Zum Inhalt springen

Ottmar Hitzfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 3. April 2026 um 01:49 Uhr durch imported>LegoFCB (Form).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ottmar Hitzfeld
Datei:Otmar Hitzfeld in Bulgaria (cropped).jpg
Ottmar Hitzfeld (2011)
Personalia
Geburtstag 12. Januar 1949
Geburtsort LörrachDeutschland
Größe 178 cm
Position Stürmer
Junioren
Jahre Station
1960–1967 TuS Stetten
1967–1968 FV Lörrach
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1968–1971 FV Lörrach 56 (22)
1971–1975 FC Basel 92 (66)
1975–1978 VfB Stuttgart 77 (38)
1978–1980 FC Lugano 55 (35)
1980–1983 FC Luzern 72 (30)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1972 Deutschland Amateure 8 0(5)
1972 Deutschland B 1 0(1)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1983–1984 SC Zug
1984–1988 FC Aarau
1988–1991 Grasshopper Club Zürich
1991–1997 Borussia Dortmund
1998–2004 FC Bayern München
2007–2008 FC Bayern München
2008–2014 Schweiz
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Ottmar Hitzfeld (* 12. Januar 1949 in Lörrach) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Seine aktive Spielerkarriere verbrachte der ehemalige Stürmer überwiegend bei Vereinen aus der Schweiz und gewann mit dem FC Basel zweimal den Meistertitel. Ab 1983 betätigte sich Hitzfeld als Trainer und ab 1991 in der Bundesliga. Hitzfeld entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Vereinstrainer der deutschen Fußballgeschichte. Mit Borussia Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister (1994/95, 1995/96) und gewann 1997 die UEFA Champions League. Anschließend trainierte er den FC Bayern München, den er zu fünf Meisterschaften, einem Champions-League-Titel (2001) und einem Weltpokalsieg (2001) führte. Hitzfeld ist einer von nur sechs Trainern, der mit zwei Vereinen die Königsklasse gewinnen konnte. Von 2008 bis 2014 trainierte Hitzfeld die Schweizer Nationalmannschaft und beendete nach der WM 2014 seine Karriere.

Kindheit

Ottmar Hitzfeld wurde am 12. Januar 1949 in Lörrach geboren und ist das jüngste von fünf Kindern eines Zahnarztes. Die Familie lebte im südbadischen Stetten, einem Stadtteil von Lörrach an der Schweizer Grenze. Seinen Vornamen erhielt er in Anlehnung an Ottmar Walter, einen Fußballspieler des 1. FC Kaiserslautern und Bruder des damals schon bekannteren Fritz Walter.<ref>Josef Hochstrasser: Ottmar Hitzfeld. Die Biographie. Argon-Verlag, 2003, ISBN 3-87024-582-4, S. 18.</ref> Ab 1960 spielte Hitzfeld für die Jugendmannschaften des TuS Stetten, 1967 wechselte er zum FV Lörrach.

Karriere als Spieler

Zwischen 1968 und 1971 spielte Hitzfeld für den FV Lörrach in der 1. Amateurliga Südbaden, zum damaligen Zeitpunkt die dritthöchste deutsche Spielklasse. 1971 holte Trainer Helmut Benthaus den talentierten Stürmer zum FC Basel in die Schweizer Nationalliga A und Hitzfeld überzeugte vor allem durch seine Schnelligkeit und Nervenstärke vor dem gegnerischen Tor. Mit dem FC Basel gewann er zweimal die Meisterschaft (1971/72, 1972/73), einmal den Pokal (1975) sowie den Ligacup (1972).<ref>"Dank Helmut Benthaus konnte ich im Profisport Fuss fassen". In: fcb.ch. Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> In der Saison 1972/73 war er Torschützenkönig (18 Treffer). Die Stadt Basel liegt nur etwa zehn Kilometer von Hitzfelds Heimatort entfernt, weshalb er neben seiner Spielerkarriere ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule in Lörrach absolvieren konnte. Dieses schloss er 1973 mit dem Staatsexamen in Mathematik und Sport für das Lehramt an Realschulen ab.<ref>Hochstrasser: Ottmar Hitzfeld. 2003, S. 48.</ref>

Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele 1972 in München stieß Hitzfeld überraschend zur deutschen Auswahl und war der einzige Spieler im Kader, der sein Geld nicht in der Bundesliga verdiente. Manche hielten ihn sogar für einen Schweizer. Hitzfeld spielte ein glänzendes Turnier und wurde mit fünf Treffern hinter Bernd Nickel zweitbester Torschütze der Bundesrepublik. Die Mannschaft von Trainer Jupp Derwall gewann zwar souverän die Gruppenphase, schied aber in der Zwischenrunde aus, auch durch eine 2:3-Niederlage gegen die DDR, nachdem Hitzfeld das zwischenzeitliche 2:2 gelungen war.<ref>Aufstellung der deutschen Mannschaft 1972 (PDF; 152 kB)</ref> Insgesamt kam Hitzfeld auf acht Einsätze bei Amateur-Länderspielen.<ref>Kicker-Almanach 1995. Copress Verlag, München 1994, ISBN 3-7679-0447-0, S. 142.</ref> Am 14. November 1972 bestritt er sein einziges Länderspiel für die B-Nationalmannschaft, die in Winterthur gegen die Auswahl der Schweiz mit 3:1 gewann – auch hier war er mit einem Tor erfolgreich.<ref>Kicker Almanach 1987, S. 104 – ISBN 3-7679-0245-1.</ref>

1975 wechselte Hitzfeld zum VfB Stuttgart, der in die 2. Bundesliga abgestiegen war. Mit dem VfB spielte er zwei Jahre im Unterhaus und erzielte in 55 Einsätzen insgesamt 33 Tore. In der Saison 1976/77 hatte Hitzfeld mit seiner Routine und Torgefährlichkeit (22 Treffer) großen Anteil am Erfolg und der Rückkehr in die Erstklassigkeit. Er gehörte neben Dieter Hoeneß, Hermann Ohlicher und Hansi Müller zum sogenannten „100-Tore-Sturm“ (der VfB Stuttgart hatte ein Torverhältnis von 100:36), der die Liga aufmischte und große Euphorie um den Verein auslöste. Einen persönlichen Höhepunkt erlebte Hitzfeld am vorletzten Spieltag beim 8:0-Heimsieg über den SSV Jahn Regensburg (13. Mai 1977), als ihm sechs Tore gelangen und er einen Zweitliga-Rekord aufstellte, der bis heute Bestand hat.<ref>Als Ottmar Hitzfeld gegen Regensburg seine Sternstunde hatte. In: sportschau.de. Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> 1977/78 absolvierte Hitzfeld seine einzige Bundesliga-Spielzeit und kam verletzungsbedingt auf nur fünf Tore in 22 Einsätzen.<ref>Herzlichen Glückwunsch, Ottmar Hitzfeld! In: vfb.de. Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> Nach drei Jahren in Stuttgart kehrte der gesundheitlich angeschlagene Hitzfeld in die Schweiz zurück und wechselte zum FC Lugano.

Mit dem Verein aus dem Tessin stieg Hitzfeld in seiner Premierensaison 1978/79 aus der zweitklassigen Nationalliga B in die höchste Spielklasse auf. Allerdings wurde Lugano in der Folgesaison mit nur einem Sieg und sieben Punkten enttäuschender Tabellenletzter. Hitzfeld verließ daraufhin den Verein und wechselte 1980 zum FC Luzern, für den er drei Jahre in der Nationalliga A aktiv war. Im Juni 1983 beendete Hitzfeld seine aktive Spielerkarriere mit 34 Jahren.

Karriere als Trainer

Vereine in der Schweiz

Nach Beendigung seiner Laufbahn wollte Hitzfeld eigentlich den Vorbereitungsdienst für die Realschule in den Fächern Mathematik und Sport beginnen, doch das Staatliche Schulamt verlangte eine zusätzliche Nachprüfung, da sein Studium schon zu lange her sei.<ref>"Niederlagen haben mich fertiggemacht". In: spiegel.de. Abgerufen am 24. Januar 2025.</ref> Hitzfeld lehnte ab und schlug stattdessen eine professionelle Trainerlaufbahn ein und übernahm im Sommer 1983 den SC Zug.<ref>Interview mit Ottmar Hitzfeld, Der Sonntag vom 10. August 2014, S. 3.</ref> Er führte den Verein auf Anhieb aus der Nationalliga B in die höchste Liga. Trotz des Aufstiegs verließ er den SC Zug aufgrund von Differenzen mit dem Vereinspräsidenten und nach nur einem Jahr wechselte Hitzfeld 1984 zum FC Aarau. Auch in Aarau arbeitete Hitzfeld schnell erfolgreich und wurde schon in seiner Premierensaison (1984/85) Vizemeister und gewann zum ersten Mal in der Klubgeschichte den Schweizer Cup. Im Finale am 27. Mai 1985 hatte Hitzfelds Mannschaft Neuchâtel Xamax mit 1:0 bezwungen.<ref>Schweizer Fußball-Statistik, www.rogerkaufmann.ch</ref> Nach dieser erfolgreichen Spielzeit erhielt er die Auszeichnung als Schweizer Fußballtrainer des Jahres 1985. Hitzfeld blieb drei weitere Spielzeiten beim FC Aarau, bevor er am 1. Juli 1988 zum Rekordmeister Grasshopper Club Zürich wechselte. Die Hoppers waren eine nationale Spitzenmannschaft, deren sportliches Grundgerüst aus Nationalspielern wie Martin Brunner, Marcel Koller, Mats Gren, Thomas Bickel, Wynton Rufer und Alain Sutter bestand. Als Trainer des GCZ war Hitzfeld sehr erfolgreich und wurde mit dem Klub zweimal Meister (1989/90, 1990/91), zweimal Pokalsieger (1989, 1990) sowie Supercup-Sieger (1989). Nach fünf Titeln zählte er zu den renommiertesten Trainern der Schweiz, und Bundesliga-Vereine wurden auf ihn aufmerksam.

Borussia Dortmund

Nach der enttäuschenden Saison 1990/1991, die Borussia Dortmund nur auf Platz zehn beendet hatte, wurde Trainer Horst Köppel am 1. Juli 1991 durch Ottmar Hitzfeld ersetzt. Der in Deutschland relativ unbekannte Hitzfeld traf bei seinem neuen Verein auf Co-Trainer Michael Henke, mit dem er die kommenden 13 Jahre zusammenarbeiten sollte. Hitzfeld traf mutige Personalentscheidungen, indem er Publikumsliebling Teddy de Beer durch den Nachwuchstorhüter Stefan Klos ersetzte und für den Angriff den Schweizer Stéphane Chapuisat verpflichtete, der 20 Tore erzielte. Nach einem mäßigen Saisonstart blieb Dortmund 19 Spiele in Serie ungeschlagen und übernahm zeitweise die Tabellenführung. Zusammen mit Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart lieferte sich der BVB einen der spannendsten Titelkämpfe der Bundesliga-Geschichte. Vor dem letzten Spieltag lagen die drei Teams punktgleich (jeweils 50:24) auf den ersten drei Plätzen. Der BVB ging als Tabellendritter in das Meisterschaftsrennen und führte ab der 9. Minute die Tabelle an, bis dem VfB Stuttgart in der 86. der Siegtreffer in Leverkusen gelang, der ihm die Meisterschaft brachte.<ref>VfB Stuttgart entscheidet Meister-Dreikampf für sich. In: kicker.de. Abgerufen am 23. Februar 2025.</ref> Beide profitierten von der gleichzeitigen Niederlage des bisherigen Tabellenführers Eintracht Frankfurt. Trotz des verpassten Titels, löste die überraschende Vize-Meisterschaft aus der Saison 1991/92 eine große Euphorie rund um Borussia Dortmund aus.

In den beiden folgenden Jahren (1992/93 und 1993/94) setzte sich Dortmund zwar in der Spitzengruppe der Bundesliga fest, jedoch waren die Leistungen zu selten konstant. Sie wurden zweimal Tabellenvierter, ohne ernsthaft in den Meisterschaftskampf einzugreifen. Auf internationaler Bühne erreichte Hitzfeld mit seiner Mannschaft im Mai 1993 erstmals seit 27 Jahren wieder ein europäisches Finale. Der BVB traf im UEFA-Pokalfinale auf den italienischen Vertreter Juventus Turin, blieb allerdings in den beiden Endspielen chancenlos (1:3, 0:3). Die ambitionierte Vereinsführung der Borussen um Manager Michael Meier und Präsident Gerd Niebaum investierte hohe Transfersummen in den Spielerkader. Somit wechselten vor allem die deutschen Nationalspieler Stefan Reuter, Matthias Sammer, Karl-Heinz Riedle, Andreas Möller und der Brasilianer Júlio César aus der italienischen Serie A zu Borussia Dortmund. Aufgrund der namhaften Verpflichtungen zählten sie vor der Saison 1994/95 zu den Titelanwärtern. Hitzfeld gelang es rund um Kapitän Michael Zorc, Matthias Sammer und Andreas Möller eine geschlossene Einheit zu formen, die auch den verletzungsbedingten Ausfall zahlreicher Leistungsträger kompensierte und setzte dabei auch auf Nachwuchstalente. Die defensiv kompakt stehenden Borussen kassierten in der Bundesliga nur 33 Gegentore und führten die Tabelle lange Zeit an. Sie lieferten sich einen intensiven Titelkampf mit Werder Bremen, der sich erst am letzten Spieltag (17. Juni 1995) entschied.<ref>"Das Spiel meines Lebens": Ottmar Hitzfeld über das Spiel BVB gegen den HSV 1995. In: web.de. Abgerufen am 24. Februar 2025.</ref> Im heimischen Westfalenstadion gewann die Mannschaft mit einem Punkt Vorsprung die ersehnte erste Meisterschaft seit 1963. Der Erfolg versetzte den Verein aus dem Ruhrgebiet in einen regelrechten Ausnahmezustand.<ref>Zeitspiel 17. Juni 1995: Dortmund im Ausnahmezustand - der BVB ist Meister. In: ruhrnachrichten.de. Abgerufen am 24. Februar 2025.</ref><ref>Kicker-Slideshow. In: kicker.de. Abgerufen am 24. Februar 2025.</ref> Trainer Hitzfeld, dem man aufgrund seines obligatorischen Trenchcoats und seines besonnen Auftretens den Spitznamen Gentleman verpasst hatte, attestierte man die notwendige Siegermentalität.

Hitzfeld wurde mit Dortmund auch in der Saison 1995/96 Deutscher Meister. In der Saison 1996/97 gelang der Gewinn der Champions League, durch einen 3:1-Endspielsieg über Titelverteidiger Juventus Turin in einer Neuauflage des Finales von 1993. Nach dem Gewinn des Champions-League-Titels erklärte Hitzfeld seinen Rücktritt als Trainer. Im Anschluss an seinen Rücktritt bemühte sich Real Madrid um Hitzfeld als Nachfolger des Italieners Fabio Capello. Hitzfeld lehnte allerdings aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse ab<ref>Darum sagte das heutige Geburtstagskind Ottmar Hitzfeld einst Real Madrid ab, Tribuna, 12. Januar 2023</ref> und trat stattdessen das Amt als Sportdirektor von Borussia Dortmund an. Sein Nachfolger als BVB-Trainer wurde Nevio Scala, mit dem der Verein im Herbst 1997 den Weltpokal gewann.

Bayern München

Am 1. Juli 1998 wurde Hitzfeld Trainer des FC Bayern München. Mit diesem Verein gewann er in sechs Spielzeiten die deutschen Meisterschaften der Saisons 1998/99, 1999/2000, 2000/01, 2002/03 und den DFB-Pokal der Saisons 1999/2000 und 2002/03, die UEFA Champions League der Saison 2000/01 sowie den Weltpokal des Jahres 2001.

Hitzfelds bis 2005 laufender Vertrag wurde vorzeitig zum 30. Juni 2004 vom FC Bayern aufgelöst, nachdem die Mannschaft in der Saison 2003/04 keinen Titel gewonnen hatte. Die Art und Weise der Entlassung wurde in den Medien sowie innerhalb des Vereins kontrovers diskutiert. Hitzfelds Nachfolger wurde Felix Magath. Im November 2011 gab Hitzfeld in einer Fernsehsendung des Senders Sport1 zu, dass er nach der sechsjährigen Bayern-Zeit kurz vor einem Burnout gestanden habe. Er habe selbst keine Kraft mehr gehabt, das Arbeitsverhältnis im Jahr 2004 zu beenden.

Nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft 2004 lag Ottmar Hitzfeld ein Angebot des DFB vor, als Nachfolger des zurückgetretenen Rudi Völler Trainer der deutschen Nationalmannschaft zu werden, was er jedoch am 1. Juli 2004 ablehnte. Da er sich vor der EM 2004 selbst als potenziellen Nachfolger Völlers ins Gespräch gebracht hatte, wurde er für die überraschende Absage heftig kritisiert. Schließlich wurde der Posten mit dem Ex-Spieler Jürgen Klinsmann besetzt.

Hitzfeld arbeitete ab Mitte 2004 zunächst nicht mehr als Fußballtrainer. Stattdessen analysierte er als Experte für den Pay-TV-Sender Premiere Bundesliga-, Champions-League- und WM-Spiele.

Im Dezember 2006 verkündete Hitzfeld, dass er seine Pause vom Trainerberuf beenden möchte und zur Saison 2007/08 wieder als Fußballtrainer arbeiten wolle. Anfragen des Hamburger SV und seines ehemaligen Vereins Borussia Dortmund für ein sofortiges Engagement als Cheftrainer zu Beginn der Rückrunde der Saison 2006/07 lehnte Hitzfeld ab.

Zweites Mal Bayern München

Am 1. Februar 2007 trat Ottmar Hitzfeld die Nachfolge seines am Tage zuvor beurlaubten eigenen Nachfolgers Felix Magath als Trainer beim FC Bayern München an. Als Co-Trainer stand ihm erneut Michael Henke zur Seite, der Hitzfeld auch schon in der Vergangenheit bei Borussia Dortmund und beim FC Bayern assistiert hatte. Ursprünglich wollte Hitzfeld die Tätigkeit als Trainer nur bis zum Saisonende ausüben, unterschrieb jedoch am 15. März 2007 einen über die Saison 2006/07 hinausgehenden Vertrag, der bis zum 30. Juni 2008 datiert war. Sportlich verlief die Saison für den FC Bayern indes enttäuschend. Der vierte Tabellenplatz zum Zeitpunkt der Übernahme durch Hitzfeld war auch der Platz nach dem 34. Spieltag. Zur Saison 2007/08 verstärkte sich der FC Bayern mit Spielern wie Franck Ribéry, Luca Toni und Miroslav Klose und rangierte bereits in der Hinrunde durchgehend auf dem ersten Tabellenplatz. Am 2. Januar 2008 bestätigte Hitzfeld die Aussage von Bayern-Manager Uli Hoeneß, dass er seinen Vertrag nicht nochmals verlängern werde. Die Saison beendete er mit dem Gewinn des Doubles für den FC Bayern München. Sein Nachfolger wurde Jürgen Klinsmann.

Nationalmannschaft Schweiz

Ab Sommer 2008 – nach der Europameisterschaft – trainierte Hitzfeld die Schweizer Nationalmannschaft. Dazu verlegte er seinen Wohnsitz wieder in seine Heimatstadt Lörrach.<ref>Umzug nach Lörrach, www.bild.de</ref> Der Vertrag mit dem Schweizer Fußballverband lief zunächst zwei Jahre bis nach der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika<ref>Schweizerischer Fußballverband: Ottmar Hitzfeld wird Nationaltrainer der Schweiz – Definitiv: Ottmar Hitzfeld neuer Nati-Coach</ref> und wurde im August 2009 bis Mitte 2012<ref>Hitzfeld verlängert bis 2012</ref> und im März 2011 vorzeitig bis 2014 verlängert.<ref>Bern, dpa vom 5. März 2011.</ref>

Hitzfeld hatte bei der Schweizer Nationalmannschaft einen durchwachsenen Start in die Qualifikation für die WM 2010: Einem 2:2-Unentschieden in Tel Aviv gegen Israel nach einer 2:0-Führung für die Schweiz folgte eine 1:2-Heimniederlage gegen Luxemburg.<ref>Schweizerischer Fußballverband</ref> Anschließend steigerte sich die Mannschaft unter der Leitung von Hitzfeld kontinuierlich und qualifizierte sich als Gruppenerster direkt für die Weltmeisterschaft 2010. Dort gewann die Schweiz in ihrem ersten Gruppenspiel überraschend mit 1:0 gegen den amtierenden Europameister und späteren Turniersieger Spanien. Nach einer Niederlage und einem Unentschieden in den folgenden Spielen kam dann die Mannschaft nicht über die Gruppenphase hinaus.

In der Qualifikation für die EM 2012 wurde die Schweiz Gruppendritter hinter England und Montenegro und qualifizierte sich damit nicht für die Europameisterschaft. Erfolgreicher war Hitzfeld mit der Nationalmannschaft in der Qualifikation für die WM 2014. Die Mannschaft blieb in ihrer Gruppe unbesiegt und stand bereits einen Spieltag vor Ende der Qualifikation als Endrunden-Teilnehmer fest. Zudem wurden in Freundschaftsspielen Deutschland und Brasilien besiegt. Die Schweiz belegte damit im Juni 2014 Platz 6 der FIFA-Weltrangliste. Am 17. Oktober 2013 kündigte Hitzfeld das Ende seiner Trainerkarriere nach der Weltmeisterschaft 2014 an.<ref>Hitzfeld räumt seinen Stuhl. Tages-Anzeiger, 17. Oktober 2013, abgerufen am 17. Oktober 2013.</ref> Bei der WM belegte die Schweiz in der Vorrunde hinter Frankreich den zweiten Gruppenplatz und erreichte somit erstmals seit 2006 das Achtelfinale, wo sie Argentinien in der Verlängerung unterlag. Mit diesem Ausscheiden beendete Hitzfeld am 1. Juli 2014 seine Trainer- und Fußballkarriere.<ref>„Gauchos“ zittern sich ins Viertelfinale. kicker.de, 1. Juli 2014, abgerufen am 1. Juli 2014.</ref>

Titel als Trainer

Hitzfeld ist neben Ernst Happel, José Mourinho, Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti, Pep Guardiola und Luis Enrique einer von sieben Trainern, der die UEFA Champions League bzw. den Europapokal der Landesmeister mit zwei verschiedenen Vereinen gewann.<ref>Erfolgreichste Trainer in der Fußball-Bundesliga nach durchschnittlichen Punkten pro Spiel transfermarkt.de, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> Er schaffte dies allerdings als einziger mit zwei Vereinen aus demselben Land.

International
Schweiz
Deutschland

Ehrungen als Trainer

Datei:Heidelberg Jesuitenkirche Weihnachtskrippe 2.JPG
Hitzfeld-Zitat auf einem Fußball – Detail einer modernen Weihnachtskrippe in Heidelberg

Projekte und Engagements

Ottmar Hitzfeld unterstützte das Sozialprojekt Wir helfen Afrika zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Seit Juli 2008 ist Hitzfeld als Experte für den Pay-TV-Sender Sky (ehemals Premiere) tätig. Dies war er bereits zuvor von September 2004 bis Februar 2007.

Seit Oktober 2016 ist Ottmar Hitzfeld Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)<ref>Video: Hitzfeld neuer Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung. In: DFB – Deutscher Fußball-Bund e. V. (dfb.de [abgerufen am 25. Oktober 2016]).</ref>

Sonstiges

Ottmar Hitzfeld wird wegen seiner sachlichen Art „General“ genannt.<ref>Der „General“ wird 60</ref> Hitzfeld ist Neffe des Generals Otto Hitzfeld.

Die Walliser Gemeinde Staldenried taufte ihr neues, auf über 2000 Metern Höhe gelegenes Stadion mit Kunstrasenfeld im Weiler Gspon in „Ottmar Hitzfeld Gspon Arena“.<ref>Walliser Fussballplatz nach Ottmar Hitzfeld benannt. In: Berner Zeitung. 27. Oktober 2009, abgerufen am 18. April 2025.</ref> Der Platz ist der höchstgelegene Fußballplatz in Europa (2008 m).<ref>WDR sport inside: höchster Sportplatz Europas Video, abgerufen am 5. März 2013.</ref>

Auf einem speziell für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hergestellten, international zugelassenen Turnierfußball aus fairer Produktion ist Ottmar Hitzfelds Aussage zu lesen: „Ich schöpfe aus der Kraft des positiven Denkens und dem täglichen Gespräch mit Gott.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />St. Benno-Verlag: Ich glaub’ dran! Der christliche Fußball. Leipzig 2006 (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive).</ref> Er war 2014 in einer modernen Weihnachtskrippe in der Jesuitenkirche Heidelberg zu sehen.

Ottmar Hitzfeld lebt heute abwechselnd in seinem Geburtsort Lörrach sowie in der Gemeinde Engelberg (Schweiz).<ref>NIls Bastek (dpa): Bloß keine Party: Warum Ottmar Hitzfeld in aller Ruhe 75 wird. Abgerufen am 28. Mai 2024.</ref>

Tabellarischer Karriereüberblick

Spielerlaufbahn
Periode Verein Titel
1960–1967 DeutschlandDeutschland TuS Lörrach-Stetten
1967–1971 DeutschlandDeutschland FV Lörrach
1971–1975 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg FC Basel 1972: Schweizer Meister
1973: Schweizer Meister
1975: Schweizer Cupsieger
1975–1978 DeutschlandDeutschland VfB Stuttgart 1977: Aufstieg in die 1. Bundesliga
1978–1980 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg FC Lugano 1979: Aufstieg in die Nationalliga A
1980–1983 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg FC Luzern
Trainerlaufbahn
Periode Verein Titel
1983–1984 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SC Zug 1984: Aufstieg in NLA
1984–1988 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg FC Aarau 1985: Schweizer Cupsieger
1988–1991 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Grasshopper Club Zürich 1989: Schweizer Cupsieger
1989: Supercupsieger
1990: Schweizer Cupsieger
1990: Schweizer Meister
1991: Schweizer Meister
1991–1997 DeutschlandDeutschland Borussia Dortmund 1995: Supercupsieger
1995: Deutscher Meister
1996: Supercupsieger
1996: Deutscher Meister
1997: Champions League
1998–2004 DeutschlandDeutschland FC Bayern München 1998: Ligapokal
1999: Deutscher Meister
1999: Ligapokal
2000: DFB-Pokal
2000: Deutscher Meister
2000: Ligapokal
2001: Deutscher Meister
2001: Champions League
2001: Weltpokal
2003: DFB-Pokal
2003: Deutscher Meister
2007–2008 DeutschlandDeutschland FC Bayern München 2007: Ligapokal
2008: DFB-Pokal
2008: Deutscher Meister
2008–2014 SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 2009: Direktqualifikation WM
2013: Direktqualifikation WM

Weblinks

Literatur

  • Josef Hochstrasser: Ottmar Hitzfeld. Die Biographie. Argon, 2003, ISBN 978-3-87024-582-5.
  • Wolfram Porr: Ottmar Hitzfeld. Fußballverrückter. Mutmacher. Menschenfänger. Ein biografisches Porträt. Kurz & Bündig, 2019. ISBN 978-3907126097
  • Bernd Sautter: Heimspiele Baden-Württemberg. Wahre Fußball-Geschichten, die unter die Grasnarbe gehen. Silberburg-Verlag, Tübingen 2015, S. 28 ff, ISBN 978-3-8425-1409-6.

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Navigationsleiste Siegertrainer der UEFA Champions LeagueVorlage:Navigationsleiste Meistertrainer der deutschen Fußball-BundesligaVorlage:Navigationsleiste Siegertrainer des DFB-PokalsVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 2002: Klaus Toppmöller | 2003: Felix Magath | 2004: Thomas Schaaf | 2005: Felix Magath | 2006: Jürgen Klinsmann | 2007: Armin Veh | 2008: Ottmar Hitzfeld | 2009: Felix Magath | 2010: Louis van Gaal | 2011–2012: Jürgen Klopp | 2013: Jupp Heynckes | 2014: Joachim Löw | 2015: Dieter Hecking | 2016: Dirk Schuster | 2017: Julian Nagelsmann | 2018: Jupp Heynckes | 2019: Jürgen Klopp | 2020: Hansi Flick | 2021: Thomas Tuchel | 2022: Christian Streich | 2023: Urs Fischer | 2024: Xabi Alonso | 2025: Julian Schuster Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

1979: Willy Sommer | 1980–1981: Daniel Jeandupeux | 1984: Helmuth Johannsen/Jean-Claude Donzé | 1985: Ottmar Hitzfeld | 1986: Aleksander Mandziara | 1989: Friedel Rausch | 1990–1991: Umberto Barberis | 1992: Enzo Trossero | 1993: Rolf Fringer | 1994: Christian Gross | 1995: Rolf Fringer | 1996–1997: Christian Gross | 1998: Raimondo Ponte | 1999: Marcel Koller | 2000: Hans-Peter Zaugg | 2001–2005: Christian Gross | 2006–2007: Lucien Favre | 2008: Christian Gross | 2009: Bernard Challandes | 2010: Dany Ryser | 2011: Pierluigi Tami | 2012: Heiko Vogel | 2013: Uli Forte | 2014: Ottmar Hitzfeld | 2015: Martina Voss-Tecklenburg | 2016–2019: Vladimir Petković

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Nationalliga / Nationalliga A
1934Kielholz | 1935Bösch | 1936Jäggi | 1937Frigerio | 1938Monnard | 1939Artimovics | 1940Aeby | 1941Frigerio | 1942Frigerio | 1943Amadò | 1944Andres | 1945Friedländer | 1946Friedländer | 1947Amadò / Blaser | 1948Righetti | 1949Fatton | 1950Fatton | 1951Friedländer | 1952Hügi | 1953Hügi / Meier | 1954Hügi | 1955Mauron | 1956Vukosavljević | 1957Kauer | 1958Wechselberger | 1959Meier | 1960Schneider | 1961Robbiani | 1962Fatton | 1963von Burg | 1964Desbiolles | 1965Blättler / Kerkhoffs | 1966Blättler | 1967Blättler / Künzli | 1968Künzli | 1969Peters | 1970Künzli | 1971Müller | 1972Dimmeler / Dörfel | 1973Hitzfeld / Grahn | 1974Jeandupeux | 1975Katić | 1976Risi | 1977Cuccinotta | 1978Künzli | 1979Risi | 1980Sulser | 1981Risi | 1982Sulser | 1983Brigger | 1984Bregy | 1985Cina 1986Thychosen | 1987Eriksen | 1988Eriksen | 1989Rummenigge | 1990Zamorano | 1991Zuffi | 1992Molnar | 1993Anderson | 1994Élber | 1995Aleksandrov | 1996Aleksandrov / Moldovan | 1997Moldovan | 1998Nonda | 1999Rey | 2000Amoah | 2001Chapuisat / Giménez | 2002Giménez / Núñez

Super League
2003Núñez | 2004Chapuisat | 2005Giménez | 2006Keita | 2007Petrić | 2008Yakin | 2009Doumbia | 2010Doumbia | 2011Frei | 2012Frei | 2013Scarione | 2014Gashi | 2015Gashi | 2016Dabbur | 2017Doumbia | 2018Ajeti | 2019Hoarau | 2020Nsame | 2021Nsame | 2022Siebatcheu | 2023Nsame | 2024Akolo / Kevin Carlos / Celar | 2025Shaqiri Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Hall of Fame des deutschen Fußballs

Vorlage:Hinweisbaustein