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K. Christopher Beard

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Kenneth Christopher Beard (* 24. Januar 1962) ist ein US-amerikanischer Paläontologe. Er ist Kurator für Wirbeltierpaläontologie am Carnegie Museum of Natural History und befasst sich insbesondere mit den evolutionären Ursprüngen der Primaten (Affen).

Leben

Beard wurde 1989 an der Johns Hopkins University School of Medicine promoviert in der Abteilung Funktionelle Anatomie und Evolution. Sein Promotionsthema trug den Titel Postcranial Anatomy, Locomotor Adaptations, and Paleoecology of Early Cenozoic Plasiadapidae, Paromomyidae, and Micromomyidae (Eutheria, Dermoptera). Neben seiner Stellung am Carnegie Museum ist er Professor für Wirbeltierpaläontologie an der University of Pittsburgh (Mary R. Dawson Chair).

In seinem Buch The hunt for the dawn monkey vertritt er die Ansicht, dass die Ursprünge der Primaten viel früher als bis dahin angenommen und in Asien statt in Afrika anzusiedeln sind. Dazu untersuchte er Fossilienfunde insbesondere aus China und der Mongolei.

Er gehörte zu den Entdeckern der frühesten nordamerikanischen Funde von Teilhardina<ref>Beard u. a.: The oldest North American primate and mammalian biogeography during the Paleocene-Eocene Thermal Maximum. In: Proceedings of the National Academy of Sciences, Band 105, 2008, S. 3815. Teilhardina magnoliana von der Golfküste von Mississippi, Tuscahoma Formation</ref> und von Eosimias<ref>Dan Gebo, Marian Dagosto, Christopher Beard, Qui Tao, Wang Jingwen: The oldest known anthropoid postcranial fossils and the early evolution of higher primates. In: Nature, Band 404, 2000, S. 276–278, PMID 10749208</ref><ref>niu.edu: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Newly discovered fossils from China shed light on common ancestry of monkeys, apes and humans (Memento vom 10. April 2010 im Internet Archive) (englisch)</ref><ref>Beard u. a. The eosimiid primates (Anthropoidea) of the Heti Formation, Yuanqu Basin, Shanxi and Henan Provinces, People’s Republic of China. In: Journal of Human Evolution, 46, Nr. 4, März 2004, S. 401–432</ref> einem der frühesten je gefundenen höheren Primaten (Anthropoiden). Mit chinesischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern fand er in China<ref>Kalksteinformationen in der Shanxi Provinz am Gelben Fluss, 160 km westlich Shanghai</ref> 45 Millionen Jahre<ref>aus dem Eozän</ref> alte Fußknochen (Knöchel) von Eosimias, von dem bis dahin nur Kiefer und Zähne bekannt waren. Sie ermöglichten die Einstufung als Übergangsformen von Halbaffen zu höheren Primaten, da der Knöchel zeigte, dass sie schon wie höhere Affen eine vierbeinige Fortbewegung auf Bäumen bevorzugten. Sie unterstützten außerdem die Hypothese einer Abstammung der höheren Primaten von den Koboldmakis statt von den Lemuren-artigen Adapidae.

2009 beschrieb er Ganlea megacanina als möglichen Vorfahren der Anthropoiden nach einem Fund aus Burma, was die Hypothese des Ursprungs höherer Affen in Asien weiter untermauerte.<ref>Beard u. a.: A new primate from the Eocene Pondaung Formation of Myanmar and the monophyly of Burmese amphipithecids. In: Proc. Roy. Soc. B, Band 276, 2009, S. 3285–3249</ref> Nach Beard wiesen die 38 Millionen Jahre alten Funde außerdem eine Zugehörigkeit zu den ausgestorbenen Amphipitecidae und nicht mit Adapiformes wie die früher im Jahr 2009 beschriebene, aber schon 1983 gefundene Ida (Darwinia) aus der Grube Messel. Die hohe Spezialisierung auf hartschalige Früchte (ähnlich wie die Sakis im Amazonasbecken) ist nach Beard ein Hinweis auf die nähere Verwandtschaft der Amphipitecidae zu den Anthropoiden.<ref>New Fossil Primate Suggests Common Asian Ancestor, Challenges Primates Such As „Ida“. In: Science Daily, 1. Juli 2009</ref>

Mit Jean-Jacques Jaeger und anderen fand er auch in Funden aus Libyen die frühesten bekannten eozänen<ref>38 bis 39 Millionen Jahre alt</ref> Verzweigungen von Anthropoiden in Afrika. Da die Funde aus drei verschiedenen Familien stammen und ältere Funde in damals vom Meer umgebenen Afrika fehlen sieht Beard dies mit seinen Kollegen als Beleg für eine Herkunft der Vorstufen höherer Primaten aus Asien.<ref>Jaeger, Beard u. a. Late middle Eocene epoch of Libya yields earliest known radiation of African anthropoids. In: Nature, Band 467, 2010, S. 1095–1098, Wiege der Menschheit womöglich nicht Afrika. welt.de, 2010</ref>

Beard befasst sich auch mit der Säugerevolution in Nordamerika an der Wende Paläozän zu Eozän.

2000 war er MacArthur Fellow.

Schriften

  • The hunt for the dawn monkey. Unearthing the origins of monkeys, apes and humans. University of California Press, Berkeley 2004 (Das Buch erhielt den W. W. Howells Book Award der American Anthropological Association und den 2005 Science Book Award der Phi Beta Kappa Society)
  • mit Shawn M. Lehman, John G. Fleagle (Hrsg.): Primate Biogeography: Progress and Prospects. Springer, 2006
  • Basal Anthropoids. In: Walter Carl Hartwig (Hrsg.): The primate fossil record. Cambridge University Press, 2002
  • Early Wasatchian mammals from the gulf coastal plain of Mississippi. In: Gregg F. Gunnell (Hrsg.): Eocene biodiversity: unusual occurences and rarely sampled habitats. Springer, 2001
  • mit Mary R. Dawson (Hrsg.): Dawn of the age of mammals in Asia. Carnegie Museum of Natural History, 1998

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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