Seit dem Aufkommen der auf Chromaten (z. B. PCC) oder Dimethylsulfoxid basierenden Oxidationsmethoden (z. B. Swern-Oxidation) ist die Oppenauer-Oxidation von verminderter präparativer Bedeutung. Aufgrund der basischen Reaktionsbedingungen ist sie jedoch für die Oxidation säureempfindlicher Substrate geeignet. Eine Variante, die Trichloracetaldehyd und Aluminiumoxid verwendet, erlaubt es selektiv sekundäre neben unveränderten primären Alkoholen zu oxidieren.
Mechanismus
In diesem Mechanismus steht der Rest R wieder für eine tert-Butylgruppe.
Datei:Oppenauer-Oxidation-v15.svgMechanismus der Oppenauer-Oxidation;<ref name="Corey 2005">nach: </ref> R1 und R2 bezeichnen organische Reste
Der Mechanismus beschreibt wie mit Hilfe der Oppenauer-Oxidation ein sekundärer Alkohol 1 zu einem Keton 4 oxidiert wird. Zunächst reagiert der Alkohol mit dem katalytischen Aluminiumalkoholat zu Molekül 2. Das im Überschuss zugegebene Aceton wirkt dann als Hydridakzeptor und somit als Oxidationsmittel für den sekundären Alkohol. Die Reaktion des Aluminiumalkoholats 2 mit Aceton zu dem gewünschten Keton 4 und Molekül 3 verläuft über einen sechsgliedrigen Übergangszustand:<ref>U. Lüning: Organische Reaktionen. 2. Auflage. Elsevier Spektrum Akademischer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-8274-1834-0, S.142.</ref><ref></ref>
Datei:Sechsgliedriger-Übergang-v3.svgSechsgliedriger Übergangszustand;<ref>Ivan Ernest: Bindung, Struktur und Reaktionsmechanismen in der organischen Chemie. Springer-Verlag, Wien / New York 1972, ISBN 3-211-81060-9, S.200.</ref> Oxidation des Alkohols (blau) zum Keton
Abschließend reagiert Molekül 3 mit dem zu Beginn abgespaltenen Alkohol zu iso-Propanol und dem Aluminiumalkoholat, welches nun erneut als Katalysator zur Verfügung steht.
Literatur
Eberhard Breitmaier, Günther Jung: Organische Chemie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-541505-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).