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Tilleyit

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Tilleyit
Datei:Tilleyite-171531.jpg
Tilleyit aus dem Steinbruch Crestmore, Crestmore, Riverside County, Kalifornien, USA (Größe: 4,3 × 4,0 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Tly<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel
  • Ca5Si2O7(CO3)2
  • Ca5[(CO3)2|Si2O7]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate – Gruppensilikate (Sorosilikate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/B.06
VIII/C.09-020

9.BE.82
56.02.09.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P21/a (Nr. 14, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/14.3<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 15,11 Å; b = 10,24 Å; c = 7,58 Å
β = 105,2°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung lamellar nach {100}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte nicht definiert
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,82 bis 2,84; berechnet: 2,88<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {201}, undeutlich nach {100} und {010}, sehr undeutlich nach {001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe farblos, weiß
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz matt<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,612 bis 1,617<ref name="Mindat" />
nβ 1,632 bis 1,635<ref name="Mindat" />
nγ 1,652 bis 1,654<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,040<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = 85 bis 90° (gemessen); 88 bis 90° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Tilleyit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der chemischen Zusammensetzung Ca5[(CO3)2|Si2O7]<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Calcium-Silikat mit zusätzlichen Carbonat-Ionen. Strukturell gehört Tilleyit zu den Gruppensilikaten.

Tilleyit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet nur wenig entwickelte, irregulär begrenzte, tafelige Kristalle und rundliche Körner aus. In reiner Form ist er farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Tilleyit in einem Steinbruch bei Crestmore Heights im kalifornischen Riverside County und beschrieben 1933 durch Esper S. Larsen und Kingsley Charles Dunham, die das Mineral nach Cecil Edgar Tilley (1894–1973) benannten, um seine Beiträge zum Studium metamorpher Gesteine zu ehren.

Typmaterial des Minerals wurde an der Harvard University in Cambridge/Massachusetts (Register-Nr. 97301) und dem National Museum of Natural History in Washington, D.C. (Register-Nr. 97246) hinterlegt.<ref name="IMA-Typmineralkatalog" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Tilleyit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Gruppensilikate (Sorosilikate)“, wo er gemeinsam mit Cuspidin und Rustumit sowie im Anhang mit Foshallasit (2006 diskreditiert) und Suolunit in der „Cuspidin-Tilleyit-Gruppe“ mit der Systemnummer VIII/B.06 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/C.09-020. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gruppensilikate“, wo Tilleyit zusammen mit Aklimait, Cuspidin, Fukalith, Jaffeit, Killalait, Rusinovit und Suolunit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/C.09 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Tilleyit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Gruppensilikate (Sorosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Si2O7-Gruppen mit zusätzlichen Anionen; Kationen in oktaedrischer [6]er- und größerer Koordination“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 9.BE.82 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Tilleyit die System- und Mineralnummer 56.02.09.01. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gruppensilikate: Si2O7-Gruppen und O, OH, F und H2O“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Gruppensilikate: Si2O7-Gruppen und O, OH, F und H2O mit Kationen in [4] und/oder >[4]-Koordination“ in der „Tilleyit-Killalait-Gruppe“, in der auch Killalait und Foshallasit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Tilleyit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/a (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/14.3 mit den Gitterparametern a = 15,11 Å; b = 10,24 Å; c = 7,58 Å und β = 105,2° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Tilleyit bildet sich durch Kontaktmetamorphose in der Zone zwischen Vulkaniten und Kalken bei niedrigem Druck und hoher Temperatur. Als Begleitminerale treten unter anderem Calcit, Fluorit, Gehlenit, Grossular, Merwinit, Spurrit, Thaumasit, Vesuvianit und Wollastonit auf.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Als seltene Mineralbildung konnte Tilleyit bisher (Stand: 2019) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher rund 20 Fundorte dokumentiert.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität Crestmore fand sich das Mineral in den Vereinigten Staaten unter anderem noch in einem Steinbruch am Sky Blue Hill in Kalifornien, bei Iron Mountain Distrikt Nr. 2 im Sierra County von New Mexico sowie in einer unbenannten Skarn-Lagerstätte in den Christmas-Mountains im Brewster County und in der „Marble Canyon Mine“ im Culberson County in Texas.

Daneben fand sich Tilleyit auch im Redcap Creek Skarn zwischen Chillagoe und Herberton in der australischen Tablelands Region, an einigen Fundpunkten auf Honshū in Japan, bei Flekkeren in der norwegischen Provinz Telemark, bei Alba und Hunedoara in Rumänien, an der Unteren Tunguska bei Anakit in Sibirien, am Ol Doinyo Lengai im Norden Tansanias sowie bei Kilchoan auf der Halbinsel Ardnamurchan und Camas Mor auf der Isle of Muck im Vereinigten Königreich.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

  • Mineralienatlas: Tilleyit (Wiki)
  • Tilleyite search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Tilleyit beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 29. Dezember. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmineralkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – T. (PDF 87 kB) In: docs.wixstatic.com. Commission on Museums (IMA), 12. Dezember 2018, abgerufen am 29. Dezember 2019. </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Tilleyite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Tilleyite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Tilleyite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 29. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>