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Herbert Turnauer

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Herbert Turnauer (* 29. Juli 1907 in Prag; † 8. Jänner 2000 in Wien) war ein österreichischer Unternehmer.

Leben

In den 1930er Jahren betrieb der aus einer Prager Unternehmerfamilie stammende Turnauer in Prag die von seiner Familie 1908 mitbegründete Fabrik für galvanische Elemente, Trockenbatterien und Netzanschlussgeräte Böhmische Aktiengesellschaft Le Carbone.<ref>Compass 1938, Finanzielles Jahrbuch, Tschechoslowakei Seite 1092 (Direktlink via ZEDHIA auf S. 1092)</ref> Weiters war er Mitglied im Verwaltungsrat der Böhmischen Aktien-Fournierfabrik in Prag.<ref>Compass 1938, Finanzielles Jahrbuch, Tschechoslowakei Seite 1117 (Direktlink via ZEDHIA auf [1])</ref> Bis in die 1940er Jahre war er für die Tebas Industrielack AG tätig, die aus der 1901 von Wilhelm Beschke gegründeten Prager Niederlassung der Lackfabrik Thurm & Beschke KG (Magdeburg) entstanden war, einem bedeutenden Hersteller für Industrielacke, insbesondere Schutzlacke für Stahlbauten, Eisenbahnen und später auch für die Luftfahrt. Bereits sein Vater Max Turnauer war Repräsentant von Thurm & Beschke in Prag. Für die Ausgründung erwarb Max Turnauer ein 5.000 m² großes Grundstück in Poděbrady (Straße Nr. Pop. 195/7).<ref>Redakce, administrace a expedice listu nalézá se v nakladatelském závodě v Praze-Královských Vinohradech, Seite 24 [2])</ref> Die Niederlassung von Thurm & Beschke bestand am ursprünglichen Standort in Prag-Vysočany fort.<ref>Großbrand bei Thurm & Beschke Prag 1935 [3])</ref> Der neuen Tebas Industrielack AG stand Turnauer als einer ihrer Prokuristen vor.<ref>Compass 1944, Finanzielles Jahrbuch, Protektorat Böhmen und Mähren, Slowakei Seite 606 (Direktlink via ZEDHIA auf S. 606)</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die vom Vater geerbte Lackfabrik in Prag enteignet und Herbert Turnauer des Landes verwiesen, obwohl er wegen seiner teilweise jüdischen Herkunft bei den Nazis als wehrunwürdig galt.<ref>Profil, 25.10.2008 [4]</ref> 39 Jahre alt und vermögenslos, baute er zuerst in Mödling eine aus dem Jahr 1890 stammende Lackfabrik von Peter Stoll<ref>„Die Entwicklung des Qualitätsmanagements und die Auswirkungen auf die Betriebsorganisation und im soziokulturellen Handlungsfeld “ (PDF; 9,0 MB) Dissertation von 2009, abgerufen am 24. September 2012</ref> mit einem Hilfsarbeiter und dem Chemiker Herbert Hönel (Erfinder wasserlöslicher Kunstharze) auf. Mit dem Unternehmen übersiedelte Turnauer 1957 nach Guntramsdorf. Diese Fabrik wurde der größte Lackhersteller in Österreich. Sie firmierte bis zu ihrem Verkauf an den Hoechst-Konzern im Jahr 1969 als Stolllack. Turnauer gründete 1949 die Österreichische Isolierstoffwerke AG (Isovolta).

1969 gründete er die Constantia Industrieholding AG, bei der auch der frühere ÖVP-Parteiobmann Josef Taus Vorstandsdirektor war. 1970 erwarb er die Mehrheit an der Teich AG, die sich mit der Aluminiumverarbeitung beschäftigt.<ref>Homepage Constantia Flexibles</ref> Zum Zeitpunkt seines Todes umfasste die Constantia Industrieholding fast 50 Werke im In- und Ausland.<ref>Schon zu Lebzeiten eine Legende. Herbert Turnauer. In: Wiener Zeitung. 21. Oktober 2008;.</ref>

Turnauer pflegte einen autoritären Führungsstil, galt als Monarchist und trat politisch als Förderer von Jörg Haider auf. Er galt als Workaholic und mied die Öffentlichkeit. Er wurde auf dem Grinzinger Friedhof (Gruppe 1, Reihe A, Nummer 6) bestattet.

Nachkommen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />