Zum Inhalt springen

Thiago de Mello

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. Januar 2026 um 22:37 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Thiago de Mello.jpg
Thiago de Mello 2010

Thiago de Mello ist der Literatenname des brasilianischen Schriftstellers, Übersetzers und aktiven Regenwaldschützers Amadeu Thiago de Mello (* 30. März 1926 in Barreirinha, Bundesstaat Amazonas; † 14. Januar 2022 in Manaus<ref>Morre poeta amazonense Thiago de Mello aos 95 anos. In: globo.com. 14. Januar 2022, abgerufen am 14. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Er zählte zu den am meisten geschätzten Schriftstellern des Landes und galt als Ikone der regionalen Literatur des Amazonasgebiets. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Leben

Nachdem Thiago de Mello seine Grundschulausbildung in der Grupo Escolar Barão do Rio Branco und das Gymnasium am Gyminásio Pedro II in Manaus abgeschlossen hatte, zog er nach Rio de Janeiro, wo er sich in der Fakultät der Medizin (Faculdade Nacional de Medicina) einschrieb, die er jedoch nach vier Jahren wieder verließ, um den Weg eines unabhängigen Dichters einzuschlagen. In der glamourösen brasilianischen Hauptstadt der 1950er-Jahre war dies für ihn nicht nur eine politische Entscheidung, sondern auch eine der Notwendigkeit literarischen Engagements. 1951 erschien mit Silêncio e Palavra sein erstes Buch, mit dem er sofort das Wohlwollen der Kritik empfing.

Während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 exilierte er zunächst nach Chile, wo er in Pablo Neruda einen Freund und politischen Sympathisanten fand und den gewaltsamen Sturz des Präsidenten Salvador Allende sowie den folgenden Militärputsch miterleben musste.

1964 entstand sein wohl bekanntestes Gedicht Os Estatutos do Homen (deutsch: „Die Statuten des Menschen“), das in der Proklamation simpler Menschenrechte einen Protest gegen das Militärregime darstellte und angeblich von dieser sofort verboten wurde. Sein weiteres Exil führte ihn nach Argentinien, Portugal, Frankreich und Deutschland. Nach dem Ende der brasilianischen Militärdiktatur zog er wieder in seine Geburtsstadt Barreirinha, wo er in einem Haus des Architekten Lúcio Costa<ref>Siehe die Abbildung auf der Internetseite über Thiago de Mello bei Antonio Miranda.</ref> lebte und sich für die Unversehrtheit des Amazonasgebiets und für die Menschenrechte einsetzte.

In den Jahren seines literarischen Schaffens wurden dem Dichter Thiago de Mello nationale und internationale Preise und Auszeichnungen verliehen.

Datei:Leonardo Boff & Thiago de Mello.jpg
Leonardo Boff, links, und Thiago de Mello 2010

Leistungen

Außer auf sein eigenes Werk konnte er auf seine lange Karriere als Übersetzer lateinamerikanischer Lyrik von Pablo Neruda, César Vallejo, Ernesto Cardenal, Eliseo Diego, Nicolás Guillén, aber auch von T. S. Eliot ins Portugiesische zurückblicken. Seine eigenen Werke erschienen außer in Brasilien in Chile, auf Kuba, in Argentinien, Portugal, in den USA, in Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Besonders sein Gedicht Die Statuten des Menschen erschien zudem in verschiedenen Sammlungen und Anthologien etwa zur sozialen und politischen Situation in Brasilien, so hierzulande im Almanach 10 für Literatur und Theologie (Wuppertal 1976), und es kursieren davon diverse Übersetzungen im Internet<ref>Siehe etwa die im deutschen Sprachraum nach 1976 verwendete Übersetzung von <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Catharina Wendt im Lateinamerikanisch-österreichischen Literaturforum (Memento vom 15. Januar 2016 im Internet Archive) oder die leicht korrigierte neuere von Ronald M. Filkas</ref>. Pablo Neruda sagte über ihn: „Thiago de Mello ist ein Seelentransformator“,<ref>Zitiert nach <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Thiago de Mello beim V. Festival lateinamerikanischer Poesie in Wien (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive), zuletzt abgerufen am 8. August 2018</ref> er widmete ihm das Gedicht Thiago y Santiago.<ref>Jornal de Poesia – Pablo Neruda: Thiago y Santiago</ref>

Auszeichnungen

Darüber hinaus ist Thiago de Mello in den 1980er-Jahren zum Chevalier des Arts et des Lettres de France gekürt worden.<ref>Siehe V. Festival lateinamerikanischer Poesie in Wien, wie oben</ref>

Werke

  • 1951: Silêncio e palavra
  • 1952: Narciso cego (deutsch: Blinder Narziss, 1962)
  • 1956: A lenda da rosa
  • 1960: Vento geral
  • 1965: Faz escuro mas eu canto (deutsch: Dunkel aber singend, 1965)
  • 1966: A canção do amor armado (deutsch: Gesang der bewaffneten Liebe, 1976)
  • 1977: Os Estatutos do Homem (deutsch: Die Statuten des Menschen, 1964)
  • 1981: Mormaço na floresta
  • 1982: Horóscopo para os que estão vivos (deutsch: Horoskop für alle, die am Leben sind, 1984)
  • 1986: Num campo de margaridas
  • 1991: Amazonas, pátria da àgua mit Fotografien von Luiz Cláudio Marigo (deutsch: Amazonas, Heimat der Wasser, 1988)
  • 1992: Os Estatutos do Homem e Poemas inéditos
  • 1993: Borges na luz de Borges
  • 1996: De uma vez por todas (deutsch: Ein für alle Mal, 2002)
  • 1999: Campo de milagres<ref name="jornal">Für eine vollständige Übersicht der Werke siehe Jornal de Poesia – Thiago de Mello: Bibliografia (portugiesisch)</ref>

Diskografie

Weblinks

Commons: Thiago de Mello – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein