Prachtnelke
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Pracht-Nelke | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Dianthus superbus-01-Kaernten-2008-Thomas Huntke.jpg
Prachtnelke (Dianthus superbus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dianthus superbus | ||||||||||||
| L. |
Die Prachtnelke (Dianthus superbus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nelken (Dianthus) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Beschreibung
(Mehr Merkmale siehe unten bei den Unterarten)
Vegetative Merkmale
Die Prachtnelke wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Der Stängel ist meist einfach. Die gegenständig angeordneten, lineal-lanzettlichen Laubblätter sind bis 8 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen einzeln oder zu wenigen locker angeordnet in einem Blütenstand. Die wohlriechenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf lila- bis hell-purpurfarbenen Kronblätter sind je nach Unterart etwa bis zur Mitte fransig zerschlitzt. Der schlanke, röhrenförmige Kelch ist zwei bis drei Zentimeter lang.
Ökologie
Die Prachtnelke ist ein Hemikryptophyt bzw. eine Sumpfpflanze. Sie überwintert durch bodennahe Langtriebe.
Die zerschlitzten Kronblätter erzielen eine sehr gute Schauwirkung. So zeigten Versuche mit Bienen, dass eine stärkere Zerteilung zu einem häufigeren Besuch der Blüte führt. Vermutlich gilt dies auch für Schmetterlinge.<ref name="Düll2005" /> Durch die etwa 35 Millimeter lange Kronröhre kommen nur Tagfalter oder tagaktive Schwärmer wie das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) als Bestäuber in Frage.<ref name="Hess2001" /> Die Blüten verströmen einen schwachen Duft nach Vanille und sind am Grunde bärtig, was dem Schutz des Nektars dient.
Es gibt Pflanzenexemplare mit nur zwittrigen und nur rein weiblichen Blüten.
Standortbedingungen
In Mitteleuropa kommt sie zerstreut vor und fehlt weitgehend in Deutschland nördlich der Mainlinie. Die Prachtnelke wächst in Mitteleuropa in Moor- sowie Pfeifengraswiesen und besiedelt auch feuchte Eichenwälder. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik und Verbreitung
Die Erstveröffentlichung von Dianthus superbus erfolgte 1755 durch Carl von Linné in Flora Suecica, Editio Secunda Aucta et Emendata, Seite 146. Das Artepitheton superbus bedeutet „stolz“, „prächtig“ und verweist auf die prachtvolle Erscheinung der Blüte.<ref name="Genaust1996" />
Das Verbreitungsgebiet von Dianthus superbus umfasst Europa sowie die gemäßigten Gebiete Asiens.
Die Taxonomie der Unterarten bedarf weiterer Prüfung:<ref name="ExFloraÖLS" /> Folgende Unterarten und Varietäten wurden publiziert:
- Feuchtwiesen-Pracht-Nelke (Dianthus superbus <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. superbus): Stängel aufsteigend, grasgrün, ästig, meist fünf- bis zehnblütig; Kelch grün oder purpurrot überlaufen, Kronplatte etwa 20 Millimeter lang und weit über die Mitte unregelmäßig fiederig geschlitzt. Am Grund mit grünem Fleck. Sie kommt in Eurasien vor. Häufige Standorte in Mitteleuropa sind wechselfeuchte Wiesen im Tiefland. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.<ref name="Oberdorfer2001" /> Nach Oberdorfer kommt sie in Mitteleuropa vor allem im Cirsio tuberosi-Molinietum aus dem Verband Molinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
- Alpen-Pracht-Nelke (Dianthus superbus subsp. alpestris <templatestyles src="Person/styles.css" />Čelak., Syn.: Dianthus superbus subsp. speciosus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.) Hayek): Stängel steil aufsteigend, bläulich bereift, meist ein- bis fünfblütig. Kelch braunrot oder violett. Kronplatte etwa 30 Millimeter lang und kaum über die Mitte gabelig in linealische Abschnitte geschlitzt. Am Grund meist schwarz getüpfelt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30 oder 60.<ref name="IPCN" /> Sie kommt in Europa und in Ostasien vor. Häufige Standorte sind in Mitteleuropa Magerrasen, insbesondere Bürstlingsrasen von der subalpinen bis alpinen Höhenstufe. Sie kommt vor allem im Sorbo-Calamagrostietum arundinaceae aus dem Verband Calamagrostion und in Pflanzengesellschaften des Verbands Caricion ferrugineae vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
- Dianthus superbus subsp. norvegicus <templatestyles src="Person/styles.css" />M. Kuzmina: Die 2004 erstbeschriebene Unterart kommt in Norwegen vor.<ref name="Euro+Med" />
- Spätblühende Pracht-Nelke (Dianthus superbus subsp. sylvestris <templatestyles src="Person/styles.css" />Čelak., Syn.: Dianthus superbus subsp. autumnalis <templatestyles src="Person/styles.css" />Oberd.)<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />: Sie kommt in Frankreich, in Deutschland und in Tschechien<ref name="Euro+Med" /> vor. Sie gedeiht in Molinia-reichen Gesellschaften der Verbände Carpinion oder Quercion roboris, kommt aber auch im Potentillo-Quercetum des Verbands Potentillo-Quercion petraeae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="IPCN" />
- Dianthus superbus subsp. sajanensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Baikov: Sie kommt von Sibirien bis in die Mongolei vor.<ref name="POWO" />
- Dianthus superbus subsp. stenocalyx <templatestyles src="Person/styles.css" />(Juz.) Kleopow: Sie kommt in der Ukraine und in Russland vor.<ref name="Euro+Med" />
- Dianthus superbus var. amoena <templatestyles src="Person/styles.css" />Nakai: Sie kommt auf Honshū vor.<ref name="POWO" />
Gefährdung
In Deutschland gilt die Prachtnelke als „gefährdet“ (Stufe 3), in Österreich ist sie „vollkommen geschützt“.
Trivialnamen
Für die Prachtnelke bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Feldnegelin, Hochmuth, Modtwillen, Muthwillen (Elsass), Rindnägele (Augsburg) und Wildnägele.<ref name="Pritzel1882">Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 134.(eingescannt).</ref>
-
Habitus
-
Habitus
-
Blüten
Quellen
- Dianthus superbus subsp. superbus L., Pracht-Nelke (Unterart). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Dianthus superbus subsp. alpestris Celak., Alpen-Pracht-Nelke. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Dianthus superbus L., Pracht-Nelke. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
Literatur
- Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
- Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, ISBN 3-258-05735-4.
Einzelnachweise
<references> <ref name="IPCN"> Dianthus superbus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 370–371. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Caryophyllaceae: Datenblatt Dianthus superbus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Düll2005"> Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7. </ref> <ref name="Hess2001"> Dieter Heß: Alpenblumen – Erkennen – Verstehen – Schützen. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3243-5. </ref> <ref name="ExFloraÖLS"> Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5. </ref> <ref name="Genaust1996"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6 (Nachdruck ISBN 3-937872-16-7). </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Gerald Parolly: Dianthus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 578. </ref> <ref name="InfoFlora">Dianthus superbus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO"> Dianthus superbus. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> </references>