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Toyohait

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Toyohait
Datei:Toyohaite-rar09-wp18b.jpg
Toyohait aus der Silber-Zinn-Lagerstätte Pirquitas, Rinconada, Jujuy, Argentinien (Gesamtgröße der Probe: 7,1 × 5,6 × 3,4 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1989-007<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

To<ref name="Warr" />

Chemische Formel Ag1+(Fe2+0,5Sn4+1,5)S4<ref name="Bosi et al. 2018" /><ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.06-160<ref name="Lapis" />

2.DA.10
02.10.03.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol tetragonal-dipyramidal; 4/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe I41/a (Nr. 88)Vorlage:Raumgruppe/88<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 7,46 Å; c = 10,80 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4<ref name="Webmineral" />
Dichte (g/cm3) 4,94<ref name="Webmineral" />
Spaltbarkeit mikrokristalline Aggregate und Körner
Farbe bräunlichgrau
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Toyohait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der Endgliedzusammensetzung Ag1+(Fe2+0,5Sn4+1,5)S4<ref name="Bosi et al. 2018" /><ref name="IMA-Liste" /> und damit chemisch gesehen ein Silber-Eisen-Zinn-Sulfid. Strukturell gehört Toyohait zur Spinell-Supergruppe.

Toyohait kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem, konnte jedoch bisher nur in Form von mikrokristallinen Aggregaten bis etwa 200 μm bzw. in einzelnen Körner von etwa 1–30 μm Durchmesser gefunden werden. Er ist undurchsichtig und von metallischem Glanz. Seine Farbe erscheint im reflektierten Licht Bräunlichgrau. Im Vergleich zu Rhodostannit und Hocartit ist er allerdings etwas bräunlicher.

Etymologie und Geschichte

Entdeckt wurde Toyohait in der „Toyoha Mine“ bei Sapporo auf der japanischen Insel Hokkaidō und wissenschaftlich beschrieben 1991 durch J. Yajima, E. Ohta und Y. Kanazawa, die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten.<ref name="AM" />

Das Typmaterial des Mineral wird im Geologischen Museum der Geological Survey of Japan in Sapporo aufbewahrt.<ref name="AM" />

Klassifikation

Die strukturelle Klassifikation der IMA zählt den Toyohait zur Spinell-Supergruppe, wo er zusammen mit Carrollit, Cuproiridsit, Cuprokalininit, Fletcherit, Florensovit, Malanit und Rhodostannit die „Carrollit-Untergruppe“ innerhalb der „Thiospinelle“ bildet (Stand 2019).<ref name="Bosi et al. 2018" />

Da der Toyohait erst 1989 als eigenständige Mineralart anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.06-160. Dies entspricht der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall (M) : Schwefel (S) (Selen, Tellur) ≈ 1:1“, wo Toyohait zusammen mit Barquillit, Briartit, Černýit, Famatinit, Ferrokësterit, Hocartit, Kësterit, Kuramit, Luzonit, Permingeatit, Petrukit, Pirquitasit, Rhodostannit, Sakuraiit, Stannit und Velikit die „Stannitgruppe“ mit der Systemnummer II/C.06 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Toyohait dagegen in die Abteilung der „Metallsulfide mit dem Stoffmengenverhältnis M : S = 3 : 4 und 2 : 3“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach dem genauen Stoffmengenverhältnis, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „M : S = 3 : 4“ zu finden ist, wo es zusammen mit Rhodostannit die „Rhodostannitgruppe“ mit der Systemnummer 2.DA.10 bildet.<ref name="IMA-Liste-2009" />

Die von der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführte Strunz-Klassifikation, die sich im Aufbau nach der 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik richtet, führt in der Gruppe 2.DA auch die nach 2009 neu beschriebenen Spinelle Ezochiit und Grimmit zusammen mit Ferrodimolybdänit (FeMo2S4), Zaykovit (Rh3Se4) und Zolenskyit (FeCr2S4) auf.<ref name="Mindat-Strunz-2.DA" />

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Toyohait in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Rhodostannit in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.10.03 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n) : p = 3 : 4“ zu finden.

Kristallstruktur

Toyohait kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe I41/a (Raumgruppen-Nr. 88)Vorlage:Raumgruppe/88 mit den Gitterparametern a = 7,46 Å und; c = 10,80 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Datei:Toyohaite-Pirquitasite-206920.jpg
Toyohait und Pirquitasit aus der „Oploca Mine“, Argentinien (Gesamtgröße der Probe: 9,7 × 8,0 × 5,8 cm)

Toyohait findet sich in massigen Pyrit-Sphalerit-Erzadern in Basalten aus dem Miozän. Als Begleitminerale treten unter anderem Berndtit, Herzenbergit, Hocartit, Rhodostannit und Teallit auf.

Außer an seiner Typlokalität „Toyoha Mine“ in Japan konnte Toyohait bisher (Stand: 2012) nur noch in der argentinischen Provinz Jujuy, in der „Oploca Mine“ der „Pirquitas“-Lagerstätte im Departamento Rinconada, nachgewiesen werden.<ref name="Mindat" />

Siehe auch

Weblinks

Commons: Toyohaite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="AM"> </ref> <ref name="Bosi et al. 2018"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Toyohaite. In: mindat.org. Abgerufen am 12. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Mindat-Strunz-2.DA"> Strunz-mindat (2025) Classification - M:S = 3:4. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 15. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> Toyohaite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 12. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>