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Seewener See

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Datei:Karte Seewener See.jpg
Ungefähre Ausdehnung des Seewener Sees
Datei:Lake Seewen 2018 05.jpg
Das Gebiet des Seewener Sees
Datei:Lake Seewen 2018 04.jpg
Der Seebach im ehemaligen Seewener See, Blick Richtung Dorf

Der Seewener See (in der lokalen Mundart Seebnersee genannt) war ein See in der Gemeinde Seewen im Schweizer Kanton Solothurn, der im späten 16. Jahrhundert trockengelegt wurde.

Geschichte

Der See entstand vor etwa 8000 Jahren infolge eines Bergsturzes, der den Seebach (Seewener Dorfbach) dahinter zu einem See stauen liess. In Regenzeiten erreichte der See eine Länge von bis zu zwei Kilometern und eine Tiefe von etwa zehn Metern; in trockenen Perioden soll der See sich allerdings rasch verkleinert haben, bedingt durch das lockere Gestein, durch welches das Wasser abfliessen konnte. Die Gründung der 1147 erstmals urkundlich erwähnten Siedlung Seewen geht vermutlich auf die Nähe zum See zurück; der Name «Seewen» (von althochdeutsch sewin, «bei den Seen») bezieht sich ebenfalls auf diese Lage.

Im 15. Jahrhundert gab es erste Bestrebungen der Dorfbewohner, den See abzugraben, um die grossen Mückenplagen im Sommer loszuwerden. 1589 liess der Wegmeister Konrad Strub von Hauenstein<ref>Bruno Amiet, Hans Sigrist: Stadt und Kanton Solothurn von der Reformation bis zum Höhepunkt des patrizischen Regimes. In: Regierungsrat des Kantons Solothurn (Hrsg.): Solothurnische Geschichte. Band 2. Kantonale Drucksachenverwaltung Solothurn, Solothurn 1976, S. 183.</ref> einen 200 Meter langen Stollen durch die Bergsturzmassen errichten, durch den der Seebach vollständig abfliessen konnte. Der Eingang des Stollens lag allerdings zu hoch, sodass der See zu einem Sumpfgebiet verlandete. Erst 1917 wurde in Seewen eine Flurgenossenschaft gegründet, welche die Drainage des Seebodens von 1919 bis 1923 durchführte, um den Landbesitzern, die im See Land besassen, wertvolles Kulturland zu verschaffen.

In jüngerer Zeit gab es mehrere Bestrebungen, den See zu revitalisieren. 2003 legte die Universität Basel eine Machbarkeitsstudie vor, gemäss der das Auffüllen des historischen Seegebiets weniger als zwei Monate dauern würde. Im selben Jahr sprachen sich 67 Prozent der Seewener Bevölkerung für die Revitalisierung aus. 2012 lancierte der regionale Tourismusverband Schwarzbubenland Tourismus in Zusammenarbeit mit dem Forum Regio Plus das Projekt neu; Ziel ist, den See nach seinem Wiederaufstauen zu einem Naturschutz- und Naherholungsgebiet und somit touristisch nutzbar zu machen. Unterstützung erhielt das Projekt vom Basler Ruder-Club, der den See für Ruderregatten (analog zum Luzerner Rotsee) nutzen möchte,<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ruderer wollen See im Dorneck.] In: Basler Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. Mai 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> sowie vom Geographen und damaligen Seewener Gemeindepräsidenten Philippe Weber<ref name="baz">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig In Seewen lebt die Vision vom See weiter.] In: Basler Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. Mai 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> (FDP), der die Revitalisierung in seinem Gemeindekonzept «Vision 2015» als prioritär einstufte.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Vision 2015. Eine Projektskizze.] Gemeinde Seewen, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. Mai 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Skeptischer geäussert hatte sich 2016 der Seewener SP-Kantonsrat und Landwirt Simon Esslinger (seit 2017 Gemeindepräsident)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Das sind die neuen Häuptlinge der Solothurner Gemeinden.] In: SRF News. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. Mai 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, der sowohl den wirtschaftlichen Nutzen des Projekts anzweifelte als auch potentielle ökologische Probleme durch steigende Touristenzahlen ansprach.<ref name="baz"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Seewener See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 25′ 45″ N, 7° 38′ 19″ O

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