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Zierbrikett

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Datei:DBM Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Schmuckbrikett Weltmeister 1974.JPG
Zierbrikett anlässlich der Fußball-WM 1974
Datei:DBM Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Schmuckbrikett 40 Jahre DDR.JPG
Zierbrikett anlässlich des 40-jährigen Bestehens der DDR

Zierbriketts, auch Schmuck-, Sonder- oder Sammel-/Sammlerbriketts genannt, sind Kohlebriketts (überwiegend als Braunkohle), die von der herstellenden Brikettfabrik nicht mit dem üblichen Markennamen oder -emblem gepresst werden, sondern die eine aufwendige Sonderprägung mit Text und/oder Bild erhalten.

Der Sonderaufdruck entsteht durch eine entsprechende Negativform auf dem Stempel der Brikettpresse. Die erhabene Prägung wird nach dem Pressen eingefärbt, meist mehrfarbig und von Hand.

Zierbriketts sind nicht wie normale Briketts zum Verheizen gedacht, sondern als Andenken, Ehrung oder Werbeträger. Sie werden von den Fabriken vorzugsweise zu besonderen Anlässen wie Feiertagen, Jubiläen, Veranstaltungen, Eröffnungen oder Stilllegungen von Betriebsteilen u. ä. in limitierter Anzahl hergestellt.<ref name="WZ" /> Insbesondere zu Zeiten der DDR und des Deutschen Reiches waren die Briketts gelegentlich auch mit politischen Botschaften versehen (siehe Bild).

Sammlungen

Zierbriketts zählen zu den Sammlerobjekten. Sie werden von interessierten Privatleuten gesucht, systematisch erfasst und auf entsprechenden Sammlermärkten getauscht und gehandelt.<ref name="LR 1104" /><ref name="LR 0407" /><ref name="LR 0909" /><ref name="LR 0903" /><ref name="TA Crux" /><ref name="MZ 0701" /> Ähnlich wie bei vergleichbaren Sammelobjekten hängt der Sammlerwert eines Briketts von seinem Alter, dem Erhaltungsgrad, der Höhe der Auflage und den Besonderheiten des Formats und Aufdrucks ab.<ref name="BZ 9610" />

Da in Ländern wie Deutschland fast alle Brikettfabriken stillgelegt sind, werden immer weniger neue Auflagen an Zierbriketts herausgegeben. Briketts haben daher unter den Sammlerobjekten im Vergleich zu Alltagsgegenständen, die weiterhin in großer Stückzahl produziert werden, eine untergeordnete Bedeutung. Die Zahl der Sammler ist relativ gering.<ref name="RER 1208" /> Einen gewissen Aufschwung erhielt das Hobby im Zuge der Ostalgie-Welle nach Ende der DDR.

Der rheinländische Sammler Josef Kau hat es mit der damals größten derartigen Sammlung der Welt (2560 Stück) zu einem Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde gebracht.<ref name="BZ 9610" /> Später ist Kaus Sammlung auf mehr als 5500 Stück angewachsen,<ref name="MZ 0711" /><ref name="Kreisch" /> der Rekord wurde aber von Karl-Josef Buchen, einem anderen Sammler aus dem Rheinland, mit etwa 8000 Briketts nochmals deutlich übertroffen.<ref name="RER 1208" />

Ein umfassendes Verzeichnis der Sonderbriketts der deutschen Kohlereviere (nach dem Vorbild anderer Sammlerkataloge wie dem Michel) wird seit 2008 von einer Arbeitsgemeinschaft deutscher Bergbauunternehmen und -museen erarbeitet.<ref name="EBWB" /> Bisher existieren nur lückenhafte Listen.<ref name="DEBRIV" /><ref name="RER 1208" />

Ausstellungen

Datei:DBM Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Schmuckbriketts Sammlung (6).JPG
Teil der Schmuckbrikett-Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Auch einige spezialisierte Museen präsentieren Sammlungen von Zierbriketts als Zeugnis der Montanhistorie:

Literatur

  • Rainer Slotta: Zierbriketts aus Braunkohle. Kulturgeschichtlich bemerkenswerte Erzeugnisse einmal näher betrachtet. In: Saarbrücker Bergmannskalender. 1998, DNB 011243570, S. 67–71.

Weblinks

Quellen

<references> <ref name="WZ"> Inge Hüsgen: Grevenbroich: Kohlebriketts zur Mondlandung. In: Westdeutsche Zeitung (wz-newsline.de). 14. Dezember 2007, abgerufen am 5. September 2012. </ref> <ref name="LR 1104"> Sascha Klein: Sammlerbörse am Ex-Tagebau. In: Lausitzer Rundschau (lr-online.de). 30. April 2011, abgerufen am 5. September 2012. </ref> <ref name="LR 0407"> Sascha Klein: Senftenberger bewahrt die gepresste Lausitzer Geschichte. In: Lausitzer Rundschau (lr-online.de). 19. Juli 2004, abgerufen am 5. September 2012. </ref> <ref name="LR 0909"> Sascha Klein: Sammler erhalten die Historie der Brikettproduktion in der Lausitz am Leben. In: Lausitzer Rundschau (lr-online.de). 5. September 2009, abgerufen am 6. September 2012. </ref> <ref name="LR 0903"> Dörthe Hückel: Herz für Briketts entflammt. In: Lausitzer Rundschau (lr-online.de). 3. September 2003, abgerufen am 29. November 2013. </ref> <ref name="EBWB"> Deutsche Braunkohlenreviere: Brikettsammler gesucht. In: BWK - Das Energiemagazin. 20. Mai 2008, abgerufen am 6. September 2012. </ref> <ref name="BZ 9610"> Elisabeth Trees: Das wirklich kleinste Brikett. Der Sammler über den Winzling: Der Bau der Maschine war eine Wahnsinnsarbeit. In: Berliner Zeitung. 12. Oktober 1996, abgerufen am 6. September 2012. </ref> <ref name="RER 1208"> Ingo Schmitz: Sammel-Leidenschaft: Buntes Leben im schwarzen Keller. In: Rhein-Erft Rundschau. 20. August 2012, abgerufen am 6. September 2012. </ref> <ref name="DEBRIV"> Deutscher Braunkohlen-Industrie-Verein (Hrsg.): Braunkohle im Zeitraum 1985 bis 2010. Rohstoff – Mensch – Natur – Technik. Alert-Verlag, Berlin 2010 (Rezension in der Zeitschrift Bergbau 11/2010 [PDF; 9,4 MB] mit Sonderbrikett-Datenbank auf einer Daten-DVD). </ref> <ref name="Kreisch"> „Glück auf“ in der Klütten-Stube. Gasthaus Kreisch, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Dezember 2012; abgerufen am 6. September 2012. </ref> <ref name="TA Crux"> Arne Martius: Ausgefallene Ausstellung in Schmiedefeld zeigt Raritäten. In: Thüringer Allgemeine (online). 17. Mai 2010, abgerufen am 29. November 2013. </ref> <ref name="MZ 0701"> Uta Förster: Hobby: Kohle ohne Ende gestapelt. In: Mitteldeutsche Zeitung (online). 17. Juli 2001, abgerufen am 21. Juni 2021. </ref> <ref name="MZ 0711"> Hartmut Landes: Neue Kohle macht glücklich. In: Mitteldeutsche Zeitung (online). 27. November 2007, abgerufen am 16. Juli 2021. </ref> </references>