August Tiedtke hatte bei dem holländischen Meister Jan Dommering gelernt und teilte sein Wissen mit Gert.<ref name="Munzinger" />

Von 1941 bis 1945 war Tiedtke Soldat im Zweiten Weltkrieg, aus dem er nach mehreren Verwundungen, u. a. mit einem Kieferdurchschuss, nach Düsseldorf zurückkehrte, 1951 zog er nach Bendorf bei Koblenz. In Düsseldorf-Oberkassel kümmerte er sich zunächst um den Aufbau eines Bimsbaustoff-Betriebes; auch sein Vater hatte schon eine Baustoffhandlung.<ref name="Munzinger" /> Er starb Ende Juli 2021 im Alter von 98 Jahren.<ref name="Nachruf" />

Karriere

1947 nahm er zum ersten Mal an der Deutschen Meisterschaft im Dreiband teil und wurde auf Anhieb Dritter. Zwischen 1947 und 1982 nahm er an vielen deutschen Meisterschaften im Dreiband teil. Während der ältere Tiedtke diesen Titel 17 Mal errang, kam der jüngere auf immerhin 7 Titel, den ersten 1978 in Gelsenkirchen. Mit den Düsseldorfer Billardfreunden und dem Kölner Billardklub wurde er mehrfach deutscher Pokalmeister und erspielte sich 1968 in Madrid den sechsten Rang bei den europäischen Einzelmeisterschaften. Nach dem Tod seines Bruders 1972 machte Gert Tiedtke das Kunststoßen in der Bundesrepublik Deutschland populär. Zu Hause trainierte er die damals noch 76 Figuren (heute 100) und konnte 1975, vermittelt durch einen Freund, an den belgischen Kunststoß-Meisterschaften teilnehmen.

In Belgien qualifiziert, belegte er in Dortmund den fünften Platz bei den Europameisterschaften.

Bei einem Pokalturnier spielte Tiedtke seine persönliche Bestleistung von 321 Punkten. 1984 sicherte er sich zum vierten Mal in Folge den Titel bei den deutschen Meisterschaften im Kunststoßen. Zuvor hatte er schon 1976 und 1977 gewonnen. 1986 holte er noch einmal diesen Titel. Im selben Jahr verursachte Tiedtke bei der EM den längsten protokollierten Stoßversuch. Er setzte zum Stoß an und fuhr ins Tuch, die Reparatur dauerte 15 Minuten. Er setzte zum zweiten Versuch an, da fiel unerwartet das Licht aus und er fuhr erneut ins Tuch – nochmals 15 Minuten Reparatur. Beim dritten Versuch zersprang ihm dann der Elfenbeinball!<ref name="Wussten sie schon" />

Den Titel im Dreiband gewann Tiedtke 1978 in Schwelm, vor dem Altenessener Norbert Schmidt und dem Kölner Werner Hutmacher.

Erfolge

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Munzinger"> Gert Tiedtke im Munzinger-Archiv, abgerufen am 5. September 2012 (Artikelanfang frei abrufbar) </ref> <ref name="Nachruf"> Markus Schönhoff: Gerd Tiedtke mit 98 Jahren verstorben. Kozoom, 18. August 2021, abgerufen am 23. August 2021: „Vor drei Wochen verstarb in Bendorf im Alter von 98 Jahren Gert Tiedtke, einer der letzten großen Pioniere des deutschen Carambol-Billardsports.“</ref>

<ref name="Spielerfolge"> Chronik des Kölner Billard Club 1908 e.V. Spielerfolge. Billard-Cafe-Schneider.de, 28. Juni 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Mai 2016; abgerufen am 5. September 2012.</ref>

<ref name="Wussten sie schon"> Wussten sie über Billard schon, dass ... BSC-Girbelsrath.de, 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. März 2019; abgerufen am 5. September 2012.</ref>

</references>