Nitrobacteraceae
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| Nitrobacteraceae | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Nitrobacteraceae | ||||||||||||
| corrig. Buchanan 1917 (Approved Lists 1980) |
Die Nitrobacteraceae (veraltet: Bradyrhizobiaceae, fehlerhaft: Nitrobacteriaceae) sind eine Familie von Bakterien. In dieser Gruppe sind, was Form, Ökologie und Stoffwechsel angeht, sehr verschiedene Arten (Spezies) zusammengefasst. Mit Nitrobacter und Bradyrhizobium sind hier zwei Bakteriengattungen vorhanden, die im Stickstoffkreislauf der Erde eine wichtige Rolle spielen. Die Nitrobacteraceae zählen zu der Gruppe der Proteobacteria. Der Gramtest fällt, wie bei Proteobakterien üblich, negativ aus.
Die Vorsilbe des Familiennamens ‚Brady-‘ bezieht sich auf das lateinisch/griechische Adjektiv bradus für ‚langsam‘. Es weist auf die langsame Wachsgeschwindigkeit von Bradyrhizobium hin. Die Silbe ‚rhizo‘ bedeutet ‚Wurzel‘ und bezieht sich auf die Symbiose mit Pflanzen (vgl. Knöllchenbakterien). Die Vorsilbe des neuen Familiennamens ‚Nitro-‘ verweist auf die Eigenschaft der Stickstofffixierung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ist Stickstoff).
Einige Gattungen
Die Gattung Rhodoblastus enthält phototrophe Bakterien, die unter Ausschluss von Sauerstoff zur Energiegewinnung die Photosynthese ausführen.
Die Arten von Bradyrhizobium leben in einer Symbiose wie die Knöllchenbakterien. Dies sind Stickstofffixierer, die mit verschiedenen Pflanzen der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosen) symbiotische Gemeinschaften bilden, die in den so genannte Wurzelknöllchen lokalisiert sind. Beispielsweise können Bradyrhizobium japonicum und Bradyrhizobium elkanii mit der Sojabohne eine Symbiose eingehen. Hierbei stellt das Bakterium Stickstoff der Pflanze in einer für sie verwertbaren Form zur Verfügung, während die Pflanze dem Bakterium günstige Lebensbedingungen schafft. Die Pflanze bringt dem Bakterium Nährstoffe und schafft eine Umgebung, in der der Sauerstoffgehalt relativ gering ist (mikroaerophil), da die Stickstofffixierung nur unter sauerstoffarmen Bedingungen erfolgen kann. Landwirtschaftlich ist Bradyrhizobium somit sehr wichtig, da es den Stickstoffdünger unnötig machen kann.
Agromonas kann ebenfalls unter mikroaerophilen Bedingungen Stickstoff fixieren und wurde in Reiswurzeln gefunden.<ref name="Dworkin" />
Die Gattung Nitrobacter oxidiert Nitrit zu Nitrat und spielt somit eine wichtige Rolle im Stickstoffkreislauf. Die Oxidation von Nitrit zu Nitrat ist eine Teilreaktion der Nitrifikation. Die Nitrifikation ist Teil des natürlichen Stickstoffkreislaufes, wobei Ammoniak zu Nitrat oxidiert wird. Bakterien, die hierbei beteiligt sind, bezeichnet man als Nitrifizierer. Die Gattung Nitrobacter hat somit eine große ökologische Bedeutung. Im ersten, vorausgehenden Schritt der Nitrifikation werden durch andere Bakterien wie Nitrosomonas Ammoniak zu Nitrit oxidiert.
Es gibt aber auch freilebende Vertreter wie die Gattung Rhodopseudomonas, die im Meer und in Böden vorkommt.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Afipia felis kann Symptome einer Katzenkratzkrankheit hervorrufen.
Systematik
Zu der Familie Nitrobacteraceae (bzw. Bradyrhizobiaceae) zählen folgende Gattungen (Stand 8. September 2021):<ref>Family Nitrobacteraceae, Bradyrhizobiaceae. In: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN). Abgerufen am 8. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Afipia <templatestyles src="Person/styles.css" />Brenner et al. 1992
- Agromonas <templatestyles src="Person/styles.css" />Ohta & Hattori 1985
- Blastobacter <templatestyles src="Person/styles.css" />Zavarzin 1961
- Bradyrhizobium <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan 1982
- Nitrobacter <templatestyles src="Person/styles.css" />Winogradsky 1892
- Oligotropha <templatestyles src="Person/styles.css" />Meyer et al. 1994
- Pseudolabrys <templatestyles src="Person/styles.css" />Kämpfer et al. 2006
- Pseudorhodoplanes <templatestyles src="Person/styles.css" />Tirandaz et al. 2015
- Rhodoplanes <templatestyles src="Person/styles.css" />Hiraishi & Ueda 1994
- Rhodopseudomonas <templatestyles src="Person/styles.css" />Czurda & Maresch 1937
- Tardiphaga <templatestyles src="Person/styles.css" />De Meyer et al. 2012
- Variibacter <templatestyles src="Person/styles.css" />Kim et al. 2014
Noch unbestätigt bzw. vorläufig sind:
- „Metalliresistens“ <templatestyles src="Person/styles.css" />Noisangiam et al. 2010
- „Nitrosocystis“
- „Rhizobacterium“
Nicht mehr in der Familie, aber noch in derselben Ordnung Hyphomicrobiales (syn. Rhizobiales) werden geführt:
- Microvirga <templatestyles src="Person/styles.css" />Kanso & Patel 2003 (veraltet Balneimonas <templatestyles src="Person/styles.css" />corrig. Takeda et al. 2004) ⇒ Methylobacteriaceae
- Bosea <templatestyles src="Person/styles.css" />Das et al. 1996 ⇒ Boseaceae
- Rhodoblastus <templatestyles src="Person/styles.css" />Imhoff 2001 ⇒ Roseiarcaceae
- Salinarimonas <templatestyles src="Person/styles.css" />Liu et al. 2010 ⇒ Salinarimonadaceae
Einzelnachweise
<references> <ref name="Dworkin"> </ref> </references>