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Gabe Newell

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Gabe Newell (2018)

Gabe Logan Newell (* 3. November 1962), Spitzname GabeN, ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Spieleentwickler. Er ist Präsident von Valve.

Werdegang

Ab 1980 besuchte Newell die Harvard University. Nach Abbruch des Studiums 1983 arbeitete er bei Microsoft, dort begann er 1994 die Entwicklung von WinDoom, einer Portierung von Doom für Windows 3.11. Die Entwicklung von WinDoom wurde zu Gunsten von Doom95 eingestellt, welches 1996 veröffentlicht wurde und das erste Spiel für die DirectX-Schnittstelle unter Windows 95 war.<ref>Joe Rybicki: Schon gewusst? – WinDOOM 95. In: Slayers Club. Bethesda Softworks, 6. August 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. Mai 2023; abgerufen am 19. August 2024.</ref> 1996 war er Mitgründer des Spieleunternehmens Valve Corporation, dessen President und CEO er heute ist.<ref>Gabe Newell bei LinkedIn</ref> Sein bekanntestes Werk ist das Computerspiel Half-Life.<ref>Tobias Ritter: Gabe Newell - Valve-Chef bereut Mitarbeit an Half-Life, GameStar, 19. Januar 2017</ref>

Newell hatte während seiner Zeit bei Microsoft eine Vielzahl von Positionen in den Systems-, Applications- und Advanced-Technology-Abteilungen inne. In seiner Verantwortung lag das Programm-Management für die ersten beiden Versionen (1.0 und 2.x) des Betriebssystems Windows, die Gründung von Microsofts Multimediaabteilung und die Anstrengungen, die Firma in die Richtung Information-Highway-PC zu führen.<ref>Valve - Our people: Gabe Newell</ref> Die regelmäßig und mehrmals im Jahr stattfindenden Rabattaktionen auf der von Valve entwickelten, weit verbreiteten Vertriebsplattform Steam, bei denen auch aktuelle Titel größerer Publisher stark rabattiert werden, brachten ihm den Spitznamen „Lord Gaben“ ein. Die populären Aktionswochen vor den Ferien veränderten das Kaufverhalten der Spieler nachhaltig.<ref>Suzie Kim:

Praise Lord Gaben – wie der Steam Sale unsere Spielindustrie verändert, 5. Juli 2015</ref>

Mit einem geschätzten Vermögen von 11 Milliarden Dollar zählt Newell laut Forbes seit dem Jahr 2026 zu den 300 reichsten Personen der Welt.<ref>Forbes 2026 Billionaires List - The Richest People In The World Ranked. Abgerufen am 28. April 2026 (english).</ref> Die Zeitschrift zählt Newell 2010 auch zu den Names You Need to Know.<ref>Oliver Chiang: Names You Need to Know in 2011: Gabe Newell. In: Forbes.com, 13. November 2010.</ref>

Ansichten

Für die Organisation seiner Firma Valve hat Newell seine Ansichten zu Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern implementiert – die Hierarchie der Firma ist „radikal flach“, d. h. es gibt außer Gabe Newell, der als CEO agiert, keine Führungskräfte, und alle Entscheidungen werden im Konsens durch Teams gebildet.<ref>BBC: Valve: How going boss-free empowered the games-maker, 23. September 2013, abgerufen am 24. April 2019 (englisch)</ref>

Newell wetterte bis Mitte 2010 regelmäßig scharf gegen die PlayStation 3 (Portierungen von Valve-Spielen für die Konsole stammen von Electronic Arts und nicht von Valve). Valve entwickelt nur für PC (Windows, Mac und Linux) und in der Vergangenheit teils für die Xbox 360. Sony warf er vor, die Interessen der Computerspieler und Entwickler völlig aus den Augen verloren zu haben. Er empfahl unter anderem das Einstampfen und völliges Neudesign der Konsole.<ref name="ps3">Gabe Newell: Wii hui, PS3 pfui! In: HLPortal.de, 15. Januar 2007, abgerufen am 4. Januar 2008</ref> Auf der Computer-Unterhaltungs-Messe E3 im Jahr 2010 jedoch trat er auf der Sony-Pressekonferenz auf die Bühne und entschuldigte sich für seine früheren Äußerungen. Darüber hinaus lobte er die offene Architektur des PlayStation Network, weil dies, im Gegensatz zum geschlossenen und abgeschotteten Xbox Live, die Integration von Steam ermögliche. Gleichzeitig kündigte er das Rätselspiel Portal 2 für die PlayStation 3 an – mit dem Hinweis, dass dies (durch die Steam-Integration) die beste Konsolenversion dieses Spieles würde.<ref name="E3_Annonucement">Portal 2 E3 2010 Gabe Newell Announcement. In: Youtube.com</ref>

Windows 8 steht er nicht zuletzt wegen des von Microsoft integrierten Windows Stores sehr kritisch gegenüber, weshalb er ankündigte, sein Augenmerk verstärkt auf Linux zu richten.<ref>Gabe Newell kritisiert Windows 8. In: golem.de, 26. Januar 2012, abgerufen am 26. Juli 2012</ref> Die Wii sieht er sehr positiv und mag „generell Nintendos Vorgehensweise“.<ref name="ps3" />

Digital Rights Management (DRM) steht Newell kritisch gegenüber. Ein Hersteller solle einen Mehrwert an Service bieten und nicht mehr Restriktionen.<ref>Gabe Newell kritisiert DRM. In: gamestar.de, 3. Dezember 2008, abgerufen am 4. Dezember 2008</ref> Andererseits veröffentlichte seine Firma Valve mit Steam das erste internetbasierte DRM-System für Spiele, das bereits einige Restriktionen mit sich brachte (z. B. dass Käufer reine Steam-Spiele nicht weiterverkaufen können, wenn sie bereits bei Steam registriert wurden).

Kritik

Gabe Newells öffentliches Image als Good Guy Valve steht in der Kritik, eine PR-Kreation zu sein, die gezielt die problematischen Geschäftspraktiken seiner Firma Valve überdeckt. So schrieb Tim Colwill in Polygon:

“This, then, is Good Guy Valve – a corporation which employs precision-engineered psychological tools to trick people into giving them money in exchange for goods they don't legally own and may never actually use while profiting from a whole lot of unpaid labor and speculative work … but isn't ‘evil’.”

„Das also ist Good Guy Valve – eine Firma, die präzisionsgefertigte psychologische Werkzeuge einsetzt, um Leute auszutricksen, damit sie ihr Geld im Austausch für Waren geben, die diese Leute rechtlich nicht besitzen und möglicherweise auch nie benutzen werden, während die Firma von einem Haufen unbezahlter Arbeitskräfte und Arbeit ohne definierte Beschäftigungsverhältnisse profitiert … aber nicht ‚böse‘ ist.“<ref>Valve is not your friend, and Steam is not healthy for gaming. In: polygon.com, 16. Mai 2017, abgerufen am 17. Mai 2017</ref>

Trivia

Weblinks

Commons: Gabe Newell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />