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Bouveret-Syndrom

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Datei:Bouveret-Syndrom case 001 - CT - axial - 018.jpg
Bouveret-Syndrom in der Computertomographie.

Das Bouveret-Syndrom beschreibt die Symptome einer seltenen Komplikation eines Gallensteinleidens, bei der ein großer Gallenstein über eine entzündlich entstandene Verbindung (Fistel) der Gallenblase in den Zwölffingerdarm wandert und den Magenausgang verlegt. Es handelt sich somit um eine spezielle Form des Gallensteinileus.

Erstbeschreibung

Das Krankheitsbild ist nach dem französischen Arzt Léon Bouveret benannt,<ref name="whonamedit">Ole Daniel Enersen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Léon Bouveret (Memento vom 25. Juni 2022 im Internet Archive) bei whonamedit.com</ref> der 1896 den klassischen Fall mit einer Perforation der Gallenblase in den Bulbus duodeni mit Verlegung des Magenausgangs beschrieb.<ref name="Bouveret">L. Bouveret: Sténose de pylore adhèrent à la vesicule calceuse. In: Rev Med (Paris). 1896; 16, S. 1–16.</ref>

Klinik

Die Patienten (meist Frauen über 70 Jahre) kommen mit plötzlich auftretenden abdominellen Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Die Symptome können von Fieber begleitet sein. Seltener tritt ein Ikterus auf. Das Beschwerdebild ist oft nicht typisch für ein Gallensteinleiden, welches in vielen Fällen auch noch nicht bekannt war. Oftmals spielen Begleiterkrankungen eine für die Diagnosefindung erschwerende Rolle. Insgesamt ist das Krankheitsbild für den Patienten akut bedrohlich und kann sogar tödlich enden.<ref name="Gajendran">Mahesh Gajendran, Thiruvengadam Muniraj, Andrés Gelrud: A challenging case of gastric outlet obstruction (Bouveret's syndrome): a case report. In: Journal of Medical Case Reports. Band 5, Nr. 1, 2011, doi:10.1186/1752-1947-5-497, PMID 21970809, PMC 3204302 (freier Volltext).</ref>

Diagnostik

Datei:Bouveret-Syndrom case 001 - CT - coronar - 006.jpg
Computertomogramm (coronal rekonstruiert): Luft in den Gallenwegen, Gallenstein am Magenausgang, reichlich Flüssigkeit im Magen.

Hinweise auf die Ursache der Beschwerden geben verschiedene bildgebenden Verfahren. Oft gelangt mit Bildung der Fistel Luft in die Gallenwege, was in der Sonographie wie in der Computertomographie und gelegentlich auch schon in der Röntgenübersichtsaufnahme erkennbar ist. Bei einer solchen Aerobilie zusammen mit den Zeichen eines Dünndarmileus und dem Nachweis eines Gallensteins außerhalb der Gallenblase spricht man von der für einen Gallensteinileus typischen Rigler-Trias. Allerdings liegt beim Bouveret-Syndrom der Verschluss unmittelbar am Magenausgang so hoch, dass Zeichen des Dünndarmileus fehlen können. Die Laborwerte sprechen für eine Entzündung und eventuell Elektrolytstörungen.

Therapie

Da es sich bei den Patienten oft um ältere Menschen mit Begleiterkrankungen handelt, ist ein möglichst schonender Therapieansatz zu bevorzugen. Wenn es die klinische Situation zulässt, ist daher ein Versuch der Zertrümmerung und Entfernung des Steins mit Hilfe der Endoskopie angezeigt. In vielen Fällen, vor allem wenn die Diagnose noch nicht ganz sicher ist, wird jedoch eine Operation notwendig. Dabei steht als Ziel die Entfernung des Steins mit einer Wiederherstellung der Durchgängigkeit im Vordergrund, da ein größerer Eingriff mit Entfernung der Gallenblase und Verschluss der Fistel das Risiko des Eingriffs erhöhen würde.<ref name="Gencosmanoglu">Rasim Gençosmanoğlu: Bouveret’s syndrome complicated by a distal gallstone Ileus. In: World Journal of Gastroenterology. Band 9, Nr. 12, 2003, S. 2873–2873, doi:10.3748/wjg.v9.i12.2873, PMID 14669357, PMC 4612076 (freier Volltext).</ref>

Literatur

Weblinks

Siehe auch

  • Mirizzi-Syndrom, eine weitere seltene Komplikation eines Gallensteinleidens

Einzelnachweise

<references />

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