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Joachim Thiery

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Joachim Thiery

Joachim Thiery (* 20. August 1952 in St. Wendel) ist ein deutscher Facharzt für Labormedizin und leitete als Universitätsprofessor das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik an der Universität Leipzig. Seit 1. April 2020 ist er Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Vorstand für Forschung und Lehre des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel.

Leben

Joachim Thiery studierte von 1973 bis 1979 Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, an der er 1981 promovierte. Seinen Wehrdienst (1980–1981) leistete er als Fliegerarzt in Jever ab, danach war er bis 1989 als Wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Klinische Chemie des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Göttingen tätig. 1989 wechselte Joachim Thiery als Wissenschaftlicher Assistent an das Institut für Klinische Chemie am Universitätsklinikum Großhadern und war dort ab 1994 als Oberarzt tätig. 1995 habilitierte er sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1995 bis 1996 war Joachim Thiery „visiting scientist“ am Gladstone Institute of Cardiovascular Diseases der UCSF San Francisco. Im Jahr 2000 nahm Joachim Thiery den Ruf an den Lehrstuhl für Labormedizin der Universität Leipzig an und leitete dort das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik. 2011 schloss er den Aufbaustudiengang Gesundheitsökonomie (Health Care Management) an der Universität Bayreuth mit einem MBA ab.

Ämter

Joachim Thiery war von 2008 bis 2013 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und in den Jahren 2012 bis 2013 Präsident der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL). 2001 und 2009 war er Tagungspräsident der Jahrestagungen der DGKL. Von 2004 bis 2012 vertrat er als gewähltes Mitglied die Interessen der Klinische Chemie/Pathobiochemie im Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)-Fachkollegium Medizin. Im April 2020 wechselte er als hauptamtlicher Dekan der Medizinischen Fakultät an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er ist zugleich Vorstand für Forschung und Lehre des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel.

Wissenschaftliches Werk

Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Joachim Thiery liegt auf dem Feld des Lipidstoffwechsels und der Pathophysiologie von Lipiden bei kardiovaskulären Erkrankungen insbesondere der Arteriosklerose. Seine Arbeiten umfassen ein breites methodisches Spektrum, das von experimentellen Studien über die Entwicklung neuer Biomarker insbesondere mittels Massenspektrometrie bis hin zu klinischen Studien reicht. Hiermit erforscht er die genetischen Ursachen der Arteriosklerose und des Lipidmetabolismus, führt Metabolom-Analysen und genomweite Assoziationsstudien bei metabolischen und vaskulären Erkrankungen durch und entwickelt Therapiekonzepte und Biomarker zur Prävention vaskulärer Erkrankungen und Fettstoffwechselstörungen.

Joachim Thiery war maßgeblich an der Etablierung des „Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen“ (LIFE)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetauftritt der LIFE-Studie Leipzig (Memento vom 12. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> einem Großforschungsprojekt der Universität Leipzig beteiligt. Er war im Vorstand des LIFE Wissenschaftsnetzwerk, das sich der Erforschung wichtiger Volkskrankheiten widmet.<ref name=":0">Über das LIFE Forschungszentrum. In: uniklinikum-leipzig.de. Universität Leipzig, abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref> Hierzu zählen insbesondere Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt, Diabetes mellitus und Adipositas, Depression und Demenz, Kopf- und Halstumore, Allergien und Stoffwechselstörungen sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 bis 2023 wurden bereits über 30.000 Leipziger in die Kohorten aufgenommen.<ref name=":0" />

Thiery hatte im Oktober 2023 laut Google Scholar einen h-Index von 91.<ref>Joachim Thiery. In: scholar.google.de. Google Scholar, abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref> Laut einer Publikationsanalyse der Zeitschrift Laborjournal für die Jahre 2011 bis 2020 gehört er auf dem Gebiet der Klinischen und Labormedizin zu den zehn meistzitierten Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum.<ref>Joachim Thiery von der CAU Kiel einer der meistzitierten Professoren. In: KN-online. Kieler Nachrichten, 24. Februar 2022, abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref><ref>Zitationsvergleich 2011-2020: Klinische Chemie & Laboratoriumsmedizin. In: Laborjournal online. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref>

2023 wurde er für seine langjährigen wissenschaftlichen Leistungen mit dem alle drei Jahre verliehenen Felix Hoppe-Seyler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin ausgezeichnet.<ref>Joachim Thiery ist neuer Träger des Felix Hoppe-Seyler-Preises. In: aerztezeitung.de. ÄrzteZeitung, 13. Oktober 2023, abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref>

Wichtigste Publikationen

Thiery veröffentlichte mehr als 150 wissenschaftliche Arbeiten, darunter:

Aktuelle Publikationen

Soziales Engagement

Joachim Thiery war enger Freund und Leibarzt von Wolfgang Wagner, dem langjährigen Leiter der Bayreuther Festspiele und Enkel von Richard Wagner. In einer vielbeachteten Trauerrede würdigte Thiery das Lebenswerk des großen Opernregisseurs im Rahmen der Trauerfeier im Bayreuther Festspielhaus auf dem Grünen Hügel am 11. April 2010<ref>Artikel im Tagesspiegel</ref>. Zusammen mit Ulrich Tröhler veröffentlichte Joachim Thiery im Programmheft II Parsifal der Bayreuther Festspiele 1987 den Artikel Zweifel am Fortschrittsglauben. Der Tierversuchsgegner Richard Wagner: Seine Zeitkritik und die Reaktion seiner Zeit<ref>Joachim Thiery, Ulrich Tröhler, "Zweifel am Fortschrittsglauben. Der Tierversuchsgegner Richard Wagner: Seine Zeitkritik und die Reaktionen seiner Zeit," in: Parsifal. (= Programmheft II, Programmhefte der Bayreuther Festspiele.) Verlag der Bayreuther Festspiele, Bayreuth 1987.</ref> und zusammen mit Dietrich Seidel in der Reihe MMW Originalia – Lebensbild der Münchener Medizinischen Wochenschrift anlässlich Wolfgang Wagners 75. Geburtstag den Artikel Ich behage mir nicht – Richard Wagner und seine Ärzte<ref name="MMW">Joachim Thiery, Dietrich Seidel: Ich behage mir nicht - Richard Wagner und seine Ärzte. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. 136, Nr. 34, 1994, S. 491–502.</ref>.

Einzelnachweise

<references />

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