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Piaractus mesopotamicus

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Piaractus mesopotamicus
Datei:MergulhoemBonito2.jpg

Piaractus mesopotamicus

Systematik
ohne Rang: Otophysi
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Unterordnung: Characoidei
Familie: Sägesalmler (Serrasalmidae)
Gattung: Piaractus
Art: Piaractus mesopotamicus
Wissenschaftlicher Name
Piaractus mesopotamicus
(Holmberg, 1887)
Datei:Piaractus mesopotamicus - Flickr - Dick Culbert.jpg
Piaractus mesopotamicus Seitenansicht

Piaractus mesopotamicus, port.: Piraí<ref name="fishbase">Piaractus mesopotamicus auf Fishbase.org (englisch)</ref>, Pez Chato<ref name="Übers. flacher Fisch">Übers. flacher Fisch</ref>, Pacú-Caranha oder Pacu Branco<ref>Übers. Weißer Pacu</ref>, engl.: Small-Scaled Pacu ist eine große Sägesalmlerart aus dem tropischen Südamerika. Er ist etwas kleiner als der andere Vertreter der Gattung Piaractus brachypomus.

Verbreitung

Piaractus mesopotamicus ist ursprünglich im La Plata–Flussbecken, hauptsächlich im Río Paraguay und Río Paraná in Brasilien, Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay, innerhalb der Breitengrade 15°S - 38°S und 66°E - 42°E verbreitet.<ref name="fishbase"/> Heute kommt er in vielen größeren Flüssen Süd- und Zentralbrasiliens vor.<ref name="Aquaculture of Pacu"/> Mittlerweile wird er in Aquakulturen tropischer Länder weltweit gehalten.

Beschreibung

P. mesopotamicus besitzt an den Seiten und am Rücken eine dunkelgraue bis silberne Färbung, teilweise mit schwarzen Flecken. Er ist auf der Bauchseite weiß gefärbt und hat eine gelbe Brustpartie.<ref name="fishbase"/> Seine Körperform ist robust kompakt und seitlich komprimiert. Charakteristisch ist die stark entwickelte Kopfpartie mit den kräftigen Mahlzähnen. Der Fisch wird durchschnittlich 40 bis 50 Zentimeter lang und drei bis sieben Kilogramm schwer,<ref name="Aquaculture of Pacu"/> nur in Ausnahmefällen bis zu 20 Kilogramm.<ref name="fishbase"/> Der größte bisher gemeldete Piaractus mesopotamicus wog 10,21 Kilogramm und wurde 2008 im bolivianischen Río Tarija gefangen.<ref>World Fishing Records Piaractus mesopotamicus</ref> Große Exemplare wurden auch aus dem thailändischen Angelsee Bung Sam Lam gemeldet, wo die Fischart eingesetzt wurde.<ref>http://www.fishthailand.co.uk/species/pacu.html</ref> Tambacu<ref>Tambaqui (Colossoma macroponum) x Pacú (Piaractus mesopotamicus)</ref> ist in Brasilien die Bezeichnung für den Hybrid aus der Kreuzung von Colossoma macropomum und Piaractus mesopotamicus.

Lebensweise

P. mesopotamicus lebt überwiegend in Bodennähe<ref name="fishbase" />, Pez Chato<ref name="Übers. flacher Fisch"/> und toleriert noch niedrige Sauerstoffgehalte von 0,5 mg/l. Bei akutem Sauerstoffmangel kann er durch Schnappatmung für eine Zeitlang Sauerstoff von der Wasseroberfläche aufnehmen.<ref name="Aquaculture of Pacu"/> Seine Ernährungsweise ist omnivor. Jungfische ernähren sich überwiegend von Kleintieren wie Krebsen etc., während adulte Exemplare Insekten und pflanzliche Nahrung wie Blätter, Blüten, Früchte und Samen<ref name="Aquaculture of Pacu"/> zu sich nehmen. Bei Hochwasser dringt er in die Überschwemmungswälder ein und ernährt sich von ins Wasser fallenden Nüssen und Samen.<ref name="fishbase"/> Es wurde beobachtet, dass in Teichwirtschaft und Aquakultur gehaltener P. mesopotamicus Endgewichte von nur zehn Kilogramm erreicht, in natürlichen Lebensräumen jedoch bis 18 Kilogramm. Erklärt wird dies durch vielfältigeres Nahrungsangebot zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Nach etwa vier Jahren sind die Fische geschlechtsreif.<ref>L.H. Sipaúba-Tavares und F.M. de S. Braga: Study on Feeding Habits of Piraractus mesopotamicus (Pacu) larvae in fish ponds. In: Naga - The ICLARM Quarterly. Vol. 22, Nr. 1, 1999 (Online; PDF; 929 kB)</ref> Im Paraná unternimmt er zur Laichzeit weite Wanderungen in den Oberlauf des Flusssystems. Dabei wird er auf seinen Wanderwegen von den großen hydroelektrischen Anlagen und Stauseen, wie beispielsweise dem Itaipú-Staudamm, behindert.<ref>A. A. Agostinho, L. C. Gomes, H. I. Suzuki, H. Ferreira Júlio Jr.: Migratory fishes of the Upper Paraná River basin, Brazil. Núcleo de Pesquisas em Limnologia, Ictiologia e Aquicultura (Nupelia). Universidade Estadual de Maringá. Maringá, Paraná, Brazil, 2003, The World Bank, International Development Centre</ref> Ein fünf Kilogramm schwerer Rogner ist unter natürlichen Bedingungen in der Lage, 0,5 bis 1 Million Eier zu produzieren.<ref name="Aquaculture of Pacu"/> Untersucht wurde die natürliche Fortpflanzung von P. mesopotamicus im Flussbecken des Rio Cuiabá an den Ausläufern des Pantanal in Südwestbrasilien. Größe und Zusammensetzung der Geschlechter variierte im Hauptstrom (Laichperiode Oktober bis März) und in den Überschwemmungswäldern der Untersuchungsregion.<ref>Rosa Maria Rodrigues da Costa, Lúcia Aparecida de Fátima Mateus: Reproductive biology of pacu Piaractus mesopotamicus (Holmberg, 1887) (Teleostei: Characidae) in the Cuiabá River Basin, Mato Grosso, Brazil. Neotropical Ichthyology, Porto Alegre, 2009 (Online)</ref>

Piaractus mesopotamicus als Neozoon

Ähnlich wie Piaractus brachypomus wurde P. mesopotamicus in zahlreiche Länder wie zum Beispiel Thailand, Guam, Saipan, Hawaii, Puerto Rico und den Jungferninseln als Nahrungsfisch eingeführt. In den USA hat er sich teilweise in den warmen Gewässern Floridas verbreitet.<ref>Leo Nico und Bill Loftus: Piaractus mesopotamicus, USGS Nonindigenous Aquatic Species Database, Gainesville, FL., 2012</ref>

Wirtschaftliche Bedeutung

P. mesopotamicus ist aufgrund der Qualität seines Fleisches und wegen seiner schnellen Wachstumsraten (durchschnittlich 1,2–1,5 Kilogramm p. a.)<ref name="Aquaculture of Pacu">Sharma V. S. Pullela: Aquaculture of Pacu (Piaractus mesopotamicus) and a comparison of its quality: microbiological, sensory and proximate composition. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. August 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/scholar.lib.vt.edu; PDF; 350 kB)</ref> als Speisefisch von großer wirtschaftlicher Bedeutung<ref>Coloration of Tambacu Meat piaractus mesopotamicus x colossoma macropomum Eviscerated and stored on Ice in different Periods. [1]</ref> und wird weltweit in Teichwirtschaft und Aquakultur gehalten. Häufig zusammen mit Buntbarschen und Welsen. Insbesondere in Brasilien soll das Potential der Haltung von Pacus in Aquakultur weiter vorangetrieben werden.<ref>Julio F. Queiroz et al.: Aquaculture in Brazil: Research priorities and potential for further international collaboration. (Online; PDF; 660 kB)</ref> Darüber hinaus ist P. mesopotamicus ein beliebter Sportfisch.

Anmerkungen und Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

  • Sharma V. S. Pullela: Aquaculture of Pacu (Piaractus mesopotamicus) and a comparison of its quality: microbiological, sensory and proximate composition. MSc Thesis, Virginia Polytechnic Institute and State University, Blacksburg, Virginia, 1997 (Online; PDF; 350 kB)