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Rinjani

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Rinjani
Kleinerer Ausbruch des Gunung Rinjani mit Eruptionsgewitter (1994)
Kleinerer Ausbruch des Gunung Rinjani mit Eruptionsgewitter (1994)
Höhe 3726 m
Lage Lombok, Indonesien
Dominanz 1601 km → Kinabalu
Schartenhöhe 3726 m
Koordinaten 8° 25′ 0″ S, 116° 28′ 0″ OKoordinaten: 8° 25′ 0″ S, 116° 28′ 0″ O
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Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption Juli 2018
Insel Lombok mit dem Vulkan Rinjani
Insel Lombok mit dem Vulkan Rinjani

Der Rinjani ist ein Schichtvulkan auf der indonesischen Insel Lombok und nach dem Kerinci der zweithöchste Vulkan des Landes.<ref>Liste bei Peakbagger</ref>

Geographische Lage

Der Rinjani ist ein Inselbogen-Vulkan und gehört zu den Vulkanen des Sundabogens. Der Inselbogen entstand durch die Subduktion ozeanischer Kruste, die zur Indo-Australischen Platte gehört. Die Vulkane des Sundabogens sind zum größten Teil hochexplosiv. Nicht weit vom Rinjani entfernt auf der Insel Sumbawa befindet sich der Mount Tambora, der 1815 mit einem VEI der Stärke 7 eruptierte.

Datei:Mount Rinjani.ogv
Aufstieg zum Rinjani (Video, 8:12 min)
Datei:Map indonesia volcanoes.gif
Karte der Vulkane in Indonesien

Durch den Nationalpark Gunung Rinjani, der 1997 gegründet wurde, ist der Berg geschützt. Von hier aus wird auch der Zugang zum Krater organisiert. In der 6 × 8,5 km großen Caldera liegt der 230 m tiefe Kratersee Segara Anak. Mehr als 20 Dörfer liegen um den von den Bewohnern als heilig verehrten Berg herum. Zu den Flüssen, die am Rinjani entspringen, zählt unter anderem auch der Jangkok.

Eruptionen

Nach Untersuchungen eines internationalen Forscherteams<ref name="Lavigne">Franck Lavigne et al.: Source of the great A.D. 1257 mystery eruption unveiled, Samalas volcano, Rinjani Volcanic Complex, Indonesia (Abstracts). 4. September 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013 (englisch).</ref> ist der Ausbruch des Samalas im Rinjani-Vulkankomplex im Jahr 1257 dafür verantwortlich, dass der darauf folgende Sommer 1258 in Europa von Dauerregen und Missernten geprägt war. Die Forscher nennen 1258, ähnlich dem üblicherweise so bezeichneten Jahr 1816, ein „Jahr ohne Sommer“. Belegt wird dies durch Bohrkernanalysen aus Grönland und der Antarktis, die den gewaltigen Vulkanausbruch Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisen. Durch einen Vergleich des Bohrkernmaterials mit den Ablagerungen in der Umgebung des Vulkans konnte der Ausbruch dem Berg Samalas zugeordnet werden. Das Jahr 1259 war einer Rekonstruktion aus Baumringdaten zufolge das drittkälteste der Nordhemisphäre in den letzten 1000 Jahren.<ref name="guillet2017">Sébastien Guillet u. a.: Climate response to the Samalas volcanic eruption in 1257 revealed by proxy records. In: Nature Geoscience. Band 10, 2017, doi:10.1038/ngeo2875.</ref>

In zahlreichen Chroniken wird von den schlechten Sommern nach 1257 berichtet. In den Normannischen „Aufzeichnungen von Coutances“ ist davon zu lesen, dass es „keinen Sommer während des Sommers“ gab. Das Wetter war zur Erntezeit sehr regnerisch und kalt, weder die Getreideernte noch die Traubenlese war gut.<ref name="guillet2017"/> In England verschärfte die Eruption eine Lebensmittelkrise.<ref>Bruce M. S. Campbell: Global Climates, the 1257 mega-eruption of Samalas volcanoe, and the English Food Crisis of 1258. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 27, Dezember 2017, doi:10.1017/S0080440117000056.</ref> Im Ergebnis des Vulkanausbruchs wurde nach der auf Palmblättern verfassten Chronik Babad Lombok Pamatan, die Hauptstadt des Königreichs Lombok, vollständig zerstört.

Der Ausbruch hatte die Stärke 7 und wird auf den Zeitraum Mai bis Oktober 1257 datiert. Die Höhe der Rauchsäule wird auf 43 Kilometer und das Auswurfvolumen auf 100 Kubikkilometer Tephra geschätzt.<ref name="Lavigne"/><ref name="Spiegel">Kälteeinbruch im Jahr 1258: Forscher legen Lösung für Vulkan-Rätsel vor. Spiegel Online, 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.</ref><ref group="A"> Der in den Quellen genannte Wert von 40 km³ DRE (Dense-rock equivalent) wurde mit dem Faktor 2,5 auf 100 km³ Tephra umgerechnet.</ref> Wahrscheinlich kein anderer Vulkanausbruch der letzten 2000 Jahre schwächte derart die Strahlung der Sonne durch Schwefeldioxidemissionen ab.<ref name="sigl2015">M. Sigl u. a.: Timing and climate forcing of volcanic eruptions for the past 2,500 years. In: Nature. 2015, doi:10.1038/nature14565.</ref> Es wird vermutet, dass diese und einige nachfolgende Eruptionen durch Rückkopplungseffekte auch langfristig zu einer kühleren Episode der Nordhemisphäre, zur sogenannten Kleinen Eiszeit, beitrugen.<ref>Gifford H. Miller u. a.: Abrupt onset of the Little Ice Age triggered by volcanism and sustained by sea-ice/ocean feedbacks. In: Geophysical Research Letters. Band 39, Nr. 2, Januar 2012, doi:10.1029/2011GL050168.</ref>

Die letzten größeren Eruptionen waren im Mai 2009, Mai 2010<ref>vulkane.net/blogmobil Rinjani Aufruf am 4. Juni 2010 19:04 CEST</ref>, September 2016<ref>Activity for the week of 28 September-4 October 2016. Smithsonian's Global Volcanism Program und United States Geological Survey, abgerufen am 6. Oktober 2016.</ref> und Juli 2018.<ref>Tiroler am Vulkan in Lombok: „Wir sind einfach losgerannt“ (1. August 2018)</ref>

Flugunfall

Am 25. Januar 1990 musste eine Hawker Siddeley HS 748-207 der Airfast Indonesia (PK-OBW) wegen schlechten Wetters am Zielflughafen Selaparang ausweichen. Dabei flog sie in den 42 Kilometer ostnordöstlich davon gelegenen Vulkan Rinjani. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 19 Insassen getötet, drei Besatzungsmitglieder und 16 Passagiere.<ref>Flugunfalldaten und -bericht HS-748 PK-OBW im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Mount Rinjani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Anmerkungen

<references group="A" />