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Prusa ad Olympum

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Prusa ad Olympum ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war eine antike Stadt in Bithynien am südlichen Fuß des mysischen bzw. bithynischen Olymps, das heutige Bursa.

Datei:Prusa ad Olympum - Münzkabinett, Berlin - 5555192.jpg
Münze von Prusa ad Olympum, Vorderseite Nero, Rückseite liegende Nymphe, Umschrift ΠΡΟVCΑΕΩΝ

Geschichte

Nach Plinius soll die Stadt von Hannibal gegründet worden sein<ref>Plinius, Naturalis Historia 5, 148.</ref>, was so erklärt wird, dass die Stadt von König Prusias I. von Bithynien zwischen 188 und 183 v. Chr. auf den Rat des zu ihm geflüchteten Hannibal gegründet wurde. Nach Strabon<ref>Strabon 12, 4, 3.</ref> wurde die Stadt von einem König Prusias, der zu Zeiten des Kroisos bzw. nach Stephanos Byzantios zu Zeiten des Kyros<ref>Stephanos Byzantios s.v. Προῦσα.</ref>, also im 6. Jahrhundert v. Chr., lebte, gegründet. Dieser ist jedoch sonst nicht bekannt.<ref>Für eine mögliche Erklärung dieser Stellen siehe Thomas Corsten: Zur Gründung von Prusa ad Olympum. In: Tyche 4, 1989, S. 33–34 (Digitalisat). Siehe auch Alper Can: A critical view on the arguments of Strabo and Pliny about the foundation of Prusa. In: Avrasya Uluslararası Araştırmalar Dergisi 31, 2022, S. 296–312 (Digitalisat).</ref> Die Stadt wurde im 3. Mithridatischen Krieg von den Römern erobert und 74 v. Chr. wie das ganze Königreich Bithynien Teil der neu eingerichteten römischen Provinz Bithynia, 63 n. Chr. dann Teil der neueingerichteten Provinz Bithynia et Pontus.<ref>Gabriele Wesch-Klein: Bithynia, Pontus et Bithynia, Bithynia et Pontus – ein Provinzname im Wandel der Zeit. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik Bd. 136, 2001, S. 252–254.</ref> Der aus Prusa stammende Dion Chrysostomos schrieb Anfang des 2. Jahrhunderts, die Stadt sei weder sehr alt noch sehr groß gewesen.<ref>Dion Chrysostomos, oratio 44, 9.</ref> Dion, der sich in Rom für seine Heimatstadt einsetzte, gelang es nicht, der Stadt den Rang einer civitas libera zu verschaffen, sie wurde lediglich conventus.<ref>Dion Chrysostomos, oratio 40, 33; 44, 11.</ref> Dion war auch als Wohltäter für seine Stadt tätig<ref>Dion Chrysostomos, oratio 40.</ref>, um die sich auch Plinius der Jüngere nach 111 als Statthalter in Bithynien kümmern musste.<ref>Plinius, epistulae 10, 17a; 17b, 23; 70 (Finanzprobleme aufgrund des Neubaus eines Bades).</ref> 257/8 wurde die Stadt von den Goten geplündert<ref>Zosimos 1, 35, 2.</ref>, in diesem Zusammenhang wurde die Stadtmauer erneuert. 314 wurde die Provinz Bithynien Teil der Dioecesis Pontica. Als Bistum ist Prusa seit dem 1. Konzil von Nikaia 325 belegt. 350 war Prusa Verbannungsort des Gegenkaisers Vetranio. Im 7. Jahrhundert wurde die Stadt Teil des Thema Opsikion.

Bekannt war die Stadt für ihre warmen Thermalbäder, die sich im Vorort Çekirge befinden und die die „königlichen“ genannt wurden (Basilika Therma).<ref>Athenaios 2, 43a; Stephanos Byzantinos s.v. Θέρμα.</ref>

Nach der Schlacht von Bapheus 1302 wurde die Stadt zunehmend von den Osmanen bedrängt, 1304 war sie der einzige noch nicht eroberte Ort in der Gegend, 1305 zahlte sie den Osmanen Tribut.<ref>Georgios Pachymeres IV 369, 457, 657.</ref> 1326 wurde sie nach längerer Belagerung unter Sultan Orhan I. erobert und wurde bis 1376/7 Residenzstadt des osmanischen Reiches.<ref>Zu Bursa in osmanischer Zeit: Suna Çağaptay: The first capital of the Ottoman Empire. The religious, architectural, and social history of Bursa. Tauris, London 2021, ISBN 978-1-83860-549-0 (Digitalisat).</ref>

Münzprägung

Unter dem Prokonsul C. Papirius Carbo (61–59 v. Chr.) und von Nero bis Gallienus prägte die Stadt Münzen.<ref>Münzen von Prusa ad Olympum bei Roman Provincial Coinage; Yücel Akat: Prusias ad Olympum Sikkeleri. Dissertation Istanbul Üniversitesi 1994 (Digitalisat).</ref>

Archäologie

Da die antike Stadt unter der modernen Stadt Bursa liegt, sind nur vereinzelte antike Befunde bekannt, so etwa einige römische Häuser mit Mosaiken.<ref>Recep Okçu: Prusia ad Olympum Mozaikleri. In: Journal of Mosaic Research 3, 2008, S. 31–51 (Digitalisat).</ref> Im Stadtteil Hisariçi fand sich ein hellenistisches Kammergrab.<ref>İbrahim Hakan Mert, Reyhan Şahin, Ahmet Ali Altın: Prusa ad Olympum'dan (Bursa) bir Oda Mezar. In: International Journal of Social Inquiry 11, 1, 2018, S. 203–254 (Digitalisat).</ref> Im 19. Jahrhundert waren noch größere Teile der Stadtmauer der Oberstadt (Akropolis) vorhanden, diese war byzantinisch, wohl auf hellenistischen Fundamenten, und bis in osmanische Zeit weitergenutzt und repariert; heute ist sie bis auf kleine Teile verschwunden.<ref>Albert Gabriel: Une capitale turque, Brousse. De Boccard, Paris 1958, S. 4–10. 23–26.</ref>

Ins 1. Jahrhundert wird ein in der Nähe von Bursa gemachter Depotfund von sieben Silbergeräten datiert, der sich heute im British Museum in London befindet. Archäologische Funde aus Bursa und seiner Umgebung befinden sich im Archäologischen Museum Bursa.

Literatur

Weblinks

Commons: Münzen von Prusa ad Olympum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />