Zum Inhalt springen

Alete

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. Januar 2026 um 13:25 Uhr durch imported>MattesKoeln (Marketing: Amazon kann man nicht als zuverlässige Quelle nennen. Wenn das Proddukt verkauft ist, funktioniert der Link nicht mehr. Daher ausgetauscht.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Alete
Besitzer/Verwender DMK Group
Einführungsjahr 1934
Produkte Nahrung für Babys, Kleinkinder, Schwangere und Stillende
Märkte D-A-CH
Website www.alete.de

Alete (von alēte, fälschlich für {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚gedeihet!‘) ist ein Markenname für Säuglingsnahrung in Form von Säuglingsmilchnahrungen, Gläschenkost und Getränken für Kleinkinder sowie Säften und Tees für Schwangere und Stillende. Im Jahr 2012 hatten Produkte der Marke Alete in Deutschland etwa einen Marktanteil von 17,8 % und standen somit auf dem dritten Platz hinter Hipp und Danone (Hauptmarke: Milupa).<ref name="LZnet-Top-5-Babynahrung"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Top 5 Babynahrungs-Hersteller Deutschland 2013. (Memento vom 9. Oktober 2014 im Internet Archive) bei lebensmittelzeitung.net, abgerufen am 16. November 2014.</ref> Seit 2019 gehört Alete zum Molkereiunternehmen Deutsches Milchkontor (DMK).<ref name="HandelsblattDMK">Großmolkerei DMK kauft Baby-Marke Alete auf handelsblatt.com</ref> Der Marktanteil lag im Jahr 2024 bei 3 %.<ref>Annika Keilen: Wie eine urdeutsche Babymarke wieder auferstehen will. In: Handelsblatt. 6. Juli 2024, abgerufen am 7. Juli 2024.</ref>

Geschichte

In Zusammenarbeit mit Günther Malyoth (1896–1952),<ref>Vorlage:Deutsche Biographie/core</ref> Leiter der Forschungsabteilung des Dr. von Haunerschen Kinderspitals in München, entwickelte die Allgäuer Alpenmilch AG im Jahr 1934 einen Säuglingsnährzucker. Diesem folgte wenig später die erste gebrauchsfertige Säuglingsvollmilch. Der Markenname Alete entstand und die Alete Pharmazeutische Produkte GmbH wurde in München gegründet. Im Jahre 1950 wurde mit der „Frühnahrung“ das Zweistufensystem für Säuglingsnahrung eingeführt. Die Säuglingsmilch wurde für leichtere Verdaulichkeit mit Zitronensaft gesäuert. Unter dem Titel „Alete Kost fürs Kind“ begann 1956 die Ausweitung des Sortiments auf Gemüsebeikost, zunächst in Dosen, ab 1959 in Gläschen.

Seit 1971 (bis zum Verkauf an die Hochwald Nahrungsmittel-Werke 2003) gehörte die Allgäuer Alpenmilch AG zur Nestlé S.A., für die Marke Alete war die Nestlé-Diät GmbH, später Nestlé-Alete GmbH und bis Ende 2014 Nestlé Nutrition GmbH zuständig. Die Forschung und Entwicklung der Produkte geschah zum großen Teil in einem Forschungszentrum in Lausanne. Die wissenschaftliche Koordination der Firma Alete in München hatte in den 1980er Jahren der Würzburger Kinderarzt Hans Zeisel (* 1918).<ref>Zeisel, Hans. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1380.</ref> Die Forschungsmöglichkeiten des Unternehmens führten unter anderem 1987 zur Einführung der ersten hypoallergenen Säuglingsmilch (Aletemil H.A.) für allergiegefährdete Babys. Im Jahr 1994 wurde Alete Frühgeborenennahrung eingeführt. Mittlerweile wird von Alete in Deutschland ein komplettes Programm für alle frühkindlichen Lebensphasen außerhalb des therapeutischen Bereichs angeboten.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 verkaufte Nestlé die Marken Alete und Milasan sowie das dazugehörige Produktionswerk in Weiding an ein Konsortium bestehend aus der BWK Unternehmensbeteiligungsgesellschaft und dem Privatinvestor Horst Jostock, der auch die operative Führung übernahm.<ref>[1], Nestlé-Presseinformation, 29. September 2014.</ref> 2019 wurden das Vertriebsgeschäft der Alete GmbH – nicht jedoch die Produktion – vom Deutschen Milchkontor (DMK) übernommen.<ref name="HandelsblattDMK" /><ref>DMK Group übernimmt Alete (Pressemitteilung) auf dmk.de</ref>

Produktion

In Deutschland stellen zwei Werke Produkte für Alete her. Die Glaskost und Säfte stammen aus dem Werk in Polling-Weiding in Oberbayern, das seit 1960 besteht,<ref>IHK München und Oberbayern: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Abgerufen am 11. August 2012.</ref><ref>hon: Mit neuen Babyprodukten aus der Talsohle. In: Mühldorfer Anzeiger. Vom 3. Mai 2012.</ref> Instantbreie, hypoallergene Babynahrung und weitere Produkte aus Biessenhofen im Allgäu.<ref>Nestle Opens €117 Million Infant Formula Factory. Bei: Food & Drink Business. Vom 1. April 2011.</ref> Den Werken sind Laboratorien angegliedert.

Marketing

Unter dem Markennamen Alete werden verschiedene Typen von Babynahrung angeboten, wobei die Marke in Deutschland eine marktführende Stellung einnimmt.<ref name="TK" /> In dem Bereich der sogenannten Gläschenkost ist Alete die zweitwichtigste Marke nach dem Hersteller Hipp. Gläschenkost ist ein Gattungsbegriff für passierte Babynahrung, der seit Ende der 1950er Jahre in Gebrauch ist und die zuvor gebrauchten Dosen abgelöst hat.<ref name="TK" />

Anfang der 1980er Jahre wurde mit einer Werbekampagne (Budget im kleinen Millionenbereich) die damals neu eingeführte bindemittelfreie Herstellung der Babykost unter dem Motto Alete für das Kind intensiv beworben.<ref>Effizienz in der Werbung 82/83, Gesamtverband Werbeagenturen GWA0, GWA 1983 – 175 Seiten.</ref> Eine bekannte Persiflage stammt aus dem Jahr 1983 von Otto Waalkes, der im Rahmen seiner Werbespots im Programm Hilfe, Otto kommt! den Slogan „Alete Kost fürs Kind“ zu „Alete kotzt das Kind“ verballhornte.<ref>CopyrightKanal: Otto Waalkes - Werbespots auf YouTube, 20. Mai 2011, abgerufen am 25. Februar 2024 (Laufzeit: 3:19 min).</ref><ref>Otto – Hilfe Otto Kommt!, auf discogs.com</ref>

Bereits in den europäischen Ländern sind deutliche Unterschiede bei den Kundenpräferenzen und Rezepturen zu beobachten, auch die bevorzugten Gläschentypen sind meist unterschiedlich.<ref name="TK" /> In England werden bereits bei sieben Monate alten Babys Würstchen und Bohnen verfüttert, in Frankreich und den Mittelmeerländern auch Fisch, was in Deutschland jeweils kaum nachgefragt wird.<ref name="TK" /> Kulturelle Unterschiede zeigen sich zudem in den Qualitätsansprüchen. In Deutschland sind dabei Zusatzstoffe ausdrücklich nicht erwünscht, in Frankreich hingegen sind Vitaminanreicherungen und andere Zusatzstoffe ein Verkaufsargument.<ref name="TK">Produkte am globalen Markt, von Teresa Keller, Waxmann Verlag, 2005 – 247 Seiten.</ref>

2004 bezog das Marketing unter anderem in einem Spot mit Veronica Ferres den Konsum von Babynahrung durch Erwachsene mit ein. Alete bemühte sich einer Unternehmenssprecherin zufolge explizit darum, dass auch über das erste Lebensjahr hinaus spezielle Kinderkost gefüttert werde, um so Umsatzrückgänge durch den Geburtenrückgang aufzufangen.<ref>Infantilisierung Ein Löffel für Mami Keine Panik, liebe Babynahrungs-Hersteller: Auch wenn in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden, essen dafür die Alten jetzt aus dem Gläschen Süddeutsche vom 19. November 2004, von Georg Etscheit.</ref>

Nährstoffgehalt und Hygiene

Einem vergleichenden Test der Stiftung Warentest im März 2002 zufolge ist Gläschenkost aufgrund der Herstellung nach der Verordnung über diätetische Lebensmittel und dem intensiven Abkochen bis zur Öffnung keimfrei. Unabhängig von Biosiegeln seien Schadstoffe praktisch nicht vorhanden. Die Tester bemängelten allerdings häufig den Nährstoffgehalt und physiologischen Brennwert, der nicht altersgerecht zum empfohlenen Alter des Kindes sei. Im Test wurden die niedrigen Eisenwerte kritisiert, die nach Angaben des Herstellers jedoch den gesetzlichen Vorgaben und der Empfehlung der DLG entsprächen.<ref name="stiwa">Test Babymenüs 03/2002.</ref>

Negativpreise

Literatur

  • Florian Langenscheidt: Deutsche Standards. Marken des Jahrhunderts. Die Königsklasse deutscher Produkte und Dienstleistungen in Wort und Bild. Von Aspirin bis Zeiss. 15. Auflage. Gabler Verlag, 2006, ISBN 978-3-8349-0436-2.
  • Gholam Hossein Gholamiasllari: Zur Geschichte der Entwicklung der künstlichen Säuglingsernährung in Mitteleuropa dargestellt am Werdegang verschiedener Milch- und Nährmittelfirmen. Institut für Geschichte der Medizin, Erlangen 1975, S. 87.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />