Zum Inhalt springen

Paris-Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 11:17 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Tour Eiffel Wikimedia Commons.jpg
Der Eiffelturm, Wahrzeichen der Stadt Paris

Als Paris-Syndrom ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), japanisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Pari shōkōgun) wird eine vorübergehende psychische Störung bezeichnet, die meist Japaner beim Aufenthalt in Paris trifft. Es handelt sich um ein kulturgebundenes Syndrom, das ähnlicher Natur ist wie das Stendhal- und das Jerusalem-Syndrom, nicht jedoch um eine anerkannte Diagnose (nach ICD-10 oder DSM-IV). Als Auslöser des Paris-Syndroms gilt die starke Differenz zwischen der Erwartungshaltung der Touristen und der Realität der Stadt.

Geschichte

Die Grundlage des Begriffs Paris-Syndrom (Pari shōkōgun) lieferte der in Paris arbeitende japanische Psychiater Hiroaki Ota, der 1991 das Buch Pari shôkôgun veröffentlichte und schon 1986 die ersten Personen mit dem Syndrom diagnostizierte.<ref name="NTV">Hans-Hermann Nikolei: Japaner am Ziel ihrer Träume krank. n-tv, 30. August 2009, abgerufen am 1. Juli 2012.</ref><ref name="BBC1">Caroline Wyatt: 'Paris Syndrome' strikes Japanese. BBC News, 20. Dezember 2006, abgerufen am 1. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Buch1">Harumi Befu, Sylvie Guichard-Anguis: Globalizing Japan: Ethnography of the Japanese Presence in Asia, Europe and America. Routledge 2001, S. 40.</ref> Youcef Mahmoudia, Arzt am Hôtel-Dieu de Paris, kam zu dem Schluss, das Paris-Syndrom sei eine psychopathologische Manifestation, die eher mit der Reise als mit dem Reisenden verbunden sei.<ref>Youcef Mahmoudia: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Voyager rend-il fou ? (Memento vom 20. Juli 2011 im Internet Archive) (französisch)</ref> Seiner Theorie nach bringt die Aufregung, die der Besuch in Paris auslöst, eine Erhöhung der Herzfrequenz mit sich, was zu Kurzatmigkeit und Schwindelgefühlen führt, wodurch Halluzinationen ähnlich dem Stendhal-Syndrom entstehen.

Symptome

Das Paris-Syndrom ist durch einige psychische Symptome gekennzeichnet: akute Wahnzustände, Halluzinationen, Verfolgungswahn (Wahrnehmung, ein Opfer von Vorurteilen, Aggression oder Anfeindung durch andere zu sein), Derealisation, Depersonalisation, Angst sowie psychosomatische Manifestationen wie etwa Schwindel, Tachykardie oder Schwitzen.<ref name="BBC2">Caroline Wyatt: Mastering French manners, the hard way. BBC News, 23. Dezember 2006, abgerufen am 1. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Ausprägungen unterscheiden sich. So berichtete Yoshikatsu Aoyagi, Konsulatschef der japanischen Botschaft in Paris, im Oktober 2006 von zwei Frauen, die glaubten, ihr Hotelzimmer sei verwanzt und gegen sie sei eine Verschwörung gerichtet; einem Mann, der der Überzeugung war, er sei Ludwig XIV., und einer Frau, die glaubte, sie werde mit Mikrowellen attackiert.<ref name="MSNBC">'Paris Syndrome' leaves tourists in shock. Reuters, 23. Oktober 2006, abgerufen am 1. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Häufigkeit

Die Zahl der Fälle pro Jahr ist nicht genau erfasst. In der Berichterstattung zum Syndrom liegen die Zahlen zwischen 12 und 100 Fällen pro Jahr.<ref name="NTV" /><ref name="BBC1" /> Die japanische Botschaft in Paris spricht von 20<ref>Angelique Chrisafis: Paris syndrome hits Japanese. The Guardian, 25. Oktober 2006, abgerufen am 1. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bis 24 „gravierenden Fällen“ pro Jahr.<ref name="Tagesspiegel">Martin Trauth: Paris macht Japaner krank. Der Tagesspiegel, 16. September 2009, abgerufen am 1. Juli 2012.</ref>

Datei:Japonais a paris.jpg
Japanische Touristen in Paris

Im Artikel Les Japonais en voyage pathologique à Paris: un modèle original de prise en charge transculturelle, der 2004 im französischen Psychiatriemagazin Nervure erschien, nennen die Autoren, darunter auch Ota, eine Zahl von 63 Patienten zwischen 1988 und 2004.<ref>A. Viala, H. Ota, M.N. Vacheron, P. Martin, F. Caroli: Les Japonais en voyage pathologique à Paris: un modèle original de prise en charge transculturelle. (2004), In: Nervure de journal Psychiatrie 5, S. 31–34 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF-Version (französisch) (Memento vom 3. Dezember 2008 im Internet Archive), S. 32.</ref> Von diesen 63 Patienten waren 34 Frauen und 29 Männer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren, wobei 50 % zwischen 20 und 30 Jahren alt waren.

Laut Ota sind vor allem japanische Frauen in ihren Dreißigern betroffen.<ref name="Tagesspiegel" /><ref name="BBC1" /> Das Syndrom ist nicht auf Touristen beschränkt: In einem Artikel aus dem Jahr 2005 erwähnte Ota, dass 73 % der Patienten junge Frauen seien, die eine geringe Motivation besitzen, die Sprache Französisch zu lernen, jedoch durch die finanzielle Unterstützung ihrer Familie in Paris leben können.<ref name="Cheese" /><ref>パリ症候群, vom 2. Februar 2005, abgerufen am 13. Juli 2012 (japanisch)</ref> Auch junge Frauen aus diesen familiären Verhältnissen, die mit „romantischen Vorstellungen“ etwa Kunstgeschichte in Paris studieren wollen, fallen in dieses Muster.<ref name="NTV" /> Zudem gibt es Berichte über ein zunehmendes Auftauchen des Paris-Syndroms unter chinesischen Touristen.<ref>Ania Nussbaum: The Paris Syndrome Drives Chinese Tourists Away. Bloomberg News, 12. August 2014, abgerufen am 24. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zwischen 700.000<ref name="NTV" /> und einer Million<ref name="BBC1" /> Japaner besuchen Paris pro Jahr und zwischen 20.000<ref>Thomas Crampton: French Are 'Foreign' in Opéra District : A Japanese Haven In Central Paris, The New York Times, vom 20. Februar 1995, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref><ref>Everett Kennedy Brown: @1@2Vorlage:Toter Link/www.japantimes.co.jpHitachi's friendly face (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, vom 27. März 2003, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref> und 25.000<ref>Understandfrance.org: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Paris for the Japanese (Memento vom 12. Juli 2012 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juli 2012.</ref><ref>Jon P. Alston, Melanie Hawthorne, Sylvie Saillet: A Practical Guide to French Business. iUniverse, 2003, ISBN 978-0-595-26462-9, S. 196., Introduction XIII</ref> Japaner leben in Paris, wobei in anderen Quellen jedoch auch 28.000 japanische Einwohner genannt werden.<ref name="Herald">Hugh Schofield: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japanese hit by ‘Paris syndrome’ as depressing reality of French manners shatters romantic ideals (Memento vom 8. Januar 2006 im Internet Archive)</ref> 2004 waren 14.000 japanische Bewohner von Paris beim Konsulat gemeldet, wobei von „weiteren tausenden“ ausgegangen wurde, die nicht beim Konsulat gemeldet waren.<ref name="AP">Kate Brumback: A dark mood in the City of Light for some Japanese. AP Worldstream, vom 17. Dezember 2004, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel bei Highbeam Research (Memento vom 5. Mai 2016 im Internet Archive)</ref> 1996 lebten 20.060 Japaner in Frankreich, 9.012 davon in Paris.<ref name="Buch1" />

Auslöser

Der Artikel Les Japonais en voyage pathologique à Paris: un modèle original de prise en charge transculturelle benennt folgende zugrundeliegende Probleme:

  • Sprachbarriere: Die Tatsache, dass nur wenige Japaner Französisch und nur wenige Franzosen Japanisch sprechen, führt zu Kommunikationsunfähigkeit oder kommunikativen Fehlern. Dies ist eine der Hauptschwierigkeiten.
  • Kulturelle Unterschiede: Für Japaner ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wichtig. Trennung von der Bezugsgruppe wird als verunsichernd erlebt. Im Gegensatz zu den strengen, betont höflichen Umgangsformen der Japaner neigen Franzosen zu einer direkten, ungezwungenen Kommunikation mit häufigen und schnellen Stimmungs- und Ausdrucksschwankungen, die von Japanern als verwirrend oder unfreundlich aufgefasst werden kann. Mario Renoux, der Präsident der französisch-japanischen Ärztegesellschaft, beschrieb in einem AP-Artikel die „aggressive Ungeduld und den direkten Humor der Franzosen“ als einschüchternd.<ref name="AP" />
  • Das idealisierte Bild von Paris: Die von den Medien vermittelte Vorstellung von Paris als Stadt des Luxus, der Mode und eines glamourösen Lebens kollidiert mit dem Erlebnis einer unspektakulären Alltagsrealität.
  • Erschöpfung: Geschäfts- und Urlaubsreisen mit einem eng getakteten Terminkalender und einer Fülle von Erlebnissen in extrem kurzer Zeit können zur psychischen Destabilisierung führen. Hinzu kommen die Auswirkungen des Jetlags.

Renoux nannte in einem Artikel in der Tageszeitung Libération japanische Zeitschriften als hauptverantwortlich für die Entstehung des Syndroms. Renoux gibt an, dass in japanischen Medien (speziell jedoch in Magazinen) Paris als ein Ort beschrieben wird, in dem die meisten Menschen auf der Straße wie Models aussehen und die meisten Frauen Kleidung der Marke Louis Vuitton tragen.<ref>Levy Audrey: Des Japonais entre mal du pays et mal de Paris. Libération, 13. Dezember 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juni 2013; abgerufen am 1. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem anderen Bericht wurde er hinsichtlich der japanischen Sicht auf Paris so zitiert:

« Ils voient le Montparnasse des Années folles, Manet, Renoir, et des Parisiennes habillées comme des gravures de mode. »

„Sie sehen den (Boulevard du) Montparnasse der goldenen Zwanziger, Manet, Renoir und die wie auf Modezeichnungen angezogenen Pariserinnen.“<ref name="Figaro">Le Figaro: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Le spleen des Japonais à Paris (Memento vom 22. September 2009 im Internet Archive), vom 24. Juni 2006, abgerufen am 13. Juli 2012 (französisch)</ref>

Andere idealisierende Einflüsse könnten Filme wie Die fabelhafte Welt der Amélie sein, die Paris romantisch verklärt darstellen.<ref name="BBC1" /> Die Besucherzahlen des Films in den Kinos in Japan lagen bei 1,3 Millionen Personen, wodurch Japan bei den Besucherzahlen auf Platz 6 weltweit lag.<ref>IMDb: Box Office für Die fabelhafte Welt der Amelie, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref> Zudem leben einige japanische Fernseh- und Filmberühmtheiten in Paris.<ref name="Herald" />

Behandlung

Bei leichteren Fällen wird das Paris-Syndrom durch Bettruhe und Hydration behandelt, bei schwereren Fällen auch durch den Aufenthalt in einer Klinik (25 % der Fälle<ref name="Figaro" />) und durch die Heimreise.<ref name="Atlantic">Chelsea Fagan: Paris Syndrome: A First-Class Problem for a First-Class Vacation. The Atlantic, 18. Oktober 2011, abgerufen am 1. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem Viertel der Fälle, die die japanische Botschaft bearbeitet, wird eine sofortige Heimreise nötig.<ref name="Tagesspiegel" /> Im Jahr 2011 gab es mindestens sechs Fälle, in denen die Botschaft eine Heimreise unter medizinischer Beaufsichtigung veranlassen musste.<ref name="Atlantic" />

Nach Aussagen von Mahmoudia geht es nach der Behandlung „einem Drittel sofort besser, ein Drittel erleidet Rückfälle und der Rest bekommt Psychosen“.<ref name="MSNBC" />

2006 gründete Yoshikazu Sekiguchi in Paris einen Ableger der Nichtregierungsorganisation green bird, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Städte zu reinigen. Sekiguchi gab an, die green birds wollen „Paris attraktiver machen“, was „auch gegen das Paris-Syndrom“ helfen würde.<ref name="NTV" /><ref>Reuters: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japanese ex-pats clean up Paris streets for tourists (Memento vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive), vom 20. April 2009, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>

Rezeption

Mediale Kritik und Zweifel an der Existenz des Syndroms

Ein Editorial in der Japan Times kritisierte die Bezogenheit der Studie auf japanische Touristen und sah die Frage ungeklärt, warum das Syndrom speziell in Paris und nicht etwa auch in „New York oder Mexiko-Stadt“ auftrete. Der Artikel schloss: „Selbst wenn Paris eine Handvoll überempfindsame japanische Reisende zum Arzt schickt, scheint es eine Übertreibung, ihre Bedrängnisse als Syndrom zu kennzeichnen“ („Even if Paris does send a handful of fragile Japanese travelers to the doctor, it seems a stretch to label their affliction a syndrome.“).<ref>The Japan Times: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japanese and the ‘Paris syndrome’ (Memento vom 14. Juli 2012 im Internet Archive), vom 29. Oktober 2006, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref>

In dem Artikel „Say Cheese!“ von Lauren Collins im Magazin The New Yorker beschäftigte sich diese mit dem Paris-Syndrom und einem eventuell analog existierenden New-York-Syndrom. Dabei zitierte sie Howard Sigman, einen Konsulatsbeamten des japanischen Konsulats in New York. Dieser gab an, er glaube nicht an das Paris-Syndrom oder eine „New-York-Belastung“. Seiner Ansicht nach sind die Fälle, die durch den Kulturschock mit der japanischen Botschaft in Paris zu tun haben, „meist das Ergebnis einer bereits existierenden psychischen Erkrankung“.<ref>Lauren Collins: SAY CHEESE!, vom 22. Januar 2007, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>

Der Wissenschaftsblog Neurobonkers stellte die Vermutung auf, dass es sich aufgrund der geringen Patientenanzahl um einen Fall von illusorischer Korrelation handeln könnte. Man ging von einer Quote von 12 Erkrankten bei einer Million japanischen Besuchern pro Jahr aus und verglich dies mit der Quote von Personen, die in ihrem Leben einmal eine schizophrenische Episode erleben, welche umgerechnet 7000 Erkrankte pro einer Million Menschen beträgt.<ref>Neurobonkers: Paris Syndrome: Peculiar Madness or Urban Legend?, vom 7. Juli 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref>

Der Blog royalwithcheese beschrieb die Verwendung der Bezeichnung Paris-Syndrom für zwei unterschiedliche Fälle. Zu Beginn sei diese auf Japaner, die in Paris lebten, angewendet worden. Die Medien und Ärzte wie Youcef Mahmoudia und Mario Renoux hätten es dann jedoch auf japanische Touristen bezogen. Die Autorin bezweifelte den Syndrom-Charakter des Paris-Syndroms und schrieb, dass es „nicht mehr als der Ventilatortod in Korea“ sei.<ref name="Cheese">royalwithcheese: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., vom 1. Dezember 2011, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref>

Der Kolumnist A. A. Gill der The Sunday Times nannte scherzhaft Rom als ein Heilmittel für das Paris-Syndrom.<ref>Michael Yessis: Japanese Tourists Succumb to ‘Paris Syndrome’, vom 24. Oktober 2006, abgerufen am 13. Juli 2012.</ref>

Kulturelle Werke

Der französische Schriftsteller Philippe Adam verfasste ein Buch mit dem Titel Le Syndrome de Paris, welches 2005 erschien. Es behandelt die Geschichte einer Praktikantin der japanischen Botschaft in Paris, die mit dem Paris-Syndrom zu kämpfen hat.<ref>Gregor Haschnik: Ein Herz und keine Seele, vom 25. September 2006, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> Das Buch wurde im Jahr 2008 von der japanischen Regisseurin Saé Shimaï verfilmt.<ref>Festival de film des femmes de bruxelles: @1@2Vorlage:Toter Link/www.ellestournent-damesdraaien.orgSaé Shimaï: Le syndrome de Paris (The Paris Syndrome) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> Auch der Film Mimi no Nikki behandelte das Thema Paris-Syndrom. Der Film erschien 2012 und behandelt das Leben einer jungen Japanerin in Paris.<ref>Thomas Hajdukowicz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mimi no Nikki : Une Japonaise à Paris (Memento vom 19. August 2014 im Internet Archive), vom 16. Februar 2012, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>

Der Künstler Jun Yang gestaltete in der Galerie für Zeitgenössische Kunst das Café Paris Syndrom<ref>Stephanie von Aretin: Leipzig: Reisen mit Insider-Tipps. Mair Dumont Marco Polo 2008, ISBN 978-3-8297-0472-4, S. 95.</ref> sowie ein Hotelzimmer, welches er mit Hotel Paris Syndrom betitelte. Das Hotel Paris Syndrom öffnete im Dezember 2010<ref>GFZK: GfZK Hotel, abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> und entspricht, wie das Café, dem Syndrom insoweit, dass original französisch wirkende Möbelstücke und Fotografien lediglich Nachbildungen sind und somit der Unterschied zwischen Erwartung und Realität dargestellt wird.<ref>Hotel Paris Syndrom: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Muss man mit Enttäuschungen rechnen, wenn man das Hotel Paris Syndrom bucht? (Memento vom 29. Januar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>

Zudem existieren zwei Dokumentationen zum Paris-Syndrom. John Menicks „Paris Syndrome“ erschien 2010 und wird von diesem als „kurzes, filmisches Essay“ beschrieben. Die Dokumentation ist dabei 27 Minuten lang.<ref>John Menick: @1@2Vorlage:Toter Link/www.johnmenick.comParis Syndrome (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (Kurzdokumentation, 27 Minuten, 2010), abgerufen am 18. Juli 2012.</ref> 2012 veröffentlichte Raphaël George seine neunminütige Dokumentation „Le Syndrome de Paris“, in der er die Symptome des Syndroms beschreibt und Pierre Rameau, Arzt am Hôpital Sainte-Anne, das Syndrom erklärt.<ref>Raphaël George: Le Syndrome de Paris (Kurzdokumentation, 9 Minuten, Französisch, 2012), abgerufen am 18. Juli 2012.</ref>

Auch in der Musik fand das Paris-Syndrom Erwähnung: Die deutsche Band Blumengarten veröffentlichte 2023 den Song Paris Syndrom, der sich thematisch mit enttäuschten Erwartungen auseinandersetzt und die Diskrepanz zwischen romantischer Vorstellung und ernüchternder Realität thematisiert.<ref>Blumengarten Official: Blumengarten & Paula Hartmann - paris syndrom (dach session). 15. Dezember 2022, abgerufen am 6. Februar 2025.</ref>

Literatur

  • Philippe Adam: Le Syndrome de Paris. Inventar / Invention, 2005, ISBN 978-2-915453-73-7.
  • A. Viala, H. Ota, M.N. Vacheron, P. Martin, F. Caroli: Les Japonais en voyage pathologique à Paris: un modèle original de prise en charge transculturelle. (2004), In: Nervure de journal Psychiatrie 5, S. 31–34 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF-Version (französisch) (Memento vom 3. Dezember 2008 im Internet Archive)
  • Hiroaki Ota: パリ症候群 (Pari shôkôgun), Toraberu Jānaru 1991, ISBN 978-4-89559-233-8.
  • Janima Nam: Paris Syndrome: Reverse Homesickness? Paper zu einem Vortrag auf der ASA Conference 2007, PDF

Weblinks

Einzelnachweise

<references />